Studie: Engagement für Flüchtlinge wächst stark an

In Deutschland engagieren sich laut Forschern immer mehr Menschen ehrenamtlich für Flüchtlinge.

Vereine und Initiativen hätten in diesen Bereich in den vergangen drei Jahren einen Zuwachs von durchschnittlich 70 Prozent verzeichnet, erklärten Serhat Karakayali vom Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung  und Olaf Kleist vom Refugee Studies Centre der Oxford-University am Freitag in Berlin. Sie präsentierten eine neue Studie zur ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit, die allerdings nicht repräsentativ ist.

Die Forscher hatten dazu im Herbst 2014 insgesamt 466 Ehrenamtliche und mehr als 70 Organisationen in einer Online-Umfrage zu ihrem Engagement, Motiven und Organisationsformen befragt. Statistisch gesehen ist demnach der typische Ehrenämtler in der Flüchtlingsarbeit weiblich, jung und gut gebildet. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Engagierten gab an, nicht religiös zu sein. Von den Freiwilligen mit Religionszugehörigkeit waren 52,3 Prozent evangelisch, 36 Prozent katholisch und 4,7 Prozent muslimisch.

Unterschiede gibt es laut Studie in der regionalen Verteilung des Engagements für Flüchtlinge. Demnach lebten die meisten Befragten in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Bayern. Gemessen an der Bevölkerungszahl sei eine "unterdurchschnittliche ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit im ländlichen Raum und ein überproportionales Engagement in Großstädten" zu verzeichnen, betonte Karakayali.

Europaweit betrachtet gebe es aber in keinem anderen Land ein so starkes Engagement für Flüchtlinge wie in Deutschland. "In Deutschland ist die ehrenamtliche Flüchtlingsarbeit schon eine Bewegung", sagte Kleist. Er begründete dies damit, dass Flüchtlingsarbeit bundesweit eine lange Tradition habe.