Bedford-Strohm: In Diskussion über sexuelle Gewalt differenzieren

Es müssten die "unseligen Alternativen" überwunden werden, die Diagnose des Problems "entweder für fremdenfeindliche Hetze zu missbrauchen oder sie aus Angst vor dieser Hetze schönzureden", schreibt der bayerische Landesbischof im evangelischen Monatsmagazin "chrismon".

In der Diskussion über sexualisierte Gewalt nach der Kölner Silvesternacht darf nach Ansicht des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, weder gehetzt noch tabuisiert werden. Es müssten die "unseligen Alternativen" überwunden werden, die Diagnose des Problems "entweder für fremdenfeindliche Hetze zu missbrauchen oder sie aus Angst vor dieser Hetze schönzureden", schreibt der bayerische Landesbischof im evangelischen Monatsmagazin "chrismon". Nötig sei stattdessen, die Probleme beim Namen zu nennen und sie differenziert und lösungsorientiert anzugehen.

Zur Diskussion gehört für Bedford-Strohm die Grundlage: "Sexualisierte Gewalt kennt keine Nationalität." Klar sei aber auch, dass jede Form von sexueller Gewalt "entschieden bekämpft und geahndet" werden müsse. Jeder in Deutschland lebende Mann müsse wissen, "dass Frauen gleichberechtigt sind und sich in der Öffentlichkeit kleiden und bewegen können, wie sie wollen, ohne in Gefahr zu geraten", schreibt Bedford-Strohm. Für die klare Verpflichtung auf diese Regeln gebe es ein "durchschlagendes Argument": die Menschenwürde.

In der Silvesternacht hatten am Kölner Hauptbahnhof Gruppen junger Männer vor allem aus dem nordafrikanischen und arabischen Raum vorwiegend Frauen sexuell belästigt und bestohlen.