Bürgerbegehren gegen Garnisonkirche erfolgreich

Garnisonkirche

Foto: epd-bild/Rolf Zöllner

Der Schatten des Bogens der Grundsteinlegung zum Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonskirche, dahinter eine provisorische Kapelle mit Ausstellung

Die Stadt Potsdam wird über die Auflösung der Stiftung zum Wiederaufbau der Garnisonkirche entscheiden. Die Bürgerinitiative gegen den Kirchenbau erwartet, dass die Stadt die Stiftung nicht auflöst, und strebt einen Bürgerentscheid bei der nächsten Landtagswahl an.

Das Bürgerbegehren gegen den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche war erfolgreich. Nach Erreichen der notwendigen Zahl von Unterstützer-Unterschriften wird sich am 30. Juli die Stadtverordnetenversammlung mit der Forderung befassen, die Stiftung für den Wiederaufbau der Kirche aufzulösen, wie die Stadt Potsdam am Montag mitteilte. Die Bürgerinitiative "Potsdam ohne Garnisonkirche" erwartet eine Ablehnung ihrer Initiative durch das Parlament und dringt auf einen nachfolgenden Bürgerentscheid zeitgleich mit der brandenburgischen Landtagswahl am 14. September.

Das Bauvorhaben steht unter anderem in der Kritik, weil die 1945 zerstörte und 1968 abgerissene Garnisonkirche als Symbol des preußischen Militärs gilt und 1933 von den Nationalsozialisten zur Inszenierung der Reichstagseröffnung genutzt wurde. Befürworter argumentieren unter anderem mit der städtebaulichen Bedeutung der Kirche und einer Wiedergutmachung für den Abriss der Ruine in der DDR.

Die Zahl der erforderlichen gültigen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sei deutlich übertroffen worden, teilte die Stadtverwaltung mit. Nach Angaben von Stadtwahlleiter Matthias Förster wurden 14.285 gültige Unterschriften eingereicht, nötig waren 13.326. Von den mehr als 16.000 gesammelten Unterschriften waren 1.754 ungültig. Für einen erfolgreichen Bürgerentscheid wären mindestens rund 33.500 Stimmen notwendig.