Luther-Schriften in Unesco-Weltregister aufgenommen

Die Unesco hat Manuskripte, Briefe und Originaldrucke von Martin Luther ins Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen.

Zu den frühen Schriften der Reformation gehören ein Handexemplar Luthers der Hebräischen Bibelausgabe und ein Plakatdruck der 95 Ablassthesen, wie die deutsche Unesco-Kommission am Freitagabend in Bonn mitteilte. Sie seien Zeugnisse der Reformationsbewegung, die ihren Ursprung im 16. Jahrhundert in Wittenberg hatte und zu einer grenzüberschreitenden gesellschaftlichen Erneuerungsbewegung geworden sei. Nominiert wurden die Schriften vom Leibniz-Institut für Europäische Geschichte in Mainz in Kooperation mit Lutherforschern aus der ganzen Welt.

Das Unesco-Register "Memory of the World" ist ein globales digitales Netzwerk mit Buchbeständen, Handschriften, Partituren sowie Bild-, Ton- und Filmdokumenten. Ziel ist es, historische Dokumente in Archiven, Bibliotheken und Museen zu sichern und zugänglich zu machen. Das Register umfasst zurzeit 348 Dokumente aus aller Welt, darunter die 21 Thesen der Solidarnosc, die Archive des Warschauer Ghettos und die Göttinger Gutenberg-Bibel. 22 der Eintragungen stammen aus Deutschland.

Neben den Luther-Schriften wurde am Freitag auch Johann Sebastian Bachs Manuskript der h-Moll-Messe neu in das Register aufgenommen. Das in den Jahren 1748 und 1749 kurz vor seinem Tod niedergeschriebene Werk stehe in einzigartiger Weise für das gesamte kompositorische Werk Bachs, erklärte die Unesco. Es wurde von der Staatsbibliothek zu Berlin nominiert.

Zudem schrieb die UN-Kulturorganisation den Goldenen Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König George II. in das Weltregister ein, der in der niedersächsischen Landesbibliothek in Hannover verwahrt wird. Insgesamt wurden 47 Dokumente neu aufgenommen, darunter theologische Schriften Isaac Newtons, koreanische Holzdruckblöcke aus der Zeit von Konfuzius und das älteste Buch Europas, "Derveni Papyrus".