Jesuiten-Flüchtlingsdienst kritisiert Asylpläne der Bundesregierung

Der Jesuiten-Flüchtlingsdienst hat die Asylpläne der Regierungskoalition als verfassungswidrig und weltfremd kritisiert.

Die Willkommenskultur wachse, doch die Regierung halte an einem rückwärtsgewandten Kurs fest, kritisierte der Direktor des Jesuiten-Flüchtlingsdienstes, Frido Pflüger, am Dienstag in Berlin. Die Koalition wolle auf dem Flüchtlingsgipfel am Donnerstag weitere Herkunftsländer als sicher erklären und Lebensmittelpakete wieder einführen.

Pflüger sagte, zu einem menschenwürdigen Leben gehöre mehr, als "nicht zu verhungern - da sind sich Bibel und Völkerrecht einig". Zudem forderte er die Bundesregierung auf, die internationale Hilfe für die Staaten aufzustocken, die weltweit die meisten Flüchtlinge aufnähmen.

Pflüger war mehrere Jahre als Regionalkoordinator des Flüchtlingsdienstes in Ostafrika tätig. Er sagte, es sei ein Irrglaube, "anzunehmen, dass Menschen für ein paar Euro mehr oder weniger aus Kriegsgebieten fliehen". Sie verließen ihre Heimat, weil sie es müssten.

Die Regierungskoalition plant, weitere Balkanstaaten als "sichere Herkunftsländer" einzustufen und Asyl-Leistungen einzuschränken. Asylverfahren sollen beschleunigt und abgelehnte Asylbewerber schneller in ihre Heimat zurückgeschickt werden. Hilfsorganisationen protestieren gegen die geplanten Änderungen im Asylrecht.