Gedenken an Terroropfer: Religionsvertreter fordern gesellschaftlichen Zusammenhalt

"Wir wollen und wir werden uns nicht von Unmenschlichkeit, von Hass und Gewalt bestimmen lassen"
Der abendlich beleuchtete Berliner Dom, fotografiert in Berlin Mitte am Abend von der Rathausbrücke über der Spree.

Foto: dpa/Jens Kalaene

Im Berliner Dom gedachten die Vertreter verschiedener Religionen der Opfer der Terroranschläge von Paris.

Im Berliner Dom haben am Donnerstagabend Christen, Juden und Muslime gemeinsam der Terroropfer von Paris gedacht. Unter dem Motto "Nous sommes unis, wir sind vereint" hatten Vertreter großer Religionen zu Gedenken und gesellschaftlichen Zusammenhalt aufgerufen.

Die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung wandten sich zugleich gegen den Missbrauch der Religion und setzen sich für eine freiheitliche Gesellschaft ein.

Der Berliner Bischof Markus Dröge betonte, "wir wollen und wir werden uns nicht von Unmenschlichkeit, von Hass und Gewalt bestimmen lassen". Jeder gläubige Mensch sei abgestoßen davon, "dass der Glaube an den barmherzigen Gott missbraucht wird, um grausame, menschenverachtende Gewalt auszuüben und zu morden", sagte der evangelische Landesbischof. Dröge plädierte für gegenseitigen Respekt in einer offenen Gesellschaft. Bürger und Politiker dürften sich nicht beirren lassen "in der freundlichen Offenheit für Fremde und Flüchtlinge".

Neben Dröge waren auch der frühere katholische Berliner Weihbischof Wolfgang Weider, die Pfarrerin des Berliner Doms, Petra Zimmermann, der Vorsitzende des Ökumenischen Rates Berlin-Brandenburg, Archimandrit Emmanuel Sfiatkos, Rabbiner Jonah Sievers von der Jüdischen Gemeinde sowie Imam Ender Cetin, Vorsitzender der Sehitlik-Moschee an der Gedenkveranstaltung im Berliner Dom angekündigt.