Kanzelverbot für umstrittenen Bremer Pastor Latzel in Holzminden

Der Bremer Pastor Olaf Latzel (47) am 19.02.2015 in seiner Wohnung.

Foto: epd-bild/Alasdair Jardine

Der umstrittene Bremer Pastor Olaf Latzel darf nicht in einer evangelischen Kirche im niedersächsischen Holzminden predigen. Der Holzmindener Superintendent Ulrich Wöhler sagte am Dienstag als Begründung, dass Latzel grundsätzlich andere Positionen vertrete als die hannoversche Landeskirche.

Latzel hatte Anfang des Jahres mit einer Kanzelrede in Bremen für bundesweites Aufsehen gesorgt; dabei äußerte sich der streng konservative Pastor abfällig über den Glauben von Buddhisten, Muslimen und Katholiken. Latzel sollte am 26. September bei einer Evangelisationsveranstaltung der russlanddeutschen Brüdergemeinde in einer Kirche predigen, in der die Gemeinde seit Jahren Gastrecht genießt. Nachdem bekanntwurde, dass Latzel als Prediger eingeladen worden sei, habe der Kirchenvorstand seine Zusage für die Nutzung der Kirche zurückgezogen, sagte Wöhler. Die Veranstaltung soll nun in ein Festzelt verlegt werden.

Latzel habe Andersdenkende bereits öffentlich diskreditiert, sagte Wöhler. Er predige gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften, gegen die Frauenordination und gegen eine historisch-kritische Auslegung der Bibel. Außerdem lehne er gemeinsame Gottesdienste mit Juden und Muslimen ab. Der Theologe hatte unter anderem das islamische Zuckerfest als "Blödsinn" und Buddha als "dicken, fetten Herrn" bezeichnet; die Lehre in der katholischen Kirche bezeichnete er als "ganz großen Mist".

Die Bremer Staatsanwaltschaft hatte geprüft, ob die Kanzelrede vom Januar den Straftatbestand der Volksverhetzung oder der Beschimpfung einer Religionsgemeinschaft erfülle. Zwar habe Latzel zweifellos herabsetzend gepredigt, kommentierten die Juristen damals. Die Äußerungen sind nach Einschätzung der Behörde aber durch die grundgesetzlich zugesicherte Meinungs- und Religionsfreiheit gedeckt.

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