War Luther ein bibeltreuer Christ?

avatar - -Aaron-

Quer durch viele Kreise zieht sich eine Auseinandersetzung über den sogenannten "Fundamentalismus", über "bibeltreue Christen" vereinfacht auch oft  "die Frommen" genannt.

Wie stand Luther zu diesen Fragen nach der Bedeutung der Bibel für den Glauben,  was hielt er von Frömmigkeit, wäre er nach heutigen Maßstäben als Fundamentalist einzustufen?

Viele Fragen; wer gibt aussagekräftige Antworten auf diese Fragen?

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Kommentare

Luther und Fundamentalismus

Achtung, hier gibt es jetzt die Gefahr, Begriffe zu verwechseln und falsch anzuwenden.

Den Begriff Fundamentalismus habe ich hier einmal versucht, zu charakterisieren. Fundamentalismus ist eine Erscheinung der Moderne, also der von Wissenschaft, Industrialisierung, der Vorstellung von "Machbarkeit" geprägten Gesellschaft, in der der Glaube mehr und mehr an Boden verliert. Der Begriff  taucht als Selbstbezeichnung eines Flügels der Evangelikalen zum Beginn des 20. Jh. in den USA auf. Auf die Zeit Luthers, also den frühesten Beginn der Neuzeit, ist das so nicht anwendbar, auch wenn seine Zeit ebenfalls von Umbrüchen und Ängsten gekennzeichnet war. Vor allem fehlt Luther der für Fundamentalisten typische Dualismus zwischen Gut und Böse. Natürlich war Christus für Luther uneingeschränkt gut und er führte das Böse in der Welt - wie die heutigen Fundamentalisten - auf den Satan zurück. Aber der Unterschied besteht bei Luther darin, dass der Mensch in der Welt, in der Gut und Böse miteinander ringen, in diesen Zwiespalt existentiell verwickelt ist. Der Christ ist gleichzeitig erlöst und Sünder. Er sitzt für Luther nie im Sessel und sagt: "Sünder sind nur die anderen, die da draußen."

Zweifellos war Luther, wie eigentlich alle seine Zeitgenossen, fromm. Frömmigkeit meint die individuelle Religionsausübung, also regelmäßiges persönliches und gemeinschaftliches Gebet, die Mitfeier von Gottesdiensten, das Beachten des liturgischen Kalenders bzw. des vom Glauben geprägten Jahresrhytmus. Und zwar aus einer tiefen Überzeugung heraus, sonst wäre es Frömmelei.

Luther hat nicht nur selbst viel gebetet ("Ich habe so viel zu tun, dass ich erst einmal eine Stunde beten muss!"), er hat seine Zeitgenossen zur Frömmigkeit angeleitet, sein Wirken hat den Gottesdienst bis heute geprägt. Also war er fromm. Mit Fundamentalismus hat das nichts zu tun. Natürlich sind auch Fundamentalisten fromm, aber man darf das nicht gleichsetzten.

Und jeder weiß, welche Bedeutung die Bibel für Luther hatte: persönlich und in seinem reformatorischen Werk. In diesem Sinne war er bibeltreu: sola scriptura! Aber um im Biblizismus zu unterstellen, hätte man seine Einstellung zur historisch kritischen Methode und zu bestimmten Naturwissenschaften kennen müssen. Das gab es damals aber alles noch nicht. Man könnte lediglich die Ablehnung eines Humanismus nach der Prägung Erasmus' ins Feld führen, aber das fände ich dann doch etwas weit hergeholt. Deswegen greift eine soche Klassifizierung für Luther nicht.

Gruß, Ismael

 

Hallo Ismael Aus deinem

Hallo Ismael

Aus deinem Kommentar lese ich heraus, dass von den im Eingangstext eingeführten Begriffen der Begriff Fundamentalismus am problematischsten ist. Ursprünglich bezeichnet der Begriff lediglich eine theologische Richtung.

Das hat dann zunächst mal mit Intoleranz oder ähnlichem nichts zu tun. Dass möglicherweise Vertreter dieser theologischen Richtung zu Intoleranz neigen, ist ja ein Phänomen das mit dem Fundamentalismus als theologische Richtung nicht gleichzusetzen ist. 

Im Alltagsgebrauch hat der Begriff Fundamentalismus allerdings mit der ursprünglichen theologischen Bedeutung so gut wie nichts mehr zu tun.  Hier dazu der Wikilink zu der Alltagsbedeutung des Begriffs Fundamentalismus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fundamentalismus#Aktuelle_umgangssprachlich...

Wir könnten jetzt in diesem thread auf den Begriff Fundamentalismus ganz verzichten. Da würde sich aber die Frage stellen, durch welchen anderen Begriff wir ihn ersetzen, der synonym ist also das selbe beschreibt wie der Begriff Fundamentalismus.

Die zweite Möglichkeit wäre, dass wir den Begriff benutzen in unserem Gespräch aber nicht wie in der Alltagssprache als Schimpfwort. Da müsste dann jenseits von Vorurteilen und Polemik gefragt werden, ob Luther im Sinne dieser  theologischen Richtung als Vertreter des Fundamentalismus gesehen werden kann.

Unlauter wäre diese Vorgehensweise, erst ein völlig verzerrtes Bild von Fundamentalismus zu zeichnen, wo auf Verhaltensweisen von sogenannten Fundamentalisten abgestellt wird. Anschließend kann dann mit Überzeugung festgestellt werden, so furchtbar war Luther auf keinen Fall, also kein Fundamentalist.

Falls eine solche Diskussion anhand der theologischen Richtung des Fundamentalismus allerdings immer wieder abgleiten würde in Entrüstungen über das Verhalten von uns begegneten oder von Hörensagern erlebten Fundamentalisten, sollten wir darauf verzichten.

In diesem Fall bliebe die Frage, ob Luther ein bibeltreuer Christ und als Frommer zu bezeichnen wäre. Wären das von dir abgesegnete Optionen für ein Gespräch über die Theologie Luthers?

Lieben Gruß Aaron

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Aaron schrieb: ""In diesem

Aaron schrieb: ""In diesem Fall bliebe die Frage, ob Luther ein bibeltreuer Christ und als Frommer zu bezeichnen wäre. Wären das von dir abgesegnete Optionen für ein Gespräch über die Theologie Luthers?""

Nun, dass ich Luther für zweifellos fromm und bibeltreu halte, hatte ich ja schon geschrieben. Allerdings sollten auch diese Begriffe nicht mit Bedeutungen versehen werden, die ursprünglich nicht gemeint sind.

Also müsstest du deine Ausgangsfrage oder die Begriffe "fromm" und "bibeltreu" vielleicht noch etwas genauer fassen.

Hallo Ismael Zitat:    Also

Hallo Ismael

Zitat:    Also müsstest du deine Ausgangsfrage oder die Begriffe "fromm" und "bibeltreu" vielleicht noch etwas genauer fassen.

Ja ich versteh das Problem. Die Begriffe fromm und bibeltreu sind zwar nicht umstritten, dafür aber unscharf.

Ich persönlich fände es ehrlich gesagt am spannendsten, wenn wir uns auf eine Diskussion über die Frage einlassen könnten, ob Luther ein Fundamentalist ist im Sinne der theologischen Richtung des Fundamentalismus, wie er historisch sich entwickelt hat. Da hätten wir immerhin verlässliche Quellen, die wir befragen könnten und nicht nur Vermutungen.

Dazu müssten wir uns allerdings ernsthaft mit dieser theologischen Richtung außeinandersetzen, die ich ehlich gesagt auch nicht annähernd kenne. Ich vermute mal schlechter als du.

Ich habe diesen thread nicht als Experte sondern als Fragender eröffnet.

Lieben Gruß Aaron

Edit: Nachdem ich Fundamentalismus gegoogelt habe, hier jetzt der Wikilink zu dem Prediger, auf den der Begriff Fundamentalismus zurückgeht.        http://de.wikipedia.org/wiki/Reuben_Archer_Torrey

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Luther ist zu einer anderen

Luther ist zu einer anderen Zeit aufgewachsen. Man kann ihn daher schlecht mit Menschen heutiger Zeit vergleichen. Aber ich bin mir eigentlich sicher, dass er kein Fundamentalist (im Sinne heutiger Fundamentalisten) war. Luther predigte von der Freiheit eines Christenmenschen, so wie Paulus das im Galater- und Römerbrief darstellte, also Rechtfertigung vor Gott nicht aufgrund der Taten, sondern aufgrund des Glaubens. Fundis heutiger Zeit sind dazu zu sehr auf ihre Taten, angebliche Einzelsünden (anderer) und Gesetze (nach eigenem gutdünken rausgepickt) bedacht, sie werden Paulus (und damit einem Teil der Bibel) untreu mit ihrer pharisäerischen Gesetzlichkeit. Nein, Luther war sicher kein Fundamentalist heutiger Ausprägung, dafür aber im Gegensatz zu diesen "eher" bibeltreu (sofern das überhaupt geht).

