Lutheraner kritisieren Luftangriffe gegen "Islamischen Staat"

Der Lutherische Weltbund hat die internationalen Luftangriffe auf die Terrormiliz "Islamischer Staat" in Syrien kritisiert. Es bestehe das Risiko, dass die massiven und unverhältnismäßigen Angriffe den Extremismus sogar stärken könnten, warnte der LWB in Genf anlässlich des Tages der Menschenrechte am Donnerstag.

Für die Luftangriffe mit vielen Toten liege kein Mandat der Vereinten Nationen vor, erklärten LWB-Präsident Munib Younan und Generalsekretär Martin Junge. Die Staaten sollten aus der Vergangenheit lernen. Die US-geführte sogenannte Koalition der Willigen habe durch ihren Angriff auf den Irak 2003 den Extremismus nicht besiegt, sondern dem Extremismus den Boden bereitet.

Der Terrorismus müsse an der Wurzel bekämpft werden, mahnten die Lutheraner. Die Regierungen sollten anfällige Menschen rechtzeitig vom Weg der Gewalt und des Fanatismus abbringen. Nach den Terrorattacken von Paris im November verstärkten westliche Staaten ihre Angriffe in Syrien gegen die Fanatiker des "Islamischen Staates". Auch Deutschland unterstützt die Angriffe auf den IS militärisch.

Am 10. Dezember 1948 verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Der LWB umfasst 145 Kirchen mit mehr als 72 Millionen Gläubigen.