Uni Duisburg-Essen: Südseeinsel ist Vorbild für Friedensprozess

Ein Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen untersucht, warum es die Südseeinsel Bougainville geschafft hat, nach vielen Jahren kriegerischer Auseinandersetzung Frieden zu schaffen. Bougainville diene wegen der Insellage und Größe, die vergleichbar mit Zypern ist, als eine Art Laboratorium für "peacebuilding", erklärte Volker Böge vom Institut Entwicklung und Frieden am Mittwoch.

In einer Fallstudie wolle das Forscherteam herausfinden, was aus den Vorgängen im Südpazifik gelernt werden könne und ob es auf andere Regionen, etwa Somaliland, Sierra Leone und Osttimor (Timor Leste) übertragbar sei.

Dazu wollen die Forscher Interviews mit den verschiedenen Seiten, darunter mit der Autonomieregierung, Clan-Chefs, ehemaligen Kommandeuren der militärischen Parteien, Mitarbeitern von UN-Institutionen, internationalen NGOs sowie australischen und neuseeländischen Militärs führen.

Zehn Jahre Bürgerkrieg

Erfolgsgeschichten wie die von Bougainville seien selten, erklärte Böge. Die Insel, die zu Papua Neuguinea gehört und 1998 autonome Region wurde, erlebte einen zehnjährigen, brutalen Bürgerkrieg, bei dem ein Zehntel der knapp 200.000 Bewohner starben. Auslöser für die Kämpfe war der Betrieb einer Kupfermine, die die Lebensgrundlage der Menschen zerstörte. "Rebellen erhoben sich gegen die Armee, daraus entwickelten sich ab 1988 ein Unabhängigkeitskrieg und weitere gewaltsame Konflikte."

Das Projekt "Peacebuilding im Spannungsfeld internationaler und lokaler Wahrnehmungen - Einsichten aus dem 'Laboratorium' Bougainville" wird den Angaben nach von der Deutschen Stiftung Friedensforschung bis Ende 2016 mit 99.000 Euro gefördert.