 

Gruß,

CK

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Lieber CK, herzlichen Dank

Lieber CK,

herzlichen Dank für diese klaren und wahren Worte! Ich will nicht leugnen, dass mir manches am Pietismus und Evangelikalismus sympathisch ist (z.B. dass hier der Glaube zumindest ernst genommen wird und man die Bibel überhaupt im Blick behält), aber bedauerlicherweise ignoriert er wesentliche Einsichten Luthers und der Reformation überhaupt, indem er das Handeln, die Heiligung des Alltags und den Nachfolge-Gedanken in einer Weise betont, die pharisäischer Gesetzlichkeit und Werkgerechtigkeit manchmal zum Verwechseln ähnlich sieht. Das Gegenteil - sozusagen das andere Ende der Skala - wäre Luther pur, etwa des Mottos: Sündige kräftig drauflos, Jesus hat durch seinen Kreuzestod ohnehin alles auf sich genommen. Ich bin mit meinem Nachdenken noch nicht zum Ende gekommen, manchmal frage ich mich, ob der gute Mann aus Wittenberg nicht das Kind mit dem Bade ausschüttet. Denn Paulus betont zwar die Rechtfertigung allein aus Glauben, mahnt aber zugleich auch ein Leben im Geist an (etwa Röm 8 oder Gal 5), "Gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet" usw., trotz Rechtfertigung aus Gnade und Glaube ist es ihm ja nicht gleichgültig, wie der Christ im Alltag lebt. Hat also Luther da etwas falsch verstanden? Kurzum: Die Frage bleibt spannend!

Raskolnikov

 

Lieber Raskolnikov Zitat:  

Lieber Raskolnikov

Zitat:   Das Gegenteil - sozusagen das andere Ende der Skala - wäre Luther pur, etwa des Mottos: Sündige kräftig drauflos, Jesus hat durch seinen Kreuzestod ohnehin alles auf sich genommen.

Ich meine, da müsste die Formulierung anders lauten. Ich mach mal einen Versuch. Villt so:

Finde Frieden in Jesus durch getroste Verzweiflung an dir und deinen Werken. Erwäge, was er für dich getan hat, damit auch du lernst, was du für andere tun musst. Er selbst wird dich das alles lehren.

Lieben Gruß Aaron

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Nachfolge a la Luther

Lieber  Raskolnikov

Zur Erklärung und Auflösung eines möglichen Rätsels: Meinen Vorschlag für ein Motto Martin Luthers  im obigen Kommentar habe ich nicht  selbst neu formuliert. Die Formulierung stammt aus einem Brief Martin Luthers an Georg Spenlein vom 8.April 1516 Quelle: Martin Luther Briefe, Eine Auswahl, Insel Verlag Leipzig, Seite 10-12. Weitere Auszüge aus diesem Brief hatte ich in diesem thread schon mal gepostet: http://www.evangelisch.de/community/kreis/1ter-oeffentlicher-oekumenisch...

Daraus geht hervor, dass -so Luther- mit dem Kreuzestod Jesu  für den von allen Sorgen für seine eigene Erlösung ein für alle Mal entledigten Christenmenschen die Nachfolge Jesu beginnen sollte.

Ich hoffe, ich habe mich auch diesmal plausibel ausdrücken können.

Lieben Gruß Aaron

 

 

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Lieber Aaron, meinen

Lieber Aaron,

meinen Vorschlag für ein Motto Martin Luthers im obigen Kommentar habe ich nicht selbst neu formuliert, schreibst Du.

Danke für die Aufklärung! Ich hatte tatsächlich schon gerätselt.

Raskolnikov

Zitat:   Ich hatte

Zitat:   Ich hatte tatsächlich schon gerätselt.

Das freut mich. Also ist doch noch ein Unterschied zwischen meiner Sprache und der Sprache Luthers, obwohl ich sicher stilistisch mitunter mittelalterlich rüberkomme. Auf der anderen Seite kann ja "nicht mehr ganz modern zu sein" eine Auszeichnung sein. Da würde ich mich sogar freuen, wenn ich so altmodisch an das altrauhe Kreuz glauben würde wie Luther und frühere Apostel.  Lieben Gruß Aaron

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Lieber Raskolnikov, Du

Lieber Raskolnikov,
Du schreibst, "Denn Paulus betont zwar die Rechtfertigung allein aus Glauben, mahnt aber zugleich auch ein Leben im Geist an (etwa Röm 8 oder Gal 5), "Gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet" usw., trotz Rechtfertigung aus Gnade und Glaube ist es ihm ja nicht gleichgültig, wie der Christ im Alltag lebt. Hat also Luther da etwas falsch verstanden?".

Ich finde, dass wir bei den theologisch gewonnenen "Be-Deutungen", die dann in Dogmen oder Gleichbedeutendes gegossen werden, auch den Kontext betrachten sollten.
M.E. war bei der "Ablass-Handels-Praxis" mit ihren Auswüchsen, eine "überdeutliche" Abgrenzung notwendig war. Dadurch hat, wie ich meine, auch die katholische Kirche ein Stück "Heilung" abbekommen.
Ich sehe die lutherische (?) Rechtfertigungslehre als eine solche Abgrenzung.
Frage an die, in der evangelischen Theologie bewanderten: Ist es denn wirklich gleichgültig, wie jemand sein Leben gestaltet? Steht wirklich jemand, der z.B. durch Eremitentum ein Leben lebt, dass "Gott gewidmet" sein soll, mit jemandem "auf einer Stufe", der sein Leben diversen Goldenen Kälbern widmet?

pace e bene
Bernd

Rechtfertigung allein aus Glauben

Ist es denn wirklich gleichgültig, wie jemand sein Leben gestaltet? Steht wirklich jemand, der z.B. durch Eremitentum ein Leben lebt, dass "Gott gewidmet" sein soll, mit jemandem "auf einer Stufe", der sein Leben diversen Goldenen Kälbern widmet?

Lieber Bernd,

diese Frage lässt Dich ja nicht los :-))

Ich habe Dir schon mal darauf geantwortet:

http://www.evangelisch.de/community/kreis/theologisches-kanapee/doppelte...

lg kreuzpatsch

Gleichgültig...

 

>> Ist es denn wirklich gleichgültig, wie jemand sein Leben gestaltet?<<

 

...ist es Gott nicht, sonst wäre Jesus ja nicht am Kreuz gestorben.   

Hat Gott manche Menschen lieber als andere?

Bruder_Bernd schrieb: "Ist es denn wirklich gleichgültig, wie jemand sein Leben gestaltet? Steht wirklich jemand, der z.B. durch Eremitentum ein Leben lebt, dass "Gott gewidmet" sein soll, mit jemandem "auf einer Stufe", der sein Leben diversen Goldenen Kälbern widmet?"

 

Hallo Bernd,

menschliche Frage, habe ich mich als Kind/Jugendlicher auch oft gefragt. Ich kann dir da auch nur subjektiv antworten. Kurz nebenbei, vom Eremitentum verspreche ich mir keinen Gewinn, siehe Gleichnis von den anvertrauten Pfunden Lk 19, 12-26, oder auch Mt 5,14+15 - aber das nur nebenbei...

Natürlich ist es nicht gleichgültig wie jemand sein Leben gestaltet, dazu habe ich mich vorhin hier geäußert:

www.evangelisch.de/community/kreis/1ter-oeffentlicher-oekumenischer-gespraechskreis/war-luther-ein-bibeltreuer-christ#comment-17477

Aber ich bin der Überzeugung, dass wir Menschen nicht in der Lage sind, bzw. wir es uns nicht anmaßen sollten zu entscheiden welcher Mensch mit seinem Leben auf einer höheren oder niedrigeren Stufe (vor Gott) steht als ein anderer Mensch. Wenn man das tut wird man unweigerlich ganz "böse" Überraschungen erleben. Hinweise dazu gibt es in den Evangelien. Hier ein paar Indizien:

