Nordrhein-Westfalen will islamischen Religionsunterricht ausbauen

Der 2012 gestartete islamische Religionsunterricht in Nordrhein-Westfalen stößt nach Angaben von Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) auf breite Zustimmung.

Zahlreiche Rückmeldungen von Schulen, Schülern und Eltern zeigten, "wie sehr der islamische Religionsunterricht als Zeichen der Wertschätzung für den islamischen Glauben empfunden wird", sagte Löhrmann am Donnerstag auf einem Fachkongress in Berlin. "Darüber freuen wir uns und arbeiten kontinuierlich daran, das Fach Schritt für Schritt weiter auszubauen."

Da die Aus- und Weiterbildung der Lehrer Zeit braucht, soll der Religionsunterricht schrittweise weiter ausgeweitet werden. Ziel ist es, ihn flächendeckend anzubieten. In Nordrhein-Westfalen leben rund 1,5 Millionen Muslime, darunter etwa 350.000 Schüler.



Nordrhein-Westfalen hatte als erstes Bundesland zum Schuljahr 2012/2013 den bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache als ordentliches Unterrichtsfach eingeführt, zunächst an den Grundschulen, ein Jahr später an weiterführenden Schulen.

Als ordentliches Schulfach gibt es bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht auch in Hessen und Niedersachsen. Baden-Württemberg hat sein bis zum Schuljahr 2017/18 geplantes Modellprojekt "IslamischerReligionsunterricht" im laufenden Schuljahr auf rund 80 Schulen ausgeweitet, gestartet worden war der Versuch zum Schuljahr 2006/07.

Nach Angaben von Nordrhein-Westfalens Schulministerin Löhrmann empfinden es Schülerinnen und Schüler "als Bereicherung, im Unterricht in deutscher Sprache über ihre Religion sprechen zu können". Derzeit nehmen laut Schulministerium rund 13.700 Schüler an 176 Schulen am islamischen Religionsunterricht teil, mehr als 200 Lehrkräfte haben die Lehrerlaubnis dafür erhalten.