Umfrage: Mehrheit fühlt sich über Flüchtlinge einseitig informiert

Allensbach-Untersuchung zeigt Skepsis, doch Vertrauen steigt
Eine Mehrheit der Deutschen ist der Ansicht, dass die Medien kein zutreffendes Bild der Flüchtlinge zeichnen.

Auf eine entsprechende Frage des Instituts für Demoskopie Allensbach antworteten 53 Prozent mit Nein. Wie aus der repräsentativen Umfrage im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" hervorgeht, sind 22 Prozent unentschieden. 25 Prozent hielten die Darstellung für zutreffend, berichtete die Zeitung am Mittwoch.

Wie Renate Köcher, Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, in der Zeitung schreibt, sind die 53 Prozent überzeugt, dass die Zusammensetzung der Gruppe der Flüchtlinge eine andere ist, als insbesondere aufgrund vieler Bilder zu vermuten sei. Nur ein Viertel glaube, dass ein realistisches Bild vom Anteil der Familien und jungen Männer oder der Qualifikation der Menschen vermittelt wird. Fast jeder zweite kritisiere, dass wichtige Fakten zu kurz kämen. 41 Prozent würden den Medien vorwerfen, dass kritische Stimmen weitgehend ausgeblendet werden.

Damit zeigt sich eine Differenz zu der allgemeinen Bewertung der Medien: 52 Prozent sind generell mit der Berichterstattung zufrieden, was einem Anstieg um fünf Prozentpunkte gegenüber 2009 entspricht. 41 Prozent indes halten aktuell die Berichterstattung über die Flüchtlingssituation für einseitig, nur 36 Prozent für ausgewogen. 23 Prozent sind in ihrem Urteil unentschieden oder machten keine Angabe.

Für die Umfrage hat Allensbach Ende November und Anfang Dezember 1.457 Menschen befragt. Im Vergleich zu einer vorangegangenen Untersuchung hat sich laut Allensbach das Vertrauen auf eine ausgewogene Darstellung erhöht: Noch im Oktober hatten 47 Prozent die Berichterstattung über Flüchtlinge als einseitig kritisiert.