Konflikt um Bremer Pastor Latzel erreicht den Landtag

Die Bürgerschafts-Fraktion der Linken legte eine Entschließung "gegen Hasspredigten und Diskriminierung von der Kanzel" vor, die die Parlamentarier in der kommenden Woche behandeln sollen.

Darin heißt es, die Bremische Bürgerschaft distanziere sich von allen Versuchen, unter dem Deckmantel von Predigt und Schriftauslegung Hass gegen Anders- und Nichtgläubige zu verbreiten.

Der konservative Pastor Latzel hatte in einem Gottesdienst am 18. Januar das islamische Zuckerfest als "Blödsinn" und Buddha als "dicken, fetten Herrn" bezeichnet. Zudem sprach er vom katholischen "Reliquiendreck", die katholische Lehre sei "großer Mist". Für einige dieser Formulierungen hat sich der 47-jährige Pastor zwischenzeitlich entschuldigt, betonte aber gleichzeitig, er habe ausschließlich gegen Religionsvermischung gepredigt.

Die Leitung der Bremischen Evangelischen Kirche hat sich mehrfach von Latzels Beschimpfungen distanziert und entschuldigt. In ihrem Antrag begrüßen die Linken die Distanzierung der Kirchenleitung "gegen die aufwiegelnde und herabwürdigende Predigt". Die Äußerungen dürften nicht ohne Konsequenzen bleiben. Die Kirche will aber kein Disziplinarverfahren einleiten. Das gilt für den Fall, dass eine noch laufende Prüfung der Predigt durch die Staatsanwaltschaft keine strafrechtlichen Verfehlungen ergibt.

Latzel machte in der Vergangenheit schon mehrfach Schlagzeilen. 2008 untersagte er in Bremen einer Kollegin, eine Trauerfeier zu leiten, weil Frauen dies aus biblischer Sicht nicht dürften. Vor Kindern bezeichnete der evangelikale Theologe Abtreibung als Mord.