"Sea-Watch" kauft zweites Rettungsschiff

Die private Flüchtlingshilfsinitiative "Sea-Watch" will ihre Flotte um ein zweites Rettungsschiff erweitern.

Das 33 Meter lange ehemalige Forschungsschiff "Clupea" werde noch in diesem Jahr gekauft und anschließend aus Lowestoft in Großbritannien nach Hamburg überführt, teilte die Initiative am Dienstag in Berlin mit. Dort werde das Schiff zur "Sea-Watch 2" umgebaut. Finanziert werden sollen Kauf, Umbau und die Einsätze zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer durch Spenden.



"Wir sind im vergangenen Jahr auf den Rettungseinsätzen, bei denen wir bereits über 2.000 Flüchtende aus Seenot retten konnten, immer wieder an technische Grenzen gestoßen", sagte Sea-Watch-Skipper Ingo Werth. Die "Sea-Watch 2" biete als moderneres und leistungsfähigeres Schiff die Möglichkeit, ganzjährig Einsätze zu fahren. Auf dem Schiff soll es eine Krankenstation zur Behandlung von Schwerverletzten geben. Eine Wärmebildkamera soll zudem ermöglichen, bei Nacht zu operieren und Flüchtlingsboote besser zu orten.

Die Aktivistengruppe um den aus Brandenburg stammenden Initiator Harald Höppner hatte die Initiative "Sea-Watch" im Frühsommer mit einem umgebauten niederländischen Fischkutter aus dem Jahr 1917 vor der libyschen Küste gestartet. Im Herbst wechselten sie in die Ägäis vor die türkische Küste.