  • Lk 18, 9-14: 9 Dann wandte sich Jesus einigen Leuten zu, die voller Selbstvertrauen meinten, in Gottes Augen untadelig dazustehen, und deshalb für alle anderen nur Verachtung übrig hatten. Er erzählte ihnen folgende Geschichte:10 »Zwei Männer gingen hinauf in den Tempel, um zu beten, ein Pharisäer und ein Zolleinnehmer. 11 Der Pharisäer stellte sich vorne hin und betete leise bei sich: Gott, ich danke dir, dass ich nicht so bin wie die anderen Menschen, alle diese Räuber, Betrüger und Ehebrecher, oder auch wie dieser Zolleinnehmer hier! 12 Ich faste zwei Tage in der Woche und gebe dir den vorgeschriebenen Zehnten sogar noch von dem, was ich bei anderen einkaufe!3 13 Der Zolleinnehmer aber stand ganz hinten und getraute sich nicht einmal, zum Himmel aufzublicken. Er schlug sich zerknirscht an die Brust und sagte: Gott, hab Erbarmen mit mir, ich bin ein sündiger Mensch!« 14 Jesus schloss: »Ich sage euch, der Zolleinnehmer ging aus dem Tempel in sein Haus hinunter als einer, den Gott für gerecht erklärt hatte - ganz im Unterschied zu dem Pharisäer. Denn alle, die sich selbst groß machen, werden von Gott gedemütigt, und alle, die sich selbst gering achten, werden von ihm zu Ehren gebracht.«
  • Lk 14, 7-11: 7 Jesus hatte beobachtet, wie die zum Essen Geladenen die Ehrenplätze für sich aussuchten. Das nahm er zum Anlass, sie in einem Bild darauf hinzuweisen, welche Regeln an Gottes Tisch gelten.38 »Wenn dich jemand zu einem Hochzeitsmahl einlädt, dann setz dich nicht gleich auf den Ehrenplatz. Es könnte ja sein, dass eine noch vornehmere Person eingeladen ist.4 9 Der Gastgeber, der euch beide geladen hat, müsste dann kommen und dich auffordern, den Ehrenplatz abzutreten. Dann müsstest du beschämt auf dem untersten Platz sitzen. 10 Setz dich lieber auf den letzten Platz, wenn du eingeladen bist. Wenn dann der Gastgeber kommt, wird er zu dir sagen: Lieber Freund, komm, nimm weiter oben Platz! So wirst du vor allen geehrt, die mit dir eingeladen sind. 11 Denn alle, die sich selbst groß machen, werden von Gott gedemütigt, und alle, die sich selbst gering achten, werden von ihm zu Ehren gebracht.«
  • Mt 21, 28-31: 28 Dann sagte Jesus: »Was meint ihr zu folgender Geschichte? Ein Mann hatte zwei Söhne. Er sagte zu dem einen: Mein Sohn, geh und arbeite heute im Weinberg!29 Ich will nicht, erwiderte der Sohn; später aber überlegte er es sich und ging doch. 30 Dasselbe sagte der Vater auch zu seinem anderen Sohn. Ja, Herr, antwortete der, ging aber nicht. 31 Wer von den beiden hat nun nach dem Willen des Vaters gehandelt?« »Der Erste«, antworteten sie. Da sagte Jesus: »Ich versichere euch: Die Zolleinnehmer und die Prostituierten werden eher in die neue Welt Gottes kommen als ihr.

Nur ein paar Beispiele... man könnte noch mehr nennen. Falls dir mein Gedankengang nicht klar ist... frag bitte nach...

Gruß,
CK

 

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Lieber CK, mir ist schon

Lieber CK,
mir ist schon klar, dass es die entsprechenden Bibelstellen gibt, die als "Bestätigung" der Rechtfertigung aus Sicht der evangelischen Kirchen angesehen werden.
Meine Fragestellung geht auch eher in die Richtung, ob und wenn ja, welche theologischen Fach-Diskussionen ggf. auch andere Auslegungen sehen.
Damit meine ich nicht Calvins doppelte Prädestination, sondern "in die andere Richtung", dass Handeln (gute gottgefällige Taten) zum Heil und zur Gnade beitragen könnten.
Oder auch, dass ein nicht "gottgefälliges Leben" gnade verwirken kann, weil daraus ja ein Rückschluss abgeleitet werden könnte.
Es ging mir also weniger um ein Verständnis, sondern um die Bandbreite der Diskussion.
Oder könnte es sein, dass die Rechtfertigungslehre quasi ein "Dogma" darstellt?

pace e bene
Bernd

Zitat:   Oder könnte es sein,

Zitat:   Oder könnte es sein, dass die Rechtfertigungslehre quasi ein "Dogma" darstellt?

Wenn im Zusammenhang mit dem Evangelischen Glauben des Marktes der Möglichkeiten überhaupt von sowas wie einem Dogma die Rede sein könnte, dann wäre es die Festlegung auf die Rechtfertigung aus dem Glauben an die Erlösungstat Christi. Darauf hat kreuzpatsch hier im thread und auch hier im link zu einem anderen thread zu Recht hingewiesen.

http://www.evangelisch.de/community/kreis/theologisches-kanapee/doppelte...

Dieses "Dogma" -wenn du auf diese Bezeichnung Wert legen solltest-  ist im Augsburger Bekenntnis und der Konkordienformel festgezurrt und dort auch nachzulesen.

Lieben Gruß Aaron

 

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Schade

Lieber Bernd,

schade, dass du offensichtlich meinen Beitrag an dich nicht richtig gelesen hast. Ich hatte keine Bibelverse zitiert, die die Rechtfertigungslehre biblisch bestätigen. Die von mir zitierten Bibelverse sollten dich etwas sensibilisieren vorsichtiger zu sein mit Aussagen, mit welchen du Mitmenschen qualifizierst in Bezug auf Gott. Meiner Meinung nach sollte man das allein Gott überlassen, und wenn eben Gott möglicherweise einen Menschen mit (vermeintlich) unmoralischem Lebenswandel genauso liebt wie er dich oder mich liebt, so sollten wir uns nicht ärgern, wir sollten es auch nicht von Gott fordern mehr als andere geliebt zu werden (und uns damit selbst erhöhen), sondern dankbar sein für die Liebe die Gott uns gibt - und diese Liebe auch anderen gönnen, egal wem.

Gruß,
CK

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Lieber CK, ich habe nicht

Lieber CK,
ich habe nicht Mitmenschen, in Bezug auf Gott qualifiziert, sondern lediglich verhaltenstendenzen in einer möglichen Gegensätzlichkeit aufzeigen wollen. Nicht mit dem Hintergedanken zu werten, sondern um meine Fragestellung bezüglich der Rechtfertigungslehre zu verdeutlichen.
Du schreibst, "Die von mir zitierten Bibelverse sollten dich etwas sensibilisieren vorsichtiger zu sein mit Aussagen, mit welchen du Mitmenschen qualifizierst in Bezug auf Gott.". Ich bitte Dich herzlich, in meine Formulierungen nicht etwas hinein zu interpretieren oder mich einfach zu fragen, was ich ausdrücken wollte.

pace e bene
Bernd
 

"Gnade" - "gute Werke"

Lieber Bernd, sei CK nicht allzu gram, ich glaube, Du bist einfach in ein "evangelischens Fettnäpfchen" getreten :-))

Ich kopiere jetzt hier mal die Stelle aus der Gemeinsamen Erklärung zur  Rechtfertigungslehre (vgl. http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/chrstuni/documents...) zu "Glaube" und "gute Werke" hier rein. Vielleicht hilft´s zur Klärung

4.7 Die guten Werke des Gerechtfertigten

37. Wir bekennen gemeinsam, daß gute Werke – ein christliches Leben in Glaube, Hoffnung und Liebe – der Rechtfertigung folgen und Früchte der Rechtfertigung sind. Wenn der Gerechtfertigte in Christus lebt und in der empfangenen Gnade wirkt, bringt er, biblisch gesprochen, gute Frucht. Diese Folge der Rechtfertigung ist für den Christen, insofern er zeitlebens gegen die Sünde kämpft, zugleich eine Verpflichtung, die er zu erfüllen hat; deshalb ermahnen Jesus und die apostolischen Schriften den Christen, Werke der Liebe zu vollbringen.

38. Nach katholischer Auffassung tragen die guten Werke, die von der Gnade und dem Wirken des Heiligen Geistes erfüllt sind, so zu einem Wachstum in der Gnade bei, daß die von Gott empfangene Gerechtigkeit bewahrt und die Gemeinschaft mit Christus vertieft werden. Wenn Katholiken an der „Verdienstlichkeit“ der guten Werke festhalten, so wollen sie sagen, daß diesen Werken nach dem biblischen Zeugnis ein Lohn im Himmel verheißen ist. Sie wollen die Verantwortung des Menschen für sein Handeln herausstellen, damit aber nicht den Geschenkcharakter der guten Werke bestreiten, geschweige denn verneinen, daß die Rechtfertigung selbst stets unverdientes Gnadengeschenk bleibt.

39. Auch bei den Lutheranern gibt es den Gedanken eines Bewahrens der Gnade und eines Wachstums in Gnade und Glauben. Sie betonen allerdings, daß die Gerechtigkeit als Annahme durch Gott und als Teilhabe an der Gerechtigkeit Christi immer vollkommen ist, sagen aber zugleich, daß ihre Auswirkung im christlichen Leben wachsen kann. Wenn sie die guten Werke des Christen als „Früchte“ und „Zeichen“ der Rechtfertigung, nicht als eigene „Verdienste“ betrachten, so verstehen sie gleichwohl das ewige Leben gemäß dem Neuen Testament als unverdienten „Lohn“ im Sinn der Erfüllung von Gottes Zusage an die Glaubenden. [vgl. Quellen zu Kap. 4.7.].

lg kreuzpatsch

Lieber Bernd, du hattest

Lieber Bernd,

du hattest folgendes geschrieben:

"Steht wirklich jemand, der z.B. durch Eremitentum ein Leben lebt, dass "Gott gewidmet" sein soll, mit jemandem "auf einer Stufe", der sein Leben diversen Goldenen Kälbern widmet?"

Das "auf einer Stufe" erscheint mir eigentlich klar und ich denke ich habe da nichts hineininterpretiert. Möglicherweise hast du dich aber nur ungeschickt ausgedrückt und wolltest eigentlich aussagen, dass sowohl der Eremit als auch der Züchter goldener Kälber auf einer Stufe stehen und es nur oberflächlich anders erscheint? Falls ich es immer noch nicht kapiert habe fände ich es nett du könntest mir verdeutlichen was du damit gemeint hattest.

Gruß,
CK

 

P.S.: Ich will dich nicht ärgern, dir auch keine "Fettnäpfchen", wie Kreuzpatsch das so salopp nannte, in den Weg stellen.

