Beerdigung – Schritt für Schritt Abschied nehmen

Foto: Michael Ondruch/chrismon

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Wie viele Farben hat der Abschied? Nur Schwarz und Grau? Abschiednehmen, das sieht wohl für jeden und jede anders aus. Die Beerdigung ist dabei vielleicht der schwierigste und dunkelste Schritt, aber zugleich ein sehr bedeutsamer. Das Beerdigungsritual hilft Angehörigen und Freunden, mit der Trauer um den Toten und dem Tod umzugehen, der nun auch Teil ihres eigenen Lebens geworden ist.

Der Beerdigung geht in der Regel ein Trauergespräch voraus. Meistens kommt der Pfarrer oder die Pfarrerin ins Haus, um mit den Hinterbliebenen im geschützten Rahmen zu sprechen. Oft ist das der erste Kontakt, bei dem es nach dem Schock und der Aufgabenfülle, die die Stunden nach der Todesnachricht prägen, um das Ergehen der Hinterbliebenen geht. Hier finden Trauer, Erinnerung und persönliche Fragen Platz. Im Rahmen dieses Gesprächs kann ebenfalls vereinbart werden, wie die Beerdigungsfeier gestaltet werden soll.

Brücke vom Tod zum Leben

Zur Trauerfeier versammeln sich Angehörige, Freunde, Bekannte und andere Gemeindeglieder, um mit dem Verstorbenen oder der Verstorbenen den letzten Weg gemeinsam zu gehen - in der Aussegnungshalle, in der Kirche und am Grab. Hier können sie Schritt um Schritt versuchen, Abschied zu nehmen. Die alten Rituale sind dabei tragend. Lieder und Gebete helfen, Worte zu finden. Das Leben des oder der Verstorbenen kommt in der Traueransprache noch einmal zur Sprache. Im Mittelpunkt der Trauerfeier steht die Ansprache über ein Bibelwort, vielleicht eines, das dem oder der Verstorbenen wichtig war. Eine Brücke vom Tod zum Leben kann die christliche Hoffnung schlagen, dass Gott auch den Toten nahe ist und dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Am Ende des Weges kann die Hoffnung auf Leben stehen.