Kirche ändert Einstellungsverfahren für Pfarrer

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ändert das Einstellungsverfahren für angehende Pfarrerinnen und Pfarrer. Erklärtes Ziel sei eine "werbende und fördernde Haltung gegenüber den Theologiestudierenden", sagte der Delegierte Holger Böckel am Donnerstag auf der Kirchensynode in Frankfurt am Main.

Bislang durchliefen die Kandidaten nach dem Theologiestudium an der Universität und nach der praktischen Ausbildungszeit in einer Kirchengemeinde ein mehrtägiges Auswahlverfahren. Künftig soll es statt dem Auswahlverfahren am Ende schon parallel zur Universität eine kirchliche Studienbegleitung geben.

Die Studienbegleitung ist in Teilen verpflichtend für Studierende, die Pfarrer in der EKHN werden wollen. Es gebe immer weniger Interessenten für den Pfarrberuf, um die alle Landeskirchen in Deutschland würben, begründete Böckel die Änderung. Daher wolle die EKHN Theologiestudierende intensiver begleiten. Zugleich habe sich das Theologiestudium durch die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge verändert. Darauf müsse die Kirche reagieren. Das neue Einstellungsverfahren tritt bereits nächstes Jahr in Kraft.

Die Kandidaten sollten künftig nicht erst am Ende einer langen Ausbildung erfahren, ob sie für den Pfarrberuf geeignet seien, erklärte Jens Böhm, Personaldezernent der EKHN. Bei der Neukonzeption des Einstellungsverfahrens seien Theologiestudierende sowie Vikare beteiligt gewesen. Es gehe um zwei Partner, sagte Ulrike Scherf, die stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN. "Junge Theologinnen und Theologen bewerben sich bei uns. Aber wir bewerben uns auch bei einer Generation zukünftiger Pfarrerinnen und Pfarrer."