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Lieber CK, ich habe auch

Lieber CK,
ich habe auch nicht das Gefühl, dass Du mich ärgern willst und auch nicht, dass Du mir Fettnäpfchen in die Quere stellst/stellen möchtest.

Mein -offensichtlich unglücklich formuliertes Beispiel- sollte nicht meine Ansicht zur Rechtfertigungslehre darstellen! Ich wollte auch nicht mit Dir oder Anderen über die Rechtfertigungslehre diskutieren!
Was ich möchte sind Informationen darüber, ob -in ähnlicher Form, wie meinem Beispiel (oder auch nicht...)- führende Theologen der Evangelischen Kirchen diskutiert, gestritten oder gerungen haben. Ich möchte also "lediglich" Infos (aus grundlegenden Quellen (Luther, Melanchton, Calvin etc.)) über das Zustandekommen der der Evangelischen Rechtfertigungslehre(n).

Abgesehen davon, dass ich (in der Zwischenzeit) wenig Sinn in theologischen Grundsatzdiskussionen sehe, würde ich mich erst dann darüber austauschen wollen, wenn ich -vor dem Hintergrund das Verstehens- die "andere Auslegung" respektieren kann. Um Missverständnissen vorzubeugen; ich respektiere auch jetzt schon die anderen Auslegungen und sehe keinerlei Sinn darin, von Richtig oder Falsch zu reden. Aber tieferer Respekt hängt -für mich- ganz grundsätzlich mit "Kennen(lernen)" zusammen.

pace e bene
Bernd

Überblick Rechtfertigungslehre

Lieber Bernd,

einen kleinen Überblick über die Rechtfertigungsdiskussion findest Du hier :

http://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Rechtfertigungslehre.html

Wenn´s mehr sein soll, schaue ich gerne,

lg kreuzpatsch

 

P.S. Hier nochwas zu den Unterschieden zwischen Calvin und Luther

http://www.calvin09.org/interaktiv/theologisch/justification_13/untersch...

und was zu Zwingli

http://zh.ref.ch/content/e3/e1939/e10912/e11089/index_ger.html

Lieber Bernd, okay, damit ist

Lieber Bernd,

okay, damit ist das Mißverständnis jetzt beseitigt, danke für deine Klarstellung.

Mit Quellen/Nachweisen über ein Ringen protestantischer Theologen zu Zeiten Luthers kann ich leider nicht dienen. Das liegt, so muss ich zugeben, daran, dass ich persönlich mich mit diesen Schriften weniger beschäftigt habe. Aber ich weiß auch nicht ob mit der Lektüre solcher Schriften ein Zuwachs an "Respekt" gegenüber dieser Lehre erzielt werden kann, denn die Argumente sind stets dieselben ob heute oder damals... eben das bekannte "sola scriptura" Konzept. Wenn du evangelische Vorgehensweisen bei der Auslegung kennenlernen willst wirst du kaum um, eventuell ermüdende, Einzelgespräche herumkommen. Es gibt keine einheitliche, bzw. dogmatisch festgelegte Vorgehensweise in der Schriftauslegung. Um evangelische Auslegungen verstehen zu können musst du es hinnehmen, dass es nicht "die eine" Auslegung gibt, die festgezurrt wurde. Ich hoffe du verstehst was ich meine... vielleicht hat ja einer, der sich besser in evangelischer Kirchengeschichte auskennt als ich, dir befriedigendere Antworten auf Lager...

Aber möglicherweise interessiert dich ein (sehr kurzer) Bericht zu einer jüngeren Aussagen von Herr Ratzinger über Luther und die Rechtfertigungslehre:

www.theology.de/religionen/oekumene/evangelischerkatholischerdialog/papsterinnertanluther.php

 

Gruß,

CK

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Zitat:     Mit

Zitat:     Mit Quellen/Nachweisen über ein Ringen protestantischer Theologen zu Zeiten Luthers kann ich leider nicht dienen. Das liegt, so muss ich zugeben, daran, dass ich persönlich mich mit diesen Schriften weniger beschäftigt habe.

Der Grund, dass  es keine erkennbare innerevangelische theologische Diskussion in der Reformationszeit über die Rechtfertigungslehre gibt, liegt nicht an der Kirchengeschichte sondern an der Lebensgeschichte Martin Luthers.

Sein Leben musst du studieren, um das Ringen über die Rechtfertigungslehre nachvollziehen zu können. Ich lese zur Zeit Briefe Martin Luthers, die chronologisch geordnet sind. Da ist sehr schön eine Entwicklung in seinen brieflichen Äußerungen zu erkennen.

Nachdem Luther sein Damaskuserlebnis durch das Studium des Römerbriefes hatte, war es für ihn klar, dass Gerechtigkeit nur durch den Glauben kommt und nicht durch Werke wie zum Beispiel, Mönch zu werden. Das war er ja gewesen.

Als er dann die Thesen zum Ablass formulierte, war seine Theologie der Rechtfertigung durch den Glauben längst gemacht und innerlich festgezurrt. Du konntest als Zeitgenosse Luthers nun zustimmen und auch evangelisch werden oder in Gegnerschaft zu ihm geraten. Da war keine Möglichkeit, halb evangelisch und halb katholisch zu werden. Der Graben  zwischen Ablasshandel und Rechtfertigung durch den Glauben war dazu zu tief.

Innerevangelische Diskussionen, das ist auch in den Briefen Luthers erkennbar, gab es dagegen in ganz anderen Punkten. Am meisten gestritten wurde über das Abendmahl, ob es als Brot und Wein (zweierlei Gestalt) angeboten werden soll, ob die Einsetzungsworte wörtlich genommen werden müssen.

In diesem Punkt nun war er durchaus fundamentalistisch im Sinne des Themas dieses threads. Er war unduldsam, konnte in Briefen sehr beleidigende Worte finden über andere Christen, die an diesem Punkt eine andere Meinung hatten. Er bestand darauf, dass die Einsetzungsworte wortwörtlich auszulegen sind bis hin zu dem einzelne Buchstaben und Wort, das da steht.

Ich hoffe, dass ich nun nicht gesteinigt werde, weil ich Luther im Punkt des Streits um das Abendmahl als Fundamentalist sehe.

Lieben Gruß Aaron

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
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Hallo Aaron, du

Hallo Aaron,

du schreibst:

"... Am meisten gestritten wurde über das Abendmahl, ob es als Brot und Wein (zweierlei Gestalt) angeboten werden soll, ob die Einsetzungsworte wörtlich genommen werden müssen.

In diesem Punkt nun war er durchaus fundamentalistisch im Sinne des Themas dieses threads...."

 

ob das so Fundamentalistisch ist weiß ich nicht, schließlich war auch er gegen die kath. "Transsubstantiationslehre". Aber Tatsache ist, dass darüber ein heftiger Streit entbrannt ist zwischen den Reformatoren.

Siehe: de.wikipedia.org/wiki/Konsubstantiation

Gruß,

CK

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Zitat:  Aber Tatsache ist,

Zitat:  Aber Tatsache ist, dass darüber ein heftiger Streit entbrannt ist zwischen den Reformatoren,

der von Seiten Luthers wahrlich so heftig geführt wurde, wie wir das sonst nur Fundamentalisten zutrauen würden.

Wenn ich hier in der Community mit ähnlich beleidigenden Worten andere User beschimpfen würde, wie Luther das im Abendmahlstreit mit seinen Gegnern in den mir bekannten Briefen getan hat, wäre meine Resozialisierung echt gefährdet. Ich würde von meinen Bewährungshelfern im zukünftigen Mitgliederbeirat sofort mit einer neuen administrativen Sperre belegt werden.

Lieben Gruß Aaron

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Ja der gute alte Luther wäre

Ja der gute alte Luther wäre wohl recht schnell hier aus dem Forum rausgeflogen... In der theoretischen Annahme Luther wäre tatsächlich hier im Forum anwesend und so wie du es beschreibst aufgefallen und bestraft worden... spräche dieser (theoretische angenommene) Rauswurf eher gegen die Person Luther selbst oder eher gegen die/den Rausschmeisser/in? ... ;-)

Gruß,
CK

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Zitat:   spräche dieser

Zitat:   spräche dieser (theoretische angenommene) Rauswurf eher gegen die Person Luther selbst oder eher gegen die/den Rausschmeisser/in? ... ;-)

Wie würdest du reagieren, wenn einer hier zum Bleistift permanent alle, die nicht seiner Meinung sind, als Teufel und Satan bezeichnet? Man nennt das heutzutage, den Gegner verteufeln. Diese teuflische/satanische Verunglimpfung ist von Fundamentalisten unabhängig welcher Religion bekannt.

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zu Luthers Abendmahlsverständnis

... Am meisten gestritten wurde über das Abendmahl, ob es als Brot und Wein (zweierlei Gestalt) angeboten werden soll, ob die Einsetzungsworte wörtlich genommen werden müssen.

