Gauck würdigt Helfer in Flüchtlingsheimen

Bundespräsident Joachim Gauck (Archivbild)

epd-bild/Kristina Schaefer

Bundespräsident Joachim Gauck (Archivbild)

Bundespräsident Joachim Gauck hat das Engagement ehren- und hauptamtlicher Helfer im Umgang mit der Flüchtlingskrise gewürdigt. "Wenn unser Land eine Person wäre, würde ich sagen: Gut gemacht!", sagte Gauck am Donnerstag in Bergisch Gladbach. Beim Besuch von Flüchtlingsunterkünften und im Gespräch mit Helfern machte sich der Bundespräsident dort ein Bild von der Lage.

Gauck räumte ein, dass es in der Flüchtlingsfrage "gelöste und ungelöste Probleme" gleichermaßen gebe. Deshalb sei ein offener Umgang mit dem Thema entscheidend. Politik und Bürger rief er zum kritischen Dialog miteinander auf. "Problemlösern" am rechten Rand dürfe nicht die "Deutungshoheit über ungelöste Probleme" überlassen werden, sagte Gauck.  "Wir haben es nicht nötig, vor ungelösten Problemen davonzulaufen." 

Der Bundespräsident warnte in diesem Zusammenhang zugleich vor einer aufkeimenden "Angstkultur an den Rändern der Gesellschaft". Diese sei nicht zuletzt deshalb gefährlich, weil die Angst die Gesellschaft zu "entmächtigen" drohe. Dem hielt Gauck entgegen: "Wir erkennen uns in unserem Potenzial, wenn wir an die Grenzen des Möglichen gehen."

Bergisch Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach (CDU) sagte allerdings, seine Stadt komme in Sachen Flüchtlingsaufnahme inzwischen an einen Punkt, "wo wir an die Grenzen stoßen". Bund und Land forderte er auf, den Kommunen die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen vollständig zu erstatten. In Bergisch Gladbach sind nach Angaben der Stadt derzeit rund 1.500 Flüchtlinge untergebracht; in den vergangenen 20 Jahren lag diese Zahl bei rund 100.