Lauterbach: Ärzte unter Flüchtlingen sollen Landsleute behandeln

Ärzte versorgen Flüchtlinge

Foto: dpa/Marijan Murat

Der pakistanische Flüchtling Muhamad (l) wird in einer ärztlichen Versorgungsstelle in Stuttgart vom Arzt Simon Reichenauer untersucht, während ein weiterer pakistanischer Flüchtling dolmetscht.

Der Gesundheitsexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, setzt sich dafür ein, aus dem Ausland geflohenen Ärzten die Behandlung ihrer Landsleute in Flüchtlingsheimen zu gestatten. Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, sagte: "Alles was die Menschen für sich selber tun können, sollten wir ermöglichen, und nicht durch bürokratische Hemmnisse verhindern."

Aufgrund der Sprachprobleme seien diese Ärzte oft besser in der Lage zu helfen als ihre deutschen Kollegen, sagte Lauterbach am Dienstag im "Morgenmagazin" der ARD. Bisher sei der Einsatz der Mediziner nicht erlaubt. Selbst mit einem guten Dolmetscher sei es für einen deutschen Arzt schwierig, Schwerkranke zu identifizieren, sagte Lauterbach. Gerade ernsthaft Erkrankte würden sich selten von sich aus melden.



Auch der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, forderte den unbürokratischen Einsatz von Flüchtlingen als Arbeitskräfte und nannte den Einsatz von syrischen Ärzten für ihre Landsleute als Beispiel. "Viele Kommunen sind derzeit auch personell überfordert, und deshalb kann es durchaus Sinn machen, auch andere Berufsgruppen, die man unter den Flüchtlingen findet, zu nutzen", sagte Landsberg der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Dienstagsausgabe). Das gelte zum Beispiel für handwerkliche Hilfskräfte, für Dolmetscher, für Psychologen und auch für Lehrer und Kindergärtner. "Alles was die Menschen für sich selber tun können, sollten wir ermöglichen, und nicht durch bürokratische Hemmnisse verhindern", sagte Landsberg.