... Luther ist mit seiner "Konsubstantiationslehre" aber am nähesten an der kath. Lehre der "Transsubstantation" gebleiben. Auch er geht von einer "Realpräsenz" aus, auch wenn er sie etwas anders deutet als das kath. Verständnis.

lg kreuzpatsch

 

Hi Aaron, was ist das für

Hi Aaron,

was ist das für eine Ausgabe mit den Briefen Luthers, von der Du sprichst? Kannst Du die bibliografischen Daten mal hier einstellen? Und da ich schon dabei bin: Ich habe gelegentlich nach einer Gesamtausgabe der Schriften Luthers geforscht, aber leider nichts gefunden. Weißt Du, ob es da aktuell etwas gibt? Und falls nicht, welche Ausgabe war da früher Standard oder lässt sich empfehlen, man könnte sich die ja ggf. antiquarisch besorgen? Kannst Du mir weiterhelfen?

Gruß, Raskolnikov 

Hallo Raskolnikov Die Daten

Hallo Raskolnikov

Die Daten zum Buch mit den Briefen Luthers, herausgegeben von Günther Wartenberg aus DDR Zeiten (1983) ohne ISBN findest du hier

http://www.evangelisch.de/community/kreis/1ter-oeffentlicher-oekumenisch...

Über eine Gesamtausgabe kann ich dir nichts sagen. Da bin ich überfordert.

Außer den Briefen in Deutsch und aus dem Lateinischen übersetzt besitze ich an Original Luther Zeugnissen in meiner kltzekleinen Bibliothek noch  in der Edition Lempertz D.Martin Luther Die gantze Heilige Schrifft Deudsch Wittenberg 1545 und zwar  Anhang und Dokumente (ISBN 393307056-2). Da sind Erklärungen Luthers zu seiner eigenen Bibelübersetzung drin mit einem  Wörterbuch  Lutherisch-Deutsch. Das wars schon.

Lieben Gruß Aaron

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
http://www.evangelisch.de/community/kreis/365-x-hilfe-gegen-frust-und-bl...

Lieber Aaron, danke

Lieber Aaron,

danke jedenfalls! Nach einer Gesamtausgabe werde ich immer wieder einmal forschen. Ich habe - an ganz verstreuten Stellen und durch ich weiß nicht welche Gelegenheiten (downloads aus dem Netz?) - das eine oder andere gelesen, z.B. den Sermon von der Bereitung zum Sterben, und ich fand das wirklich unglaublich gut. Ich will auf jeden Fall mehr davon. Ich werd schon noch fündig. Die Briefe sind ja schon mal ein Anfang.

Gruß, Raskolnikov

Weimarer Ausgabe

Die Werke Luthers sind in der sogenannten "Weimarer Ausgabe" (WA) gesammelt. Es gibt sie auch online. (Ich habe die Seite jedoch nicht erprobt:)

Danke für den link, Ismael.

Danke für den link, Ismael. Ist aber wohl nicht kostenlos. Selbst für ein free trial musst du dich registrieren lassen.

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Luthertexte

Hallo Raskolnikov

Beim Beschäftigen mit den Inhalten der Fastensonntage bin ich auf diesen link gestoßen. Es geht da um Fastenpredigten Martin Luthers, die er in Wittenberg in der Woche nach dem Sonntag Invokavit gehalten hat. Unten auf der Seite kannst du die Predigten im Original Lutherdeutsch als PDF anschauen und evtl ausdrucken bzw. mit einem virtuellen Drucker ( ich benutze da doPDF 6) speichern.

http://de.wikipedia.org/wiki/Invokavitpredigten

Gruß Aaron

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
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Lieber Aaron, danke für den

Lieber Aaron,

danke für den Hinweis auf die Fastenpredigten Martin Luthers! Besonders gefällt mir, was er in der zweiten Predigt über die Sinnlosigkeit eines „erzwungenen Glaubens“ gesagt hat:

„Ich kann nicht weiter an Menschen herankommen, als bis zu deren Ohr; in ihr Herz kann ich nicht kommen. Und weil ich den Glauben nicht in ihr Herz gießen kann, so kann und darf ich sie niemals zwingen oder bedrängen, denn Gott tut es alleine und ‚macht’, dass er im Herzen (der Menschen) lebt.“

Das passt gut zu dem, was ich gestern meinte – dass auf Autoritäten beruhende Denkweisen und Glaubensüberzeugungen keine Grundlage für ökumenische Gespräche sein können. Niemand hat das Recht, einem anderen die Sichtweise der Kirche, der er zugehört, aufzuzwingen. Genauso wenig sind Glaubensüberzeugungen verhandelbar, etwa wie an einem Konferenztisch oder bei einem Geschäftsabschluss.

Solche Gespräche sind bestenfalls die Ebene des Ohrs. Man kann dem Gegenüber Argumente näher bringen, bestimmte Lehren, Texte usw. Glaube aber liegt auf einer anderen Ebene, der des Herzens. Und da ist es bei jedem Einzelnen selbst, ob, was und wie er glaubt, was er in sein Herz lässt und was nicht. Es geht um seine ureigensten Gefühle und Überzeugungen, nicht darum, was Autoritäten von oben sagen. Es ist auch seine Entscheidung, Mitmenschen sein Herz zu öffnen – seien sie von anderen christlichen Kirchen, jüdisch, muslimisch, buddhistisch, hinduistisch oder ohne Religionszugehörigkeit. Das ist für mich das Wesen des ökumenischen Dialogs.

Das Selbstbestimmungsrecht in Glaubensdingen, das Luther da formuliert, umfasst meines Erachtens auch die Beziehung zu Gott. Gott kann „machen“, dass er im Herzen eines Menschen lebt. Aber auch er kann den Menschen nicht zwingen oder bedrängen, sondern seine Gegenwart nur anbieten. Der Mensch ist frei, Gott einzuladen, in seinem Herzen zu wohnen, oder auch nur manchmal Gast zu sein. Und auch wenn jemand die Präsenz Gottes vielleicht nur selten spürt oder dafür andere Begriffe hat, ist es in Ordnung. Denn das, was im Herzen eines Menschen ist, ist nicht messbar. Und eine Sekunde kann sein wie ein Tag, wie ein Jahr, oder wie ein ganzes Leben. So sehe ich das.

 

Liebe Grüße

Anja

Niemand hat das Recht, einem

Niemand hat das Recht, einem anderen die Sichtweise der Kirche, der er zugehört, aufzuzwingen. Genauso wenig sind Glaubensüberzeugungen verhandelbar,

Lieber Anja - darum geht es doch auch gar nicht bei ökumenischen Gesprächen - jedenfalls nicht bei denen, die ich kenne. Vielleicht kannst Du ja nochmal gnauer erklären, was Du unter "ökumenischen Gesprächen" verstehst.

Ich denke jedenfalls, dass es darum geht, die eigene Sichtweise erst mal zu kennen, zu verstehen, woher sie kommt - ob sie vielleicht (so wie in der Reformation) eine Agbrenzung zu anderen (abgelehnten) Sichtweisen ist. Dann kann man die verschiedenen Sichtweisen genauer untersuchen - und stellt oft fest, dass da etwas mit anderen Worten oder anderer Betonug ausgedrückt ist. Dass es ein verschiedenes - manchmal gar nicht so weit auseinanderlietgendes - Verständnis bestimmter Bibelstellen ist, .. und dass daraus dann eine bestimmte Auslegungstradition geworden ist. Diese Auslegungstradition einer kristischen Würdigung zu unterziehen, zu schauen, ob ich mich wirklich so furchtbar verbiegen muss um die Auslegung der anderen Seite nachzuvollziehen, das ist für mich ökumenisches Gespräch. Das hat nichts damit zu tun, dass Glauben verhandelbar ist, wohl aber überprüfbar auf der Grundlage der Hl. Schrift.

Dass das im gegenseitigen Respekt geschieht, dass ich davon augehe, dass der andere erstmal genauso recht oder unrecht wei ich selbst, das ist für mich klar. Es geht dann aber darum, evtl. etwas Verbindendes, ein gemeinsames Verständnis zu entdecken - und wo das nicht möglich ist, die Unterschiede - in gegenseitigem Respekt bis zur Erkenntnis "größerer Wahrheit" stehen zu lassen. Und ich denke schon, dass das auch eine Angelegenheit des Herzens ist. Sehr schön nachzulesen, wie so etwas dann aussehen kann ist die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungserkärung:

http://www.vatican.va/roman_curia/pontifical_councils/chrstuni/documents...

Übrignes: Wenn Luther schreibt:

Ich kann nicht weiter an Menschen herankommen, als bis zu deren Ohr; in ihr Herz kann ich nicht kommen. Und weil ich den Glauben nicht in ihr Herz gießen kann, so kann und darf ich sie niemals zwingen oder bedrängen, denn Gott tut es alleine und ‚macht’, dass er im Herzen (der Menschen) lebt.“

Dann schreibt er ja nicht eine theoretische Abhandlung über den Glauben, sondern er weiß sehr genau, was er sich unter dem Glauben vorstellt, den er gerne in das Herz der Menschen gießen würde:  nämlich den, den er im Ringen mit der Schrift erkannt hat... - und von dem er sich wünscht, dass er die Kirche erneuert, aber "leider" dringt er bei einigen (und ich hätte schon eine Idee, wen Luther hier meint) nur bis ans Ohr

lg kreuzpatsch

Marburger Religionsgespräche

Hallo kreuzpatsch

Direkt aus der Uni unseres J.Rustmeier dieser link über das Marburger Religionsgespräch als Beitrag zu unserem Thema   

http://www.uni-marburg.de/profil/Geschichte/Chronologie/relgespraech4

und  Ergänzung zu deinem 

Zitat:   Ich denke jedenfalls, dass es darum geht, die eigene Sichtweise erst mal zu kennen, zu verstehen, woher sie kommt - ob sie vielleicht (so wie in der Reformation) eine Agbrenzung zu anderen (abgelehnten) Sichtweisen ist. Dann kann man die verschiedenen Sichtweisen genauer untersuchen - und stellt oft fest, dass da etwas mit anderen Worten oder anderer Betonug ausgedrückt ist. Dass es ein verschiedenes - manchmal gar nicht so weit auseinanderlietgendes - Verständnis bestimmter Bibelstellen ist, .. und dass daraus dann eine bestimmte Auslegungstradition geworden ist.

