Weltkirchenrat bestürzt über Zerstörung eines Klosters im Irak

Die Vereinten Nationen, Kirchen und Politiker haben entsetzt auf die Zerstörung des historischen christlichen Klosters Sankt Elias im Irak durch die Terrororganisation "Islamischer Staat" reagiert.

Die Tat reihe sich nahtlos in die Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein, unter denen Iraks Christen seit langem litten, erklärte die Generaldirektorin der UN-Kulturorganisation (Unesco), Irina Bokova, am Donnerstag in Paris.

Das Ende des 6. Jahrhunderts erbaute Kloster Sankt Elias sei das älteste christliche Kloster im Irak und Zeugnis des reichen kulturellen und religiösen Erbes des Landes gewesen, erklärte Bokova. Die Terrororganisation hatte das Kloster in der Nähe von Mossul nach Angaben der Unesco bereits im Jahr 2014 dem Erdboden gleichgemacht, jetzt veröffentlichten US-Medien Satellitenfotos vom Tatort.

Der Internationale Direktor des Ökumenischen Rates der Kirchen, Peter Prove, sprach von einer weiteren "äußerst bestürzenden Nachricht über den Vernichtungsfeldzug der Terrorgruppe". Der "Islamische Staat" eliminiere mit gnadenloser Brutalität nicht nur Menschen, sondern auch alle Zeichen anderer Religionen und Kulturen, sagte Prove dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Miliz mache in ihrem Sinne "Tabula rasa".



Der Kirchen-Beauftragte der Unions-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung (CDU), erklärte, die Zerstörung von Sankt Elias reiße "eine tiefe Wunde in das kulturelle Erbe des Irak als einer der ursprünglichen Orte des Christentums". Die Vernichtung und Versklavung unschuldiger Opfer durch die Terroristen müsse genauso gestoppt werden wie die Zerstörung religiöser und kultureller Stätten. 

Die Extremisten des "Islamischen Staates" zerstören in ihrem Herrschaftsgebiet im Irak und in Syrien systematisch kulturelle und religiöse Stätten und Objekte, die nicht ihren radikalen Vorstellungen entsprechen. Ebenso verfolgen und töten die Fanatiker  Andersgläubige wie die Christen und Jesiden. Die Vereinten Nationen verurteilen die Taten regelmäßig und sprechen von Kriegsverbrechen.