Kirchen in Westafrika reagieren auf Ebola: Messe ohne Friedensgeste

Foto: dpa/Ahmed Jallanzo
Kirchen in Westafrika reagieren auf Ebola: Messe ohne Friedensgeste
Die Kirchen in Westafrika reagieren auf die Ebola-Epidemie. So sollen sich Katholiken in Nigeria wegen der Ansteckungsgefahr im Gottesdienst nicht mehr die Hand geben, wie die Online-Zeitung "Premium-Times" berichtete.

Der Erzbischof der Zehn-Millionen-Stadt Lagos, Adewale Martins, wies die Pfarrer an, bis auf weiteres auf dieses Friedensritual bei der Messe zu verzichten. In Nigeria starben nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation bisher zwei Menschen an Ebola, darunter ein Fluggast, der aus Liberia kam. Insgesamt wurden 13 Infektionen in Nigeria bekannt.

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Der Erzbischof empfahl zudem, die Weihwasserbecken am Kircheneingang zu entfernen, um keine Übertragung des tödlichen Virus zu riskieren. Priestern riet er auch zu besonderer Vorsicht bei Krankenbesuchen in den Familien und in Krankenhäusern. Nach der Segnung der Kranken sollten sie sich die Hände desinfizieren. Zudem sollten die Kirchenmitglieder, die das Geld in den Kollekten zählen, Handschuhe tragen. Nigeria ist mit rund 174 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

In Sierra Leone, das mit mehr als 700 Ebola-Erkrankungen am schwersten von der Epidemie getroffen wurde, riefen die Kirchen zu inständigen Gebeten auf, manche auch zum Fasten. Man höre auch flammende Aufrufe zur Bereuung der Sünden und zur Buße, berichtete die Generalsekretärin des nationalen Kirchenrats, Ebun James-DeKam, die 20 protestantische Kirchen repräsentiert. Auch kursiere der Mythos, dass Ebola eine Strafe Gottes für Korruption und Unmoral sei. Dennoch bemühten sich die meisten Kirchen- und Muslim-Führer darum, die Gläubigen über Ebola und die richtigen Schutzmaßnahmen aufzuklären.