Die Bibel – Wort Gottes durch die Jahrtausende

Foto: Anneke Schram/iStockphoto

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Sie wurde verfilmt, vertont, verhunzt, verlesen, vergessen und fern von finsteren Fluren vielfach vollkommen vorgelesen: Die Bibel. Wenige andere Schriften haben so viel Geschichte, wenige so alte Schriften wurden so sorgsam und vielfach überliefert. Ohne die Bibel wäre der Buchdruck kaum so schnell zur Zukunftstechnologie des 15. Jahrhunderts geworden.

Was ist die Bibel?

Die Bibel ist Grund und Quelle des christlichen Glaubens, und zwar in allen christlichen Kirchen. Die Heilige Schrift besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Sie enthält von der Schöpfungsgeschichte bis zur Apokalypse des Johannes alle Geschichten, Gleichnisse, Prophezeiungen, Briefe, Berichte, Anweisungen, Psalmen, Gebete, Gebote und Erzählungen, die den christlichen Glauben in seiner Gesamtheit darstellen. Seit dem 1. Jahrhundert nach Christus stehen die Texte fest, die vor allem über hebräische und griechische, erst später auch in lateinischen Handschriften überliefert wurden.

Welche Bibel ist die richtige?

Es gibt mehr als 30 Bibelübersetzungen ins Deutsche, aber für die evangelische Kirche ist vor allem eine maßgeblich: Die Lutherbibel. Mit der Übersetzung der Bibel aus den biblischen Ursprachen Hebräisch und Griechisch hat der Reformator Martin Luther um 1530 die Textfassung geschrieben, die heute in der EKD immer noch verwendet wird (allerdings in der revidierten Fassung von 1984, denn Luthers damalige Sprache musste dann doch etwas modernisiert werden).

Eigentlich umfasst die Bibel eine ganze Bibliothek. Wie alt sind die Schriften und wer hat sie verfasst? Wissenswertes zum Buch der Bücher in Gebärdensprache.

Wenn gemeinsam mit Katholiken gefeiert werden soll, kann der Text der Einheitsübersetzung gelesen werden. Sie stammt aus katholischer Feder, ist aber unter der Mitarbeit von evangelischen Fachleuten entstanden. Die Einheitsübersetzung ist der Text, der in der katholischen Kirche in Deutschland als Standard eingesetzt wird.

Dann gibt es unter den bekanntesten Übersetzungen noch die so genannte „Gute-Nachricht-Bibel“, die komplett ökumenisch erarbeitet wurde. Sie zielt nicht darauf ab, den Originaltext so wortgetreu wie möglich wiederzugeben, sondern beim Leser und Hörer heute die gleiche informative und emotionale Wirkung zu erzielen, wie es der Text damals bei seinen Hörern tat. Sie gibt den Sinn so verständlich wie möglich wieder.

Der Rat der EKD hat im Juni 2001 noch einmal klar Stellung bezogen, dass die Luther-Übersetzung von 1984 der Bibeltext der evangelischen Kirche in Deutschland ist. Den Text dazu gibt es auf der EKD-Homepage.

Wo finde ich die Bibel?

Im Buchladen natürlich! Aber wer nur einzelne Passagen sucht, ist auch im Internet gut aufgehoben. Zum Beispiel auf die-bibel.de, der Seite der Deutschen Bibelgesellschaft, die verschiedene Fassungen des gesamten Bibeltextes zum Lesen im Internet anbietet, viele Informationen dazu bereitstellt und praktische Hinweise zur Lektüre gibt. Ebenfalls speziell für das Lesen am Bildschirm und die jüngere Leserschaft ist basisbibel.de gemacht, wo sich die Leser sogar selbst an der Übersetzung beteiligen können. Eine offene Bibelübersetzung, die in unterschiedlichen Medien und ohne lizenzrechtliche Probleme nutzbar sein soll, wird auf dem Portal offene-bibel.de erarbeitet. Wer die nötigen Hebräisch-/Aramäisch-/ oder Griechischkenntnisse mitbringt ist eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen. Den gesamten Text in vielen Sprachen gibt es bereits auf bibleserver.com. Und wer es gerne etwas kompakter hätte, kann sich natürlich durch die Bibel in Twitter-Form klicken. Der in der von evangelisch.de initiierten Twitter-Aktion entstandene Text bietet die Gute Nachricht in Tausenden von Kurznachrichten - und damit sprachlich ganz neue Erlebnisse mit den alten Geschichten.