In der Tat geht aus dem link hervor, dass hier Luther entschieden auf der buchstabengetreuen Auslegung dieses einen Verses als Abgrenzung gegen die reformierte Sichtweise bestand.  Als Ergänzung zu den Ausführungen von der Seite der Uni Marburg hier noch ein Ausschnitt aus einem Brief Luthers zur Frage der Abendmahlsgemeinschaft und gegenseitiger Anerkennung als Christen.

"Überaus demütig baten sie um Frieden. Zwei Tage haben wir verhandelt. Beiden, Oekolampad und Zwingli, habe ich geantwortet und ihnen diese Stelle entgegengehalten: Das ist mein Leib. Alle Entgegnungen habe ich widerlegt. Am Tage zuvor sprachen wir vertraulich und zuvorkommend miteinander: ich mit Oekolampad, Philipp mit Zwingli. Inzwischen trafen auch Andreas Osiander, Johann Brenz und Stephan (Agricola) aus Augsburg ein. Überhaupt sind die Männer beim Disputieren töricht und unerfahren. Wenn sie auch fühlten, dass ihre Folgerungen nichts bewiesen, wollten sie dennoch in diesem einen Stück, der Gegenwart des Leibes Christi, nicht weichen, und das (wie wir glauben) mehr aus Furcht und Scham als aus Übelwollen. In allem anderen haben sie nachgegeben, wie du aus dem gedruckten Zettel entnehmen kannst. Am Ende baten sie, dass wir sie wenigstens als Brüder anerkennen sollten. Der Landgraf drängte sehr darauf. Aber ich konnte es ihnen nicht zugestehen."

Die strittige Abendmahlsfrage führte schließlich zur Spaltung in reformierte und lutherische Kirche.

Hier die Quelle dieser Aussage       http://www.rpi-virtuell.net/modul/relilex/artikel.php?id=72771

Lieben Gruß Aaron

 

 

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Ohr und Herz

Liebe Barbara, herzlichen Dank für Deine Gedanken, die an mein Ohr gelangt sind und natürlich auch ein bisschen in mein Herz, schon weil Du Dir die Mühe gemacht hast, sie niederzuschreiben! Und sicher verstehst Du mit Deinem Hintergrundwissen so ein Luther-Zitat anders und besser als ich, die es erstmal fröhlich so nimmt, wie es da steht.

Luthers tiefere Absichten - dass er vielleicht doch gerne seiner eigenen Aussage zuwidergehandelt und den von ihm als richtig erkannten Glauben in die Herzen anderer gegossen hätte - kenne ich nicht, aber sie können durchaus vorhanden gewesen sein.

"Ökumenische Gespräche" - der Ausdruck stammte nicht von mir, ich glaube, Du hast ihn ursprünglich gebraucht. Ökumenische Gespräche über strittige Glaubensfragen und Auslegungen kenne ich bislang aus erster Hand überhaupt nicht, sondern nur ökumenischen Dialog im Alltag, an der "Basis", und ökumenische Zusammenarbeit zu irdischen, weltlichen Problemstellungen. Und da klappt die Zusammenarbeit oft sehr gut, finde ich. Da sind oft auch kaum Unterschiede in den Positionen festzustellen (mal als Beispiel die Weltklimakonferenz letztes Jahr - da waren sich die Aktivisten auf evangelischer und katholischer Seite doch ziemlich einig in ihren Interpretationen des Klimawandels und ihren Forderungen an die Politik).     

LG

Anja

Lieber CK, Danke für den

Lieber CK,
Danke für den Link. Die Rede des Heiligen Vaters kannte ich. Und auch damals fand ich ein wenig "bedauerlich", dass darüber eher wenig berichtet wurde, während dann, wenn es konträr wird, "intesiver berichtet" wird; jedenfalls ist das mein persönlicher Eindruck.
Falls Du -irgendwann einmal, einen etwas längeren Text (und dann auch noch das Original....) lesen möchtest, findest Du die Rede hier.

Das mit der "nicht einheitlichen" Auslegungen war mir schon klar. Barbara war so nett, da mit einigen Infos, im geschlossenen ökumenischen Kreis, behilflich zu sein. Und (auch) in dem Kreis habe ich eben die Erfahrung gemacht, dass Hintergründe -zumindest mir- zu mehr Verständnis für unterschiedliche  Positionen verhelfen. Manchmal werden Sachverhalte kritisiert (hab ich lange genug gemacht), bei denen der/ Kritisierende manchmal nicht berücksichtigt, was der Inhalt von Glaubensgrundsätzen ist und welche (auch emotionale) Bedeutung diese für den Einzelnen Christen hat. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit Barbara über "Dominus Jesus". Also eine Schrift, auf die Evangelische Christen sehr sensibel reagiert haben, bzw. reagieren. Das Gespräch war wirklich "schön"!! Und ich bin Barbara auch heute noch dankbar für einen Austausch, bei dem der Austausch und nicht Verurteilung und/oder Ablehnung vorherrschte.

Übrigens ist es auch in unserer Katholischen Kirche nicht so, als würde "von oben befohlen" was denn nun geglaubt werden sollte/muss. Auch da gab es vorher "interne" Diskussionen.

pace e bene
Bernd

Hallo Bernd, vielen Dank für

Hallo Bernd,

vielen Dank für den Link. Ist sehr interessant zu lesen. Bei einigen Reden des Papstes habe ich oftmals den Eindruck, dass jetzt nur noch ein kleiner Sprung über den eigenen Schatten notwendig wäre... leider steht die Sonne zu tief und der Schatten scheint noch zu lang...  - Und du hast Recht, es ist bedauerlich, dass so ein guter Text nicht mind. genauso an die große Glocke gehängt wird wie Texte in denen er sich so manchen Schnitzer leistet (wobei man sagen muss, dass er es sich sicherlich leichter machen würde, würde er dieser Unfehlbarkeitstheorie abzuschwören)

Wusste gar nicht, dass es hier auch noch einen geschlossenen ökumenischen Kreis gibt...  nun man lernt nie aus...

 

Gruß,

CK

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To bodly go where no man has gone before

Na, na, lieber

Na, na, lieber CK.......
"dass jetzt nur noch ein kleiner Sprung über den eigenen Schatten notwendig wäre... "    ...... um wohin zu springen??

Der Papst soll dem Unfehlbarkeitsdogma abschwören!? Ich habe mal versucht mich in den Text einzulesen und ich würde nicht behaupten, dass ich ihn bis jetzt verstanden hätte. Nach meiner momentanen Einschätzung ist es allerdings so, dass der Heilige Vater gar nicht "abschwören kann", da ein Dogma ja nicht veränderbar oder abschaffbar ist. Ich vermute, die Klärung dieser Frage betrifft kompliziertestes Kirchenrecht. Das traue ich mir nicht zu.
Was mir allerdings auffällt ist, dass es bisher nur eine einzige Unfehlbarkeitsentscheidung gab. Könnte es sein, dass die Päpste so "weise" waren und sind, dass sie das Dogma nicht zur Anwendung bringen?

Wenn ich mit Nichtkatholiken über die Unfehlbarkeit gesprochen habe, ist mir allerdings aufgefallen, dass sie annahmen, alles, was der Heilige Vater sagt als Unfehlbar gelte. Das ist natürlich Unsinn.

Übrigens ist für viele, auch im Verhältnis zwischen der Katholischen und der Orthodoxen Kirchen, dass Papstamt immer wieder ein Diskussionpunkt. In diesem Zusammenhang könnte interessant sein, dass auch über dieses Gespräche (siehe diese Meldung) geführt werden. Es ist einiges vielleicht doch nicht so "unbeweglich" wie manche glauben und/oder verbreiten.

pace e bene
Bernd

Die hatte es allerdings in

Zitat: Was mir allerdings auffällt ist, dass es bisher nur eine einzige Unfehlbarkeitsentscheidung gab.

Die hatte es allerdings in sich.

