Reformierter Bund betont Reichtum des Alten Testamentes

In der aktuellen Debatte zur Stellung des Alten Testaments innerhalb von Kirche und Glaubenspraxis hat die Hauptversammlung des Reformierten Bundes sich gegen eine Abwertung des ATs positioniert.

Im Sinne einer substanziellen Einheit von Altem und Neuem Bund warnt der Beschluss der Hauptversammlung davor, die kanonische Geltung biblischer Texte einem nur vermeintlich fest umrissenen "christlichen Selbstbewusstsein" unterzuordnen. Stattdessen sei dieses "Selbstbewusstsein" immer wieder kritisch im Licht der ganzen Schrift zu betrachten.

Der Reichtum des ATs sei auch in den damit traditionell besonders vertrauten reformierten Kirchen noch lange nicht ausgeschöpft. Zudem gehe mit der Abwertung des ATs in der Regel auch eine Abwertung des Judentums einher, die immer wieder antijüdischen Interessen in die Hände gearbeitet habe. So fordere man insgesamt dazu auf, das Alte Testament im Angesicht Israels noch umfassender als bisher in Lehre und Predigt einzubeziehen.

Einige Teilnehmer der Hauptversammlung erwogen, dass man sich gar nicht zu der als abwegig angesehenen Debatte äußern solle. Dem hielt Theologin Margit Ernst-Habib entgegen, dass die Diskussion bereits – das sei über ihre beruflichen Kontakte in Sozialen Medien ersichtlich - universitäre Kreise in den USA erreicht habe und dort mit Interesse verfolgt würde.