Verkauf der Lutherbibel 2017 gestartet

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (l.), und Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, enthüllen die neue Lutherbibel mit der Lutherrose auf dem Buchcover.

Foto: epd-bild/Heike Lyding

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (l.), und Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, enthüllen die neue Lutherbibel.

Der Verkauf der Lutherbibel 2017 ist mit der symbolischen Enthüllung der Jubiläumsausgabe auf der Frankfurter Buchmesse offiziell gestartet.

"Die Bibel ist der erste Bestseller und der wichtigste Longseller der deutschen Literaturgeschichte", sagte Christoph Rösel, Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, am Mittwoch zum Verkaufsstart auf der Literaturschau. Kein anderes Buch sei seit 500 Jahren so erfolgreich wie die Lutherbibel.

Rösel enthüllte gemeinsam mit Heinrich Riethmüller vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels symbolisch eine knapp zwei Meter große Abbildung der Jubiläumsausgabe der Lutherbibel 2017. Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff zeigte sich begeistert von der Bibel-Revision: "Ich find's grandios, weil der Text nicht ganz ins Moderne überschwappt aber trotzdem verständlich bleibt."

Der Text wurde anlässlich des 500. Reformationsjubiläums im kommenden Jahr überarbeitet, fast 12.000 der 31.000 Verse wurden geändert. Der ARD-Literaturkritiker Denis Scheck sagte, durch die Änderungen sei auch der aktuelle Zeitgeist in der neuen Lutherbibel präsent. So würden in der neuen Fassung beispielsweise nicht nur Männer angesprochen, sondern es heiße "Brüder und Schwestern". Die Erstauflage der neuen Bibel liegt bei rund 260.000 Exemplaren.

Die Sprache des Reformators bleibe in der neuen Revision bewusst erhalten, betonte der Theologe Christoph Kähler. Der ehemalige Landesbischof von Thüringen leitete die wissenschaftliche Arbeit an der Lutherbibel 2017. "Wenn Luther draufsteht erwartet man auch, dass Luther drin ist", sagte Kähler. Deshalb sei er mit seinem Team aus 70 Wissenschaftlern bei der Revision zur Sprache Luthers zurückgekehrt, soweit sie heute noch verständlich sei. Der Chefredakteur des evangelischen Magazins "chrismon", Arnd Brummer, erinnerte daran, dass der Reformator viele noch heute gebräuchliche Redewendungen geprägt habe, wie "Perlen vor die Säue werfen" oder "Wolf im Schafspelz".

Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, bezeichnete die Bibel als "Symbol für die ganze Buchbranche". In ihr spiegele sich Kritik, Freiheit, Aufklärung und auch Protest. Damit bezog er sich darauf, dass Martin Luther die Bibel im 16. Jahrhundert zunächst gegen den Willen der Kirche übersetzt hatte.