"Before I die" - Kirchliche Aktion zu Lebenswünschen

Er wolle mit seinen Kindern und Enkelkindern unter einem Dach leben, schreibt Bremens Altbürgermeister Henning Scherf auf eine Tafel.

Foto: epd-bild/Dieter Sell

Er wolle mit seinen Kindern und Enkelkindern unter einem Dach leben, schreibt Bremens Altbürgermeister Henning Scherf auf eine Tafel.

Bremens Altbürgermeister Henning Scherf hat am Dienstag eine kirchliche Aktion zum achtsamen Umgang mit der Lebenszeit eröffnet. Die Aktion der evangelischen Kirche in Bremerhaven unter dem Motto "Before I die, I want..." (Bevor ich sterbe, möchte ich...) läuft bis 13. November.

Die Aktion lädt Menschen dazu ein, auf großen Tafeln öffentlich zentrale Lebenswünsche aufzuschreiben. Er wünsche sich, dass er mit seinen Kindern und Enkelkindern unter einem Dach leben könne, schrieb Scherf mit Kreide auf eine Tafel. Die Aktion mache deutlich, dass jeder Tag im Leben kostbar sei, lobte der 77-Jährige, der drei Kinder und neun Enkel hat.

Ihren Anfang nahm "Before I die..." auf Initiative der US-amerikanischen Künstlerin Candy Chang in New Orleans. Nach dem Tod eines Angehörigen wollte sie an einer Wand einen Ort schaffen, an dem Passanten ihre Wünsche und Sehnsüchte festhalten konnten. Mittlerweile seien weltweit mehr als 1.000 Tafeln in über 70 Ländern aufgestellt worden, sagte die Bremerhavener Initiatorin Beate Kopf.

"Die Tafel ist keine Aufgabenliste, die man jetzt sofort abarbeiten sollte", ergänzte die evangelische Theologin. "Das Projekt soll lediglich daran erinnern, wie einmalig unser Leben ist und wie gut es deshalb wäre, es für die Dinge zu nutzen, die man eigentlich schon immer tun wollte."

Die Tafeln stehen bis Freitag auf der Bremerhavener Havenplaza. Schon kurz nach dem Start füllten sie sich mit Wünschen. "Einmal um die Welt reisen", "verschiedene Kulturen kennenlernen" oder auch "Mit dem Fallschirm springen" war auf den Flächen zu lesen. Aber auch grundsätzlichere Wünsche wie "in Frieden leben", "Leben lernen" oder "Ohne Reue gelebt haben". Die Aktion sei ungewöhnlich und bewegend, sagte die 57-jährige Renate aus Solingen, die sich wünschte, ihren Sohn "ganz fest zu drücken".

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