1854 verkündete Papst Pius IX. das Dogma von der Unbefleckten Empfängnis nicht nur des Gottessohnes Jesus durch Maria, sondern auch der Maria durch Anna. Bei der Empfängnis Christi ist nach katholischer Lehre das Entscheidende die Empfängnis durch die Kraft des Heiligen Geistes und die unversehrte Jungfrauschaft der Gottesmutter Maria vor, während und nach der Geburt. Bei der Empfängnis der Maria durch Anna steht die Mitwirkung von Joachim außer Frage, die Besonderheit ist jedoch, dass Gott Maria vom ersten Augenblick ihres Daseins von der Erbsünde bewahrte. Das neue päpstliche Dogma stieß damals wie heute sowohl in der protestantischen wie in der orthodoxen Kirche auf Ablehnung.

http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Maria-Concepcion.html

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
http://www.evangelisch.de/community/kreis/365-x-hilfe-gegen-frust-und-bl...

Lieber Norbert, darf ich Dich

Lieber Norbert,
darf ich Dich ein wenig berichtigen?
Das von Dir erwähnte Dogma liegt zeitlich vor dem der Unfehlbarkeit aus dem Jahr 1870.
Bei der bisher einzigen "Anwendung" etwas "ex cathedra" zu verkünden, ging es um die "Leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel".
Es mag außerdem "interessant" sein, dass der Heilige Vater nicht "einsam und allein" entschieden hat, sondern vorher eine "Umfrage" unter den Katholischen Bischöfen stattgefunden hat.

pace e bene
Bernd

Danke, Bernd, für die

Danke, Bernd, für die Korrektur. Da siehst du dran, wie sehr du hier auf evangelisch.de gebraucht wirst. Ich wusste nur, dass es eine "unfehlbare?" Entscheidung über Maria, die Mutter Jesu war. Prompt habe ich die falsche erwischt, obwohl da sicherlich ein Zusammenhang mit der späteren "Himmelfahrt Marias?" besteht. Schließlich besteht ja auch ohne Fragezeichen ein Zusammenhang zwischen der durch den heiligen Geist gewirkten Schwangerschaft Marias -vor der Geburt Jesu- und Seiner in der Bibel mehrfach bezeugten Wohnstatt im himmlischen Heiligtum -nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt-, wo er als mitleidender Hoherpriester für uns bittet.

Jedenfalls, wer weiß, was ohne deine Berichtigungen sonst noch für halbwahre Legenden über frühere Päpste und den jetzigen "Wir sind Papst", wie ich ihn gern nenne, verbreitet würden.

Lieben Gruß Aaron

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Hallo Bernd, nun ja... über

Hallo Bernd,

nun ja... über welchen Schatten springen? Zum Beispiel Aufhebung der Bannbulle gegen Luther wäre mal ein Zeichen. Wenn er schon dessen Lehre, aufgrund derer damals diese Bannbulle ausgestellt wurde, als richtig ansieht, so liegt der Schritt nahe die Bannbulle aufzuheben. Klar, vor Gott ist diese Bannbulle sowieso wertlos, de-facto wird daraus schon lange keine Konsequenz mehr daraus gezogen, aber dennoch, es wäre ein schönes Zeichen für die Menschen beider Konfessionen...

Danke auch für deine Klarstellung bzgl. der Unfehlbarkeit, das war auch mir so nicht bewußt, und das obwohl ich von Katholiken umgeben bin, mein Vater ist katholisch, meine Ehefrau auch... die ganzen katholischen Familien meiner Verwandtschaft (und da sind durchaus manche stockkatholische Leutchen dabei) meinen, dass diese Unfehlbarkeit des Papstes immer gelte... mal sehen ob ich sie nun aufklären werde... vielleicht wenn ich mal einen guten Tag habe... hehe

 

Dogmas abzuändern ist ein Problem? Sind die denn alle durch Unfehlbarkeit entstanden? Na ja, als Protestant versteht man das alles noch weniger als der Durchschnittskatholik....

Den Link zu Radio Vatikan habe ich gelesen, interessant kann man gespannt sein was (und ob) dabei etwas herauskommt, obwohl ich dadurch keine Wirkung auf das Verhältnis zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche sehe.

 

Gruß,
CK

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To bodly go where no man has gone before

Zitat:   so liegt der Schritt

Zitat:   so liegt der Schritt nahe die Bannbulle aufzuheben

Wenn ich es richtig verstehe, richtet sich eine Bannbulle gegen lebende Personen und ist durch den Tod Martin Luthers gegenstandslos geworden. @Bernd Falls ich da auch wieder verpeilt sein sollte, korrigiere mich!

Und wenn schon jemand stellvertretend für den damaligen Papst die Bannbulle zurücknimmt, müsste auch jemand im Sinne der Fragestellung dieses threads "fundamentalisische?", wüste Beschimpfungen zurücknehmen, für die Luther verantwortlich gezeichnet hat. Es war schon ein oberkrass heftiges Hauen und Stechen mit Bannbulle auf der einen Seite und Beschimpfungen  des Papstes als Teufel, Satan und Antichrist auf der anderen Seite.

Da sehe ich es schon als Zeichen der Aussöhnung an, wenn die zugrundeliegenden theologischen Glaubensfragen miteinander besprochen wurden. Die gegenseitig ausgesprochenen Verurteilungen kann dagegen niemand mehr in die Feder von Papst und Luther zurückzaubern. Die sind und bleiben in der Kirchengeschichte vermerkt. Auch darin zeigt sich Luther als Mensch und nicht als Überfrommer, dass ihm entgegen des Gebots der Feindesliebe gegenüber seinen Feinden in der katholischen Kirche immer wieder die Galle übergelaufen ist.

Ich kann das gut nachvollziehen, dass er auf seine Ausgrenzung so reagiert

Wir dürfen auch nicht vergessen, dass das Thema dieses threads ist, war Luther fundamentalistisch und nicht etwa, ist die katholische Kirche zur Zeit Luthers fundamentalistisch gewesen. Zugegeben liegt es uns Evangelischen näher, den Papst kritisch zu hinterfragen als unseren Übervater Martin Luther. Muss aber trotzdem sein.

Lieben Gruß Aaron

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Bannbulle nicht zurückgenommen

Die Bannbulle und damit die Exkommunikation Luthers ist nie zurückgenommen worden. Luthers Anhänger sind zu Herätikern erklärt worden.

vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Decet_Romanum_Pontificem

lg kreuzpatsch

Danke Kreuzpatsch für die

Danke, Kreuzpatsch, für die notwendige Ergänzung. Demnach richtete sich die Bannbulle nicht nur gegen Luther, sondern auch gegen seine Anhänger, z.B mich, weil ich die Briefe Luthers und sein simul iustus et peccator spitzenmäßig finde.

http://asv.vatican.va/de/doc/1521.htm

Demnach wäre Bernd auch verpflichtet, mich zu bekämpfen. Na ja, für die Fastnachtszeit kann ich das noch akzeptieren. Da werden ja auch kurzerhand Bürgermeister abgesetzt. Hinterher ist wieder alles friedlich. Könnten wir nicht Bernd bitten, den Bann ausnahmsweise an mir nicht zu vollstrecken?

Immerhin habe ich ja Kritik geübt an Luthers wüsten Beschimpfungen des Papstes. Das wären doch mindestens mildernde Umstände für einen, der sowieso noch in der Bewährungsphase ist.

Liebe Grüße Aaron

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Konsequenzen der Bannbulle

Demnach wäre Bernd auch verpflichtet, mich zu bekämpfen. Na ja, für die Fastnachtszeit kann ich das noch akzeptieren. Da werden ja auch kurzerhand Bürgermeister abgesetzt. Hinterher ist wieder alles friedlich. Könnten wir nicht Bernd bitten, den Bann ausnahmsweise an mir nicht zu vollstrecken?

Leider ist das alles gar nicht witzig, weil es der "dogmatische" Hintergrund ist, auf dem wir ökumenische  Gespräche führen...., es macht es den Katholiken nicht leicht und uns Evangelischen auch nicht.

lg kreuzpatsch

Verurteilungen treffen nicht mehr.

Es gibt ein Gutachten dazu, das feststellt, dass die gegenseitigen Lehrverurteilungen des 16. Jh. so nicht mehr zutreffen:

Schlussbericht der Gemeinsamen Ökumenischen Kommission zur Überprüfung des sechzehnten Jahrhunderts. (1985)

Sie beinhaltet die Empfehlung an beide Kirchen, die Lehrverurteilungen (damit also auch die Bannbulle Decretum Romanum Pontificem vom 3.1.1521) aufzuheben.

Ich weiß aber nicht, was dann aus diesem Gutachten gemacht worden ist.

Hier ein link

Hier ein link dazu

http://www.lutheranworld.org/News/LWI/DE/656.DE.html

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Wow!

Danke! Prompte Bedienung!

Re Verurteilungen treffen nicht mehr

Ja, danke!

Besonders spannend finde daraus (http://www.lutheranworld.org/News/LWI/DE/656.DE.html) diesen Abschnitt:

Die Ergebnisse der deutschen Studien wurden dem Rat der Evangelischen Kirche (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz vorgelegt. Die offizielle gemeinsame Antwort der protestantischen Kirchen Deutschlands wurde 1995 veröffentlicht, (Ökumenische Rundschau, Nr. 1, 1995, S. 99ff) Weiterhin gab es eine inoffizielle, nie veröffentlichte Antwort der römisch-katholischen Kirche, die darauf hinweist, dass die Studien die Lehrverurteilungen in einer neuen Perspektive erscheinen lassen.

