ARD-Gottesdienst ruft zu Perspektivwechsel auf

Als Zeichen der Versöhnung zwischen Juden und Christen ist am Donnerstag der ökumenische ARD-Fernsehgottesdienst zum Jahreswechsel in der evangelischen St. Matthäus-Kirche am Berliner Kulturforum gefeiert worden.

Gestaltet wurde er unter dem Motto "Perspektivwechsel" von Schwester Mirjam Fuchs vom Berliner Karmelitinnenkloster Regina Martyrum, dem Berliner Rabbiner und Geschäftsführer der Gedenkstätte Topographie des Terrors Andreas Nachama und dem Direktor der kirchlichen Kulturstiftung St. Matthäus, Pfarrer Christhard-Georg Neubert.

Mit Blick auf die globale Flüchtlingskrise und die Terroranschläge in Paris bezeichneten die Beteiligten das Jahr 2015 als "erschütternd" und "bedrückend". In seiner Predigt rief Pfarrer Neubert zu einem Perspektivwechsel gegenüber Flüchtlingen auf. So sollte mehr Interesse an den persönlichen Geschichten der Geflüchteten gezeigt werden. Zugleich könne über persönliche Gespräche auch vermittelt werden, was die Lebensgewohnheiten, Hoffnungen, Ängste oder die Glaubenspraktiken der Deutschen seien.

"Andere Perspektiven entstehen aus einem echten Interesse", sagte Neubert. Zudem rief er dazu auf, sich offen zu begegnen "ohne vorschnell Bilanz zu ziehen". Der Pfarrer betonte auch, dass das Zusammenleben unterschiedlicher Menschen "unser Leben reicher macht".