Ruhrbischof sieht weltweiten "sozialen Klimawandel"

Ein von einem Kind gemaltes Bild, das ein Boot sowie die deutsche und syrische Fahne zeigt, hängt in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Mitte.

Foto: dpa/Christopher Weckwerth

Deutsche und syrische Fahne über einem Boot: Kinderzeichnung in einer Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Mitte.

Die "moderne Völkerwanderung", die auch als Flüchtlingskrise wahrgenommen wird, ist aus Sicht von Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck Vorbote eines weltweiten "sozialen Klimawandels".

Zu glauben, "man könnte die Entwicklung wie ein Schlechtwettergebiet überstehen, indem man sich abschottet von all den Veränderungsprozessen, und danach scheint wieder die Sonne über der alten Welt", sei ein grundlegender Irrtum, sagte Overbeck der in Essen erscheinenden "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung" (Dienstagsausgabe).

Den Zustrom und die Integration Hunderttausender Flüchtlinge in den Griff zu bekommen, nannte Overbeck eine Art Reifeprüfung für die wohlstandsverwöhnten Deutschen. "Nachdem wir der Welt vor nicht langer Zeit wenig ruhmreich vorexerziert haben, was es heißt, zu kämpfen, werden wir jetzt zeigen, was es bedeutet, zu helfen."

Zugleich warnte Overbeck davor, für einen vermeintlichen Weg aus der Krise aufkeimenden politischen Bewegungen zu folgen, "die glauben, Vereinfachung wäre die Lösung der Stunde". Auch dürfe die Gesellschaft über der Hilfe für die Flüchtlinge aus aller Welt nicht die Armen und Bedrängten hierzulande aus den Augen verlieren: "Es gibt so viele, die echte Not haben - denen werden wir weiter beistehen müssen."