Menschenrechtler: Nigerianische Armee tötet 100 Muslime

Nigerianische Menschenrechtler haben der Armee vorgeworfen, mehr als 100 friedlich demonstrierende Muslime willkürlich getötet zu haben.

Das Massaker, das sich am Samstag in der nordnigerianischen Stadt Zaria ereignet habe, müsse vorbehaltlos aufgeklärt werden, forderte die Organisation Muslim Rights Concern (MURIC) am Montag in einer auf ihrer Webseite veröffentlichten Erklärung. Die Opfer, Anhänger der schiitischen "Islamischen Bewegung", seien kaltblütig ermordet worden. Aussagen der Armee, die Gruppe habe einen Anschlag auf den Armeechef geplant, bezeichnete MURIC als haltlos.

Unter den Toten sollen sich auch Frau und Sohn des Anführers der "Islamischen Bewegung" sowie mehrere Führungsmitglieder der Glaubensgemeinschaft befinden. Ihr Chef, Ibrahim Zakzaky, wurde einem Bericht des britischen Rundfunksenders BBC zufolge verhaftet. Sein Haus sei, ebenso wie der Hauptschrein der Gruppe in Zaria, zerstört worden.



MURIC warf der nigerianischen Armee eine Kampagne gegen die "Islamische Bewegung" vor. So hätten Soldaten die Schiiten bereits im Juli vergangenen Jahres grundlos attackiert und 30 ihrer Mitglieder erschossen. Eine offizielle Reaktion der Armee gab es zunächst nicht. Zaria befindet sich im Bundesstaat Kaduna, wo es regelmäßig zu Ausschreitungen zwischen muslimischen und christlichen Gruppen kommt.