Afghanistans Ex-Minister Farhang kritisiert Abschiebungen

Der frühere afghanische Aufbauminister Amin Farhang kritisiert die von der Bundesregierung geplanten Abschiebungen von Flüchtlingen nach Afghanistan.

 "Ich bin völlig dagegen, dass man Afghanen zurückschickt", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Dienstagsausgabe). "Das ist eine verkehrte Politik", erklärte Farhang. "Denn es bedeutet, dass man in Afghanistan die Zahl der Binnenflüchtlinge erhöht." Farhang hob zudem hervor, dass Deutschland Arbeitkräfte benötige. Die Flüchtlinge hätten eine "eine positive Auswirkung auf den Arbeitsmarkt."

Die migrationspolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Luise Amtsberg, äußerte sich ebenfalls kritisch. "Der Plan des Innenministers, Afghanen wieder verstärkt abzuschieben, ist unverantwortlich und steht im krassen Gegensatz zur Sicherheitslage in Afghanistan, die sich täglich verschlechtert und immer mehr zivile Opfer fordert", sagte sie der Zeitung. Erst Mitte Dezember habe die Bundesregierung wegen der Sicherheitslage den Auslandseinsatz der Bundeswehr am Hindukusch verlängert.

"Die Bundesregierung darf sich die Situation in Afghanistan nicht länger schönreden und muss der Realität ins Auge blicken", unterstrich Amtsberg. "Afghanistan ist kein sicheres Herkunftsland."