Hauptpastor Claussen wird neuer evangelischer Kulturbeauftragter

Der Hamburger Propst Johann-Hinrich Claussen wird Kulturbeauftragter und Leiter des EKD-Kulturbüros in Berlin.

Foto: epd-bild/Oliver Fantitsch/KK Hamburg-Ost

Der Hamburger Propst Johann-Hinrich Claussen wird Kulturbeauftragter und Leiter des EKD-Kulturbüros in Berlin.

Der Hamburger Propst Johann Hinrich Claussen wird neuer evangelischer Kulturbeauftragter. Der 51-jährige Hauptpastor wird Nachfolger von Petra Bahr, die im vergangenen Jahr zur Konrad-Adenauer-Stiftung gewechselt war, wie die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Mittwoch in Hannover mitteilte.

Seine neue Aufgabe als Kulturbeauftragter und Leiter des EKD-Kulturbüros in Berlin übernimmt Claussen voraussichtlich im Februar 2016. Als Publizist und Theologe genieße Claussen über Fachkreise hinaus hohe Anerkennung, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Er sei ein "ausgesprochener Glücksfall" für die evangelische Kirche.

Claussen ist Propst im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Vor zwei Jahren wurde in diesem Amt für weitere zehn Jahre bestätigt. Seit 2007 ist er zudem Hauptpastor von St. Nikolai. Claussen studierte evangelische Theologie in Tübingen, Hamburg und London. Vor dem Vikariat ging er für ein Jahr nach Argentinien. 1996 promovierte Claussen mit einer Arbeit über den Theologen Ernst Troeltsch. Im selben Jahr wurde er zum Pastor der Nordelbischen Kirche ordiniert und trat seine erste Pfarrstelle in Hamburg-Reinbek an. Seit 2011 ist der Theologe Präsident des bundesweiten Evangelischen Kirchbautages.



Regelmäßig schreibt Claussen, der an der Uni Hamburg evangelische Theologie lehrt, für überregionale Medien wie "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Süddeutsche Zeitung" und "Spiegel". Zudem liegen von ihm zahlreiche Buchveröffentlichungen vor, darunter "Gottes Klänge. Eine Geschichte der Kirchenmusik" (2014) und "Gottes Häuser oder die Kunst, Kirchen zu bauen und zu verstehen. Vom frühen Christentum bis heute" (2010). Der passionierte Radfahrer ist verheiratet und hat drei Kinder.

Petra Bahr (50) war 2006 zur ersten Kulturbeauftragten des Rates der EKD berufen worden und baute in dieser Funktion das Kulturbüro in Berlin auf. Die Theologin prägte seither maßgeblich die kulturpolitische Präsenz der evangelischen Kirche. Anfang September 2014 übernahm sie die Leitung der Hauptabteilung Politik und Beratung der CDU-nahen Adenauer Stiftung.