Gemeindeforum

Trauerbewältigung

zurück
6 replies [Letzter Beitrag]
kermita
Eingetreten: 23.06.2010

 Hallo Leute, Ich bin ganz neu in diesem Forum. Weiß auch gar nicht richtig damit umzugehen. Weiß nur, seit dem Tod meines Ehemannes (19.2.2010) es war auch unser 13ter Hochzeitstag, komme ich nicht mehr richtig auf die Beine. Keine Energien mehr und kaum Lust aus dem Haus zu gehen. Lediglich mein Hund nötigt mich dazu, was ich natürlich auch tue. Frage ich mal Leute, bekomme ich zur Antwort, es dauert über 1 Jahr u über den Verlust, wenn überhaupt, zu verkraften oder darüber hinweg zu kommen. Am liebsten wüde ich ihm folgen, aber so etwas kommt für mich nicht in frage, also kämpfe ich weiter. Habe zwar hier eine Seelsorge vor Ort, wo ich auch hingehe, aber die hilft nur für ein paar Stunden, dann ist alles wieder nur schwarz und grau und öde. Leider kaum Freunde in diesem Ort wo ich lebe. Deshalb kam mir die Idee mich mal im Internet rum zuhören. 

KERMITA

Miri
Eingetreten: 04.11.2009
Hallo, alles hat seine Zeit

Hallo,

alles hat seine Zeit und für mich waren die letzten zweieinhalb Jahre vor allem auch eine schmerzhafte Lektion darin, genau *das* zu tun, was allein für *mich* richtig ist, ohne darauf zu achten, ob jemand jetzt wohl schlecht über mich denkt, ob irgendwas "komisch" aussieht oder was ich sonst noch so für absurde Gedanken habe.

Wein, wenn Dir nach Weinen ist; egal, ob Du grad mit Deinem Chor im Weihnachtsgottesdienst vorne stehst und singst. Lach, wenn das Lachen aus Dir herausspringt. Egal, ob jemand denkt, wie kann man sich als Witwe nur so aufführen.

Mir hilft es, in schwierigen Phasen sehr konkret zu gucken, was jetzt richtig ist und wie ich diese Phase aktiv gestalten will. Das ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich gewesen, weil meine Bedürfnisse unterschiedlich waren. Mein derzeit größtes "Projekt in Planung" wird unser 5. Hochzeitstag im Juli sein. Von einem Teil unserer Freunde haben wir zu unserer Hochzeit ein Geschenk bekommen, das wir erst am 5. Hochzeitstag auspacken sollten. Ich möchte unseren Hochzeitstag deshalb gerne mit diesen Freunden verbringen und mit ihnen gemeinsam das Geschenk auspacken. Leider wird der Tag auf einen DO fallen, was die Anreise von Berufstätigen teilweise etwas erschwert. Ich möchte deshalb gern an dem DO abends in oder bei unserer Hochzeitskirche eine Andacht feiern mit denjenigen, die vor Ort sein können. Am darauffolgenden SA möchte ich gerne richtig "krachend" feiern mit allen, die dann da sein können, weil es mich nach wie vor glücklich und dankbar macht, mich daran zu erinnern, dass ich mit einer langen und schönen Beziehung gesegnet wurde und ich finde, das muss man bei aller Traurigkeit auch wirklich angemessen würdigen. Ich bin sicher, dass mein Mann im Himmel sitzt und uns fröhlich zuprosten wird und dass er mich liebt und dass er stolz auf mich ist.

Und trotzdem steht mir dieser Hochzeitstag enorm bevor und ich muß schon beim Schreiben dieses Beitrags weinen.

Liebe Grüße,
Miri

Gast (nicht überprüft)
Trauer

Moin,Moin,
mein Mann ist erst am 26.07.2010 verstorben und ich glaube ich habe den Boden unter den Füssen verloren .Ein großer Teil von mir selbst wurde von mir weggerissen und ich konnte nichts dagegen tun.Manchmal möchte ich so tun, als ob nichts geschehen ist und er immernoch bei mir ist,aber dies gelingt mir nicht lange.Ich ziehe mir dann ein Pullover von ihm an und fühle so,dass er nicht ganz weg ist.Der Schmerz schnürt mir manchmal die Kehle zu und auch wenn ich versuche mich abzulenken,hilft dies nicht lange.Ich versuche die Trauer zu zulassen,habe aber das Gefühl es bringt mich fast "um".Ehrlich gesagt möchte ich niemand so richtig an mich lassen
und ich weiss,dass es hierfür kein "Patentrezept"gibt,auch die Zeit zum Trauern kann niemand bestimmen.

Petra.

Gast (nicht überprüft)
Trauer

Meine liebe Petra,
mein Mann ist am 22.07.2010 plötzlich verstoben. Aus Verzweiflung habe ich heute abend mal im Internet "geblättert". Als ich Deine Zeilen las dachte ich meine eigenen Gefühle zu lesen. Ich sehne mich jeden Tag mehr nach meinem Mann und weiß nicht wie alles weiter gehen soll. Ich denke aber dass diese Gefühle sich etwas ändern werden und hoffe sehr dass wir eines Tages dieses berühmte Lichtlein am Ende des Tunnels sehen werden. Gib nicht auf sondern kämpfe - ich werde auch tun.
Ich wünsche Dir von Herzen viel viel Kraft
Renate

Prekel
Eingetreten: 21.11.2009
Hallo Kermita, mein Mann ist

Hallo Kermita, mein Mann ist am 5.7.09 verstorben. Ich habe zwar jetzt das "Trauerjahr " rum,aber gerade in der Urlaubszeit und am ersten Jahrestag war es sehr schwer. Im Moment hänge ich wieder tief im Trauerloch, es ist nicht einfach, ein eigenes "neues " Leben aufzubauen. Einen Weg habe ich auch noch nicht gefunden, vielleicht können wir auch gemeinsam suchen ?

Lieben Gruß Heike

Carmen
Eingetreten: 29.09.2009
Ich höre zu

Hallo Kermita,

ich habe Deinen Beitrag gelesen. Magst Du schreiben, was Dich momenten beschäftigt?

Herzliche Grüße
Carmen

Gast (nicht überprüft)
Trauerzeit

Trauer braucht seine Zeit. Mein Mann ist jetzt 21 Monate tot. Im ersten Jahr war es für mich sehr schlimm. Jetzt habe ich mich gefangen, aber ab und zu kommt die Traurigkeit zurück. Ich bin ein gläubiger Mensch und weiß, wo mein Mann ist. Das tröstet mich.

© 2009 - 2012 evangelisch.de  |  Tel: 069 58 098 - 189  |  Fax: 069 58 098 - 418  |  Kontakt  |  Impressum  |  Presse  |  Datenschutz  |  AGB