Kirchenpräsident Jung: Flüchtlingsaufnahme wird Dauerthema

Angesichts der weltweiten Krisen und Flüchtlingsströme hat sich der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung dafür ausgesprochen, Strukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen dauerhaft zu verankern.

"Flüchtlingsaufnahme wird ein Dauerthema werden", sagte Jung am Montag nach einem Besuch des Welcome-Centers in der Hessischen Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (HEAE) in Gießen. "Wir tun gut daran, uns dauerhaft auf eine Flüchtlingsaufnahme vorzubereiten."

Der Kirchenpräsident sprach sich erneut für ein Einwanderungsgesetz aus. "Die humanitäre Flüchtlingsaufnahme kann nicht begrenzt werden, es sei denn, man ändert das Grundgesetz." Wichtig sei ein "offener und ehrlicher gesellschaftlicher Dialog", wie man mit dem Thema verfahren wolle. Dadurch ließe sich auch einiges entdramatisieren. "Es ist bemerkenswert, wie in Gießen mit einer hohen Zahl von Flüchtlingen umgegangen wird."



In dem Welcome-Center arbeiten ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter, die unter anderem in der HEAE ankommende Flüchtlinge willkommen heißen. Angeboten werden eine Kleiderkammer, eine Teestube und ein Frauencafé. Insgesamt seien 400 Freiwillige im Einsatz, berichtete der Pfarrer der Evangelischen Petrusgemeinde, Matthias Leschhorn. "Wir brauchen Leute, die einen langen Atem haben." An einem Tag im Oktober sei der Spitzenwert von 1.300 in der HEAE eintreffenden Menschen erreicht worden. Evangelische Kirche, Deutsches Rotes Kreuz und Regierungspräsidium arbeiten im Welcome-Center zusammen.

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) werde in den kommenden Jahren zusätzlich 21 Millionen Euro für die Arbeit mit Flüchtlingen zur Verfügung stellen, erklärte Jung. Unter anderem soll in der HEAE die kirchliche Asylverfahrensberatung um 1,5 auf zwei Stellen aufgestockt werden. Fünf Millionen Euro erhalten Kindertagesstätten, um beispielsweise Erzieher zu schulen.

Empfehlung