EKD präsentiert Auswertung zur Kirchenmitgliederumfrage

Schulanfängergottesdienst

Foto: epd-bild / Jens Schulze

Die Autoren der KMU sprechen sich für die Vielfalt der Beteiligungsformen aus, hier ein Schulanfängergottesdienst

Zur jüngsten Umfrage unter evangelischen Kirchenmitgliedern liegt seit Montag ein Auswertungsband vor. Die Autoren werben für eine Vielfalt der Frömmigkeits- und Beteiligungsformen innerhalb der evangelischen Landeskirchen.

Eine Kirche, die ihre Angebote, Sprachformen und Frömmigkeitsstile möglichst breit fächere, werde auch in einer pluralisierten Gesellschaft eine hohe Anziehungs- und Bindungskraft ausüben, bilanzieren die Verfasser der Studie, die von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Auftrag gegeben wurde.

"Das Bewusstsein, unterschiedlichen Frömmigkeits- und Beteiligungsformen gerecht werden zu müssen, hat sich seit den 1970er Jahren mehr und mehr gefestigt", schreibt der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm im seinem Vorwort. Die daraus resultierende Vielfalt der Profile sei jedoch keinesfalls ein Zeichen von Blässe. Vielmehr folge sie der Einsicht des Apostel Paulus: Prüfet alles, aber das gute behaltet, folgert der bayerische Landesbischof.



Der mehr als 500 Seiten umfassende Band unterstreicht, dass die "ererbten", familiär und kulturell vermittelten religiösen Überzeugungen an Bedeutung verlören, eine selbstverantwortete kirchliche Praxis in den Vordergrund rücke. "Für die Kirche ergibt sich daraus die Aufgabe, Räume für eine selbstgewählte Form der religiösen Praxis zu öffnen", schreibt Bedford-Strohm.

So müsse damit umgegangen werden, dass sich Nähe und Distanz zur Kirche in unterschiedlichen Lebenssituationen veränderten, ohne dass es dafür "Patentrezepte" gebe. Es sei jedoch unübersehbar, dass unterschiedliche Zugänge und Praktiken der Mitgliedschaft bewusst gefördert werden fördern müssten, argumentiert der EKD-Ratsvorsitzende.

Zukunftsausschuss soll die Ergebnisse auswerten


Die Erhebung, deren Grundzüge im März 2014 publiziert wurden, kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Weitergabe des Glaubens von den Eltern an die Kinder nicht mehr selbstverständlich sei. "Während die Gruppe mittlerer kirchlicher Verbundenheit eher abnimmt, wachsen die Gruppe der engagiert Hochverbundenen in bescheidenem Maße und deutlich die Gruppe der religiös Indifferenten", heißt es in der fünften Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung. Daraus ergibt sich zudem, dass die Erwartungen und Ansprüche an die Kirche vor Ort trotz sinkender Mitgliederzahlen zunähmen.

Bei der Synodentagung in Bremen Anfang November hatte Präses Irmgard Schwaetzer angekündigt, dass der neu gebildete Zukunftsausschuss des Kirchenparlamentes unter anderem die Ergebnisse der Mitgliedschaftsuntersuchung auswerten werde.