Frankfurter Ebola-Patient geheilt

Frankfurter Ebola-Patient geheilt
Erneut ein medizinischer Erfolg gegen Ebola in Deutschland: Nach der Heilung eines Infizierten in Hamburg ist auch in Frankfurt ein Patient gerettet worden. Über Wochen hatten Dutzende Ärzte und Pfleger um das Leben des Arztes aus Uganda gekämpft.

Der in Frankfurt am Main behandelte Ebola-Patient aus Afrika ist geheilt. Der aus Uganda stammende Arzt "ist über dem Berg", sagte am Mittwoch der behandelnde Oberarzt der Universitätsklinik, Timo Wolf. Das Virus sei nicht mehr nachzuweisen. "Dies ist ein großer Erfolg der Medizin", kommentierte der Ärztliche Direktor, Jürgen Schölmerich. Die erfolgreiche Behandlung der Virusinfektion in Frankfurt habe bewiesen, dass Ebola keine unheilbare Krankheit sei, sagte der Direktor des Instituts für Medizinische Virologie, Oliver T. Keppler.

Der Mitarbeiter einer italienischen Hilfsorganisation hatte sich im westafrikanischen Sierra Leone im Dienst infiziert. Am 3. Oktober wurde er nach Frankfurt geflogen und in der Uni-Klinik gebracht.

Der Patient bewegt sich nach den Worten von Wolf inzwischen selbstständig in seinem Zimmer und hat keine Schmerzen mehr. Er werde bis zur vollständigen Wiederherstellung noch einige Zeit auf der Station behalten. "Wir haben täglich um ihn gekämpft", schilderte Wolf. Zwischenzeitlich hätten die Lunge und die Niere versagt, und der Patient habe künstlich beatmet und an die Dialyse angeschlossen werden müssen. "Die Ärzte haben einen Menschen kurz vor dem Tod ins Leben zurückgeholt", lobte der Direktor der Klinik für Anästhesiologie, Kai Zacharowski.

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Die Ärzte und Pflegekräfte mussten Schutzanzüge, Helme und Handschuhe bei der Arbeit tragen. So ausstaffiert habe der behandelnde Arzt einen halben Meter entfernt vom Patienten stehend einen Schlauch in die Luftröhre einführen müssen, schilderte Zacharowski. Die Ärzte hätten auch Medikamente eingesetzt, die eigentlich gegen andere Erkrankungen vorgesehen seien, ergänzte Wolf. "In einem Fall haben wir ein nicht zugelassenes Medikament verwendet." Nach der erfolgreichen Behandlung sei der Patient nun gegen Ebola immun.

In Deutschland wurden bisher drei Ebola-Patienten, die sich in Afrika infiziert hatten, behandelt. Neben dem Patienten in Frankfurt wurde von Ende August bis Anfang Oktober im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ein UN-Mitarbeiter mit einer ebenfalls in Sierra Leone zugezogenen Infektion behandelt. Er konnte geheilt entlassen werden. Ab dem 9. Oktober wurde ein UN-Mitarbeiter, der sich in Liberia infiziert hatte, im Behandlungszentrum Leipzig versorgt. Der Kranke starb vier Tage später.

Im Frankfurter Fall behandelten täglich sechs Ärzte und neun Pflegekräfte in Schutzanzügen den Infizierten in der durch Unterdruck gesicherten Sonderisolierstation. Die Pflegekräfte absolvierten Zwölf-Stunden-Schichten, davon acht Stunden im Schutzanzug, die Ärzte Vier-Stunden-Schichten im Schutzanzug. Insgesamt waren 30 Ärzte und 60 Pfleger in der Station beteiligt, darüber hinaus brachten Experten aus anderen Krankenhäusern ihren Rat ein. Die Kosten der Behandlung in Höhe von mehr als einer Million Euro trage die Versicherung der Hilfsorganisation, sagte Schölmerich.

Der Patient, seine Frau und seine vier Kinder hätten allen für ihre Hilfe gedankt, berichtete Wolf. Der Patient werde voraussichtlich keine Folgeschäden von der schweren Krankheit davontragen. Nach seiner Entlassung in vielleicht zwei Wochen werde die Sonderisolierstation zwei bis drei Wochen lang dekontaminiert. Sollte es nötig sein, könne die Universitätsklinik Frankfurt aber einen neuen Patienten innerhalb weniger Stunden aufnehmen.

Die Weltgesundheitsorganisation hat seit dem Ausbruch der gegenwärtigen Ebola-Epidemie im vergangenen März in Guinea zum Stand 31. Oktober 13.567 Ebola-Kranke in sechs Ländern registriert, von denen bereits 4.951 gestorben sind. Der Großteil der Infektionen konzentriert sich auf die westafrikanischen Länder Guinea, Liberia und Sierra Leone.