Trauerexpertin: Schmerz bei Tod eines Tieres ernst nehmen

Tiergräber auf dem Mainzer Tierfriedhof.

Foto: epd-bild/Andrea Enderlein

Tiergräber auf dem Mainzer Tierfriedhof.

Die Trauer um den Verlust eines Tieres wird nach Ansicht von Experten oft unterschätzt: "Stirbt ein Tier, zeigen die Besitzer mitunter ähnliche Reaktionsweisen wie beim Verlust eines Menschen", erklärte die Trauerberaterin Heidi Müller vom Portal www.gute-trauer.de am Donnerstag, das von der Verbraucherinitiative Bestattungskultur "Aeternitas" mit Sitz in Königswinter bei Bonn getragen wird. Dazu zählten Fassungslosigkeit, Rückzug, Traurigkeit oder Schlafprobleme.

Besonders stark könne der Verlust beeinträchtigen, wenn die Besitzer ihre Tiere einschläfern oder in einer Ausnahmesituation wie einer Naturkatastrophe alleine zurücklassen müssten.

Zwar gebe es inzwischen eine große Zahl von Tierbestattern, -krematorien und -friedhöfen, wo Tierhalter ihre Trauer offen zum Ausdruck bringen könnten. Dennoch stießen viele mit ihrem Schmerz auf Unverständnis: "Es war doch nur ein Tier", laute eine häufige Reaktion. "Dieses Abwerten der Beziehung und des Verlustes kann Betroffene zusätzlich belasten und ist wenig hilfreich", gibt Müller zu bedenken. Insbesondere wenn Kinder im Haushalt mit einem Tier zusammenlebten, sollte nicht einfach über den Verlust hinweg gegangen werden. Möglicherweise begegneten sie das erste Mal den Themen Sterben und Tod.

Jedes Jahr sterben der Verbraucherinitiative zufolge Millionen Haustiere, allein ungefähr 1,5 Millionen Katzen und Hunde. Besitzer spürten den Verlust vor allem dann besonders intensiv, wenn enge Beziehungen bestehen und Tiere im Zusammenleben ähnliche Rollen einnehmen wie Menschen. Vielen Haltern vermitteln Tiere Halt und Sicherheit.

Aeternitas ist nach eigenen Angaben eine gemeinnützige und bundesweit tätige Verbraucherinitiative zur Bestattungskultur. Die Initiative will in allen organisatorischen, rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten rund um den Trauerfall informieren und beraten.