Asyl-Obergrenze verliert bei den Deutschen an Zustimmung

epd-bild/Gustavo Alabiso

Flüchtlinge in der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Karlsruhe.

Während die CSU bei der Flüchtlingsobergrenze nicht locker lässt, findet die Forderung in der Bevölkerung immer weniger Befürworter.

Nach dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend sprechen sich 61 Prozent für eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen aus. Das sind elf Prozentpunkte weniger als im Dezember. 36 Prozent lehnen ein festgelegtes Limit ab. Gleichzeitig zeigen die Befragten aber größere Zustimmung zu Regeln für die Integration und zu Grenzkontrollen.

Auf deutsche Grundwerte verpflichten

So halten es der Umfrage zufolge 75 Prozent für richtig, ein Gesetz einzuführen, um Zuwanderer auf deutsche Grundwerte zu verpflichten. Im Dezember waren zwei Prozentpunkte weniger dieser Überzeugung. 20 Prozent lehnen eine solche Regelung ab. Die CDU hatte sich auf ihrem Parteitag im Dezember für ein Integrationspflichtgesetz ausgesprochen. Auch die CSU macht sich dafür stark.

57 Prozent der Deutschen finden laut ARD-Deutschlandtrend die Wiedereinführung von Grenzkontrollen richtig, wie sie in dieser Woche in Schweden und Dänemark beschlossen wurde. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im September, als Deutschland vorübergehend wieder Kontrollen an den Grenzen einführte. 41 Prozent finden sie nicht richtig.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung (51 Prozent) befürwortet es, Flüchtlingen ohne gültige Ausweisepapiere die Einreise zu verweigern. 44 Prozent sind dagegen.

Insgesamt ist dem ARD-Deutschlandtrend zufolge die Skepsis gegenüber Zuwanderung im Vergleich zum November etwas gesunken. 41 Prozent (minus drei Prozentpunkte) sehen darin für Deutschland eher Nachteile. 38 Prozent der Befragten bewerten Zuwanderung als eher vorteilhaft (plus ein Prozentpunkt). 15 Prozent sind der Auffassung, dass sich beides die Waage halten wird. Für den ARD-Deutschlandtrend wurden Anfang der Woche 1.004 Personen in Deutschland telefonisch befragt.