Segen – Möge die Straße uns zusammenführen...

Foto: José Luis Gutiérrez/iStockphoto

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Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein, sanft falle Regen auf deine Felder und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein. So beginnt ein bekannter und beliebter irischer Reisesegen. Aber was ist ein Segen eigentlich, und was bedeutet es, jemanden zu segnen?

Wenn ein Gremium einen Entwurf absegnet, klingt das abfällig nach uninteressiertem Abnicken. Wenn jemand mit Heißhunger Pommes frites verschlingt, redet man gern flapsig vom gesegneten Appetit. Das Wort "Segen" ist bei vielen im aktiven Wortschatz. Hier geht es um die ursprüngliche Bedeutung: Segen ist Gottes Geleit auf dem Lebensweg. Segen ist Gottes Zuneigung.

Den Segen sprechen Menschen anderen Menschen zu - und damit nicht nur Amtsträgerinnen und Amtsträger. Nicht nur Menschen werden gesegnet, sondern auch andere Lebensträger wie Tiere oder Nahrungsmittel. Gegenstände jedoch, seien es Autos oder Altäre, segnet Gott nach evangelischem Verständnis nicht. Menschen sprechen den Segen kollektiv zu - etwa am Ende des Gottesdienstes. Sie können ihn auch individuell zusprechen - zum Beispiel bei Taufe und Konfirmation, Trauung und Ordination. Beliebt sind auch der Reisesegen, der Segen zum Schulbeginn oder zum Jubiläum.

Weil Gott entscheidet, worauf Segen liegt, funktioniert das Segnen bei den Menschen nicht automatisch. Menschen, die segnen, sind sogesehen „Handlanger“, wie eine Pfarrerin einmal predigte. Denn: Segen geht von Gott selbst aus. Den Menschen bleibt: Sie sind eingeladen, Segen zu empfangen und Segen weiterzugeben.

Mit Handauflegung oder ohne, laut gesprochen oder aufgeschrieben - Segen geben Menschen auf vielerlei Weise weiter. Segen - er kann auch einfach still, aber tief im Herzen empfunden zugesprochen werden. Mal  laut, mal leise, mit Geste oder ohne. Entscheidend ist: Wer segnet, gibt die oder den Gesegneten in Gottes Hand, anempfiehlt sie oder ihn seiner Zuneigung.

Segenssprüche

Einer der bekanntesten Segenssprüche und einer, der auch in der Liturgie seinen festen Platz hat, kommt direkt aus der Bibel. Im 4. Buch Mose (6, 24-26) steht: „Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“

Aber darüber hinaus gibt es noch viele andere Segenssprüche. Es spricht auch nichts dagegen, einen eigenen Segen zu erfinden, wenn man keinen passenden findet. Denn die Form ist nicht entscheidend, wenn man anderen Gottes Segen wünscht: Entscheidend ist die Ehrlichkeit des eigenen Wunsches. Beispiele für Segensprüche findet man beispielsweise auf der privaten Homepage Amen Online.