Zentralratschef besorgt über möglichen Judenhass unter Flüchtlingen

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, befürchtet eine Zunahme des Antisemitismus durch den Zuzug arabischer Flüchtlinge.

Viele Menschen, die aus Syrien oder dem Irak nach Deutschland kommen, seien in einem Lebensumfeld aufgewachsen, das von Israelfeindlichkeit und Judenhass geprägt sei, sagte Schuster der Berliner "tageszeitung" (Montagsausgabe). "Es ist eine große Aufgabe, diese Menschen hin zu den Werten zu bringen, die in Deutschland Bestand haben."

"Die hiesigen Konflikte, etwa wie vergangenes Jahr während des Gazakrieges, möchte ich nicht noch einmal erleben", betonte Schuster. "Das macht mir Sorge." Während der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen war es bei Demonstrationen in Deutschland zu antisemitischen Ausfällen gekommen. 

Zugleich verurteilte der Zentralratspräsident die Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland. Es sei die Pflicht von Juden wie Nicht-Juden, den Flüchtlingen zu helfen, betonte Schuster. Es sei aber auch aus Sicherheitsgründen wichtig, Flüchtlinge an den Grenzen zu registrieren, damit etwa Islamisten entdeckt werden.