Bischöfin Junkermann: Von Fremdenfeindlichkeit nicht einschüchtern lassen

Die mitteldeutsche Landesbischöfin Ilse Junkermann hat dazu ermutigt, sich nicht von fremdenfeindlichen Attacken einschüchtern zu lassen.

Zwar sei es erschreckend, dass sich bei der wachsenden Zahl von Anschlägen Gewalt nicht nur gegen Sachen, sondern in steigendem Maße auch gegen Menschen richte, sagte sie in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Magdeburg. Das Zusammenleben dürfe aber nicht von Kriminellen bestimmt werden.

Junkermann hatte jüngst Räume an ihrem Bischofssitz als Unterkunft für Asylsuchende angeboten. Mit der Offerte hatte die Bischöfin auf einen Aufruf von Oberbürgermeister Lutz Trümper (parteilos) reagiert, private Wohnräume zur Verfügung zu stellen. Noch sei dort niemand untergebracht. Doch solche Angebote seien Voraussetzung für Integration, betonte die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Migranten sollten nicht in großen Gruppen untergebracht werden, sondern in direkter Nachbarschaft zu Einheimischen. Dies ermögliche nicht nur Begegnungen, sondern auch zwischenmenschliche, nachbarschaftliche Hilfsangebote.

Vorbehalte gegenüber Flüchtlingen gebe es zwar auch in Kirchengemeinden, räumte Junkermann ein. "Aber zugleich bieten unsere Gemeinden Räume an, in denen man Ängste aussprechen und den Sorgen der Menschen begegnen kann", sagte sie. Sie freue sich, dass Kirchenvertreter mehrfach von politisch Verantwortlichen gebeten worden seien, Informationsveranstaltungen für die einheimische Bevölkerung zu geplanten Flüchtlingsunterkünften zu moderieren.