Angebote für Kinder und Jugendliche

Foto: iStockphoto

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Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Deshalb sind Bildung, Erziehung und Förderung ihrer Entwicklung wichtig. Die Diakonie unterhält vielfältige Angebote für Kinder und Jugendliche. Angefangen von Kindergärten, Tagesstätten und Mutter-Kind-Kuren bis hin zu Förderangeboten, Streetwork und Jugend-Sozialarbeit. Auch in der Bildung setzt sich die Diakonie für Chancengleichheit ein. Denn jedes Kind soll sich entfalten können, entsprechend seinen Begabungen und Möglichkeiten.

Tageseinrichtungen für Kinder

Kinder brauchen Tageseinrichtungen als Lern- und Erfahrungsraum. Eltern brauchen sie, um einerseits Familien- und Erwerbsarbeit zu vereinbaren und andererseits Unterstützung bei der Betreuung, Erziehung und Bildung ihrer Kinder zu erhalten. Zurzeit bieten die Evangelischen Kirchengemeinden und Diakonievereine rund 30 Prozent aller Plätze an Tageseinrichtungen für Kinder an. Etwa 500.000 Kinder besuchen gegenwärtig die rund 9.000 Tageseinrichtungen für Kinder mit fast 62.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Nirgendwo im Leben der Kirchengemeinden zeigt sich stärker die Vielfalt von Lebensstilen, Werten und Kulturen in unserer Gesellschaft als in den Tageseinrichtungen. Kinder und Familien mit ganz unterschiedlicher Herkunft und Prägung haben dort die Möglichkeit sich zu begegnen, anstatt sich gegenseitig auszugrenzen.

Feste feiern in Ein-Eltern-Familien

Gründe für ein Fest gibt es viele: Feiertage, Geburtstage, Schulabschlüsse. Aber wie kann ein Fest nach Trennung und Scheidung gestaltet werden? Gerade bei Festen werden dann Brüche sichtbar und ein Scheitern deutlich erkennbar. Die agae - Arbeitsgemeinschaft für allein erziehende Mütter und Väter im Diakonischen Werk der EKD - will mit einer Broschüre anregen, sich rechtzeitig darüber Gedanken zu machen, wie es gelingen kann, dass das Fest zum Fest wird. Die Broschüre richtet sich in erster Linie an allein Erziehende selbst, aber auch an Menschen in ihrem Umfeld (zum Beispiel Verwandte, Freunde, Kindergarten, Schule oder Kirchengemeinde). Die Broschüre "Feste feiern" gibt es hier zum Download.

Kinderarmut erkennen - wirksam handeln

Etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben heute auf Sozialhilfeniveau. Nach Schätzungen leiden in Deutschland mindestens 50.000 Kinder unter Armut. Nach oben hin schwanken die Zahlen zwischen 250.000 und 500.000. Eine der möglichen Auswirkungen von Armut ist erhebliche Vernachlässigung: Kinder und Jugendliche in Armut erhalten keine zuverlässige, stabile und berechenbare soziale Versorgung, die ihnen Unterstützung und Anregung für ihre persönliche Entwicklung gewährt.

Deshalb will die derzeitige Bundesregierung im Rahmen eines Projekts mit sogenannten "Frühwarnsystemen" gezielter gegen die Verwahrlosung und Misshandlung von Kindern vorgehen. Neben der Politik sind auch die Institutionen gefragt. Gerade Kindertageseinrichtungen haben die Chance, frühzeitige und vor allem präventiv ausgerichtete Kompensationsmaßnahmen, Hilfestellungen und Unterstützungsangebote für die betroffenen Kinder und deren Familien zu entwickeln und umzusetzen. Das bedeutet für evangelische Kindertageseinrichtungen, dass sie sich wie Kirche und Diakonie als Anwälte der Kinder bewähren müssen.

Aufgaben des Referates "Tageseinrichtungen für Kinder"

Die Wahrnehmung der Aufgaben geschieht in Kooperation mit der Geschäftsstelle der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. (BETA). Der Fachverband im Diakonischen Werk schließt die Landesverbände bzw. Ämter, Abteilungen, Referate und Arbeitsgemeinschaften Kindertageseinrichtungen in den Diakonischen Werken und Landeskirchen zusammen. Aufgaben sind die Beratung und Unterstützung der Mitglieder und die Gestaltung sozial- und jugendpolitischer Leitsätze und Regelungen. Gemeinsame Aufgabe von Referat und Geschäftsstelle ist, sozial- und jugendhilfepolitische Herausforderungen aufzugreifen sowie aus christlicher Verantwortung das Wohl der Kinder und ihrer Familien in allen evangelischen Einrichtungen zu fördern.

Dazu werden Stellungnahmen zu Gesetzesentwürfen abgegeben, die Erziehungs- und Bildungsfragen betreffen. Weiter werden bundesweite Modellprojekte zu aktuellen sozialpädagogisch-konzeptionellen Fragestellungen durchgeführt und jugendhilfepolitische Fachtagungen veranstaltet.

Jugendsozialarbeit

Die Jugendsozialarbeit der Diakonie und die Evangelische Jugendarbeit haben sich bundesweit zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um Lobbyarbeit für junge Menschen zu betreiben, die sozial benachteiligt sind. Zu ihren Aufgaben gehört weiter die politische Interessenvertretung für ihre Mitglieder und die Fortbildung von sowie Fachtagungen für Mitarbeitende. Jugendsozialarbeit hat das Ziel, junge Menschen an ein selbstbestimmtes und selbstständiges Leben heran zu führen. Dazu sollen die Persönlichkeit junger Menschen entwickelt und stabilisiert und sie in die Arbeitswelt und die Gesellschaft integriert werden. Die Website der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelischer Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) bietet weiterführende Informationen.

"Qualitätsoffensive Kita"

Eine aktuelle Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, des Diakonischen Werkes der EKD und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft belegt, dass die Personalausstattung in Kindertageseinrichtungen völlig unzureichend ist. In deutschen Kitas gibt es zu wenig Personal, um die in den Bildungsplänen formulierten Ziele umzusetzen. So lautet das Ergebnis der am 07. Mai 2009 in Berlin vorgestellten Studie.

Gemeinsam warnen die Verbände vor einem Bildungs- und Erziehernotstand und fordern Bund, Länder und Kommunen zu einer gemeinsamen „Qualitätsoffensive in den Kitas“ auf. Auch die Fragen der Qualifizierung und Bezahlung pädagogischer Fachkräfte dürften nicht länger ausgeklammert werden. Befürchtet wird, dass die Bereitschaft, sich für den Erzieherinnenberuf zu entscheiden, ohne Veränderung des Fachkraft-Kind-Schlüssels in den Kindertageseinrichtungen drastisch sinken wird und ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften entsteht. Damit wäre das Ziel, gleiche und gerechte Bildungschancen für alle Kinder so früh wie möglich zu sichern, hochgradig gefährdet. Die vollständige Studie „Wissenschaftliche Parameter zur Bestimmung der Fachkraft-Kind-Relation gibt es hier zum Download.