Also: "offiziell" ist noch gar nichts - aber immerhin! Geben wir die Hoffnung noch nicht auf.

Interessant fand ich auch die Stellungnahme der deutschen Bischofskonferenz zur Studie "Lehrverurteilungen - kirchentrennend?", die auf Veranlassung der von Ismael erwähnten "Gemeinsamen Ökumenischen Kommission" erstellt wurde:

http://www.mscperu.org/deutsch/kirche/dbverurteilung.htm

Da ist ja durchaus ein Bemühen um gegenseitisges Verständnis erkennbar. Mir ist nur nicht ganz klar, wie verbindlich solche Aussagen sind?! Wie werden sie "offizielle" katholische bzw. evangelische "Lehrmeinung" Die gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigung hat es ja als "offizielle" Erklärung auf die Internetseite des Vatikan geschafft. Ist das ein Kriterium :-))

lg kreuzpatsch
 

 

Ökumenische Gespräche

Liebe Kreuzpatsch,

"Leider ist das alles gar nicht witzig, weil es der "dogmatische" Hintergrund ist, auf dem wir ökumenische Gespräche führen...., es macht es den Katholiken nicht leicht und uns Evangelischen auch nicht."

Muss das denn wirklich der Hintergrund sein, auf dem man ökumenische Gespräche führt? Ich habe als Kind in einem von katolischen Ordensschwestern geführten Krankenhaus erlebt, dass ich als Ungläubige und Sünderin behandelt wurde, weil ich die katholischen Gebete nicht konnte. Das fand ich damals auch nicht witzig. Später war ich an einer Privatschule, ebenfalls von kath. Ordensschwestern geleitet. Dieser Orden betrieb damals auch Schulen in Afrika, Mission war das erklärte Ziel. Auch diese Art der Glaubenserziehung mochte ich nicht. Habe es aber immer als etwas empfunden, das von oben kam, eine Verrücktheit der Erwachsenenwelt.

Das Verhältnis zwischen uns Schülerinnen hat das nicht beeinträchtigt, das war immer sehr gut, die anderen haben es mich nicht spüren lassen, dass ich zur kleinen evangelischen Minderheit gehörte. Und ökumenische Gespräche haben wir andauernd geführt, über Gott und die Welt. Heißt natürlich haben wir über die Religionsschranken hinweg über eine eine Vielzahl von Themen kommuniziert, und das ganz selbstverständlich. Und gefeiert wurde zum Beispiel im kirchlichen Jugendclub, wobei ich heute nicht mehr weiß, ob der evangelisch oder katholisch war - wahrscheinlich eher katholisch. Diese Unterscheidung spielte aber so wenig eine Rolle, dass ich mich heute nicht mal mehr daran erinnere. 

Anja   

geschichtlicher Hintergrund

Liebe Anja, Du fragst:

Muss das denn wirklich der Hintergrund sein, auf dem man ökumenische Gespräche führt?

Es ist halt der geschichtliche Hintergrund der zu der Kirchenspaltung geführt hat. Da kann ich auch nix für :-))

Und wenn man durch ökumenische Gespräche diese Kirchenspaltung überwinden will, muss man ihn eben auch erst mal zur Kenntnis nehmen und verstehen, wo die Probleme liegen, was uns eigentlich trennt. Dann kann ein Prozess der Klärung und Verständigung anfangen. Und dies passiert ja auch. Es gibt ja schon eine Verständigung in der Rechtfertigungslehre und Ismael hat auf die Gespräche zur Frage der Lehrververfungen hingewiesen. Also: Es bewegt sich was. Manchmal würden sich die "Christen an der Basis" das halt ein bisschen "schneller" und "mehr" wünschen.  - aber im Vatikan dauert manches ein bisschen länger...  Wir reden hier auch nicht über gut funktionierende Ökumene an der Basis sondern über Ökumenische Vereinbarungen auf "offizieller" Ebene.

lg kreuzpatsch

 

Liebe Kreuzpatsch, ja, für

Liebe Kreuzpatsch,

ja, für den geschichtlichen Hintergrund der Kirchenspaltung kannst Du nun gar nichts, genauso wenig wie zum Beispiel Bernd oder Spero. Sie liegt rund ein halbes Jahrtausend zurück, niemand von uns war da geboren. Deswegen ist die Kirchenspaltung nicht etwas, das wir hier und heute in diesem Forum überwinden können, noch ist sie etwas, das uns voneinander trennt. Sie trennt die Kirchen voneinander, aber die Menschen kann sie nicht trennen, wenn diese das nicht wollen. Genauso wenig wie Ökumenische Vereinbarungen auf offizieller Ebene die Menschen an der Basis zusammenbringen können, wenn diese das nicht wollen.

Ich denke, dass man die offizielle Ebene der Kirchen und die eigene Ebene nicht miteinander verwechseln sollte bzw. die eigenen Möglichkeiten im Blick haben sollte. Was auch immer der Vatikan tut oder nicht tut (oder die EKD), kann ich doch trotzdem zum Beispiel mit Bernd kommunizieren oder mit den Katholiken in meinem Freundes- und Bekanntenkreis, und ein Miteinander praktizieren, jenseits aller Lehrmeinungen.

LG

Anja

 

@ Anja

Ich denke, dass man die offizielle Ebene der Kirchen und die eigene Ebene nicht miteinander verwechseln sollte

Liebe Anja - es ging in diesem Thread um die offizielle Ebene!

 - mit Bernd kommuniziere ich schon lange :-))

lg Barbara

P.S. Bernd wollte hier nicht unbedingt inhaltlich diskutieren sondern hat nach Infos gefragt:

Ich möchte also "lediglich" Infos (aus grundlegenden Quellen (Luther, Melanchton, Calvin etc.)) über das Zustandekommen der der Evangelischen Rechtfertigungslehre(n).

Und daraufhin haben wir Infos zu "grundlegenden Quellen" gesammelt  - zugegeben nicht nur zu Luther, Melanchton und Calvin, sondern auch dazu, wie deren Lehrmeinungen von der Kath. Kirche aufgenommen wurden und wie man heute - von beiden Seiten -  versucht, damit umzugehen.

@Barbara

Liebe Barbara,

danke für die Hilfe, irgendwie hatte ich im Thread die Orientierung verloren bzw. den Zusammenhang zu Bernds Frage nach Infos über das Zustandekommen der Evangelischen Rechtfertigungslehre aus dem Blick verloren.

Ausdrücken wollte ich, dass für mich auf Autoritäten beruhende Denkweisen und Glaubensüberzeugungen (und dazu rechne ich auch die Rechtfertigungslehre) keine Grundlage für ökumenische Gespräche sein können. Dogmen und Lehren sind vielmehr das, was die Menschen voneinander trennt. Man sollte sie daher einfach nicht so wichtig nehmen.

Sie entstehen in bestimmten historischen Kontexten und machen darin Sinn; dann erstarren sie zum Dogma, die Zeiten ändern sich und die Dogmen werden zum Hindernis für Weiterentwicklung. So sehe ich auch die Rechtfertigungslehre.

Sie richtete sich einst gegen die von der katholischen Kirche verbreitete Annahme, der Mensch könne sich durch Frömmigkeitsübungen den Weg zu Gott verdienen. So weit so gut, aber daraus herzuleiten, dass die Taten, also wie einer sein Leben lebt, gar nicht zählen würden, ist einfach nur ein Gegenextrem. Sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand. Aber auch die Kirchen haben diesen Streit ja nun inzwischen wohl beigelegt.

LG

Anja 

Glaubensübereugungen

Ausdrücken wollte ich, dass für mich auf Autoritäten beruhende Denkweisen und Glaubensüberzeugungen (und dazu rechne ich auch die Rechtfertigungslehre) keine Grundlage für ökumenische Gespräche sein können. Dogmen und Lehren sind vielmehr das, was die Menschen voneinander trennt. Man sollte sie daher einfach nicht so wichtig nehmen.

Das sehe ich völlig anders! Wenn wir nicht wissen, was uns trennt, können wir nicht aufeinander zu gehen und die Stolpersteine aus dem Weg räumen.Außerdem nehme ich die Grundlagen(Rechtfertigungslehre usw.) meines Glaubens schon wichtig. Ich mag meinen Glauben nämlich nicht dauernd neu erfinden.  Aber mehr sage ich hier nicht dazu, weil dass dann völlig OT wäre.

lg Barbara

Vollständige Zustimmung!

Liebe Barbara,
ich nehme an, Du würdest zu dem, was Du geschrieben hast, nichts anderes als meine vollständige Zustimmung erwarten!
Und genau so ist es auch!

pace e bene
Bernd

Grundlagen

Liebe Barbara,

gegenüber der Ausgangsfrage "War Luther ein bibeltreuer Christ?" ist dieser Thread doch auch schon in anderen Postings OT. Wir brauchen das jetzt nicht weiter zu diskutieren, ich nehme daraus jedoch mit, dass ich sowohl die Grundlagen von ökumenischem Gespräch als auch die Grundlagen von Glauben anders sehe oder fasse als Du. Aber so ist es halt - unterschiedliche Menschen, unterschiedliche Sicht- und Handlungsweisen. Ist ja nicht schlimm.

LG

Anja

Zitat:   gegenüber der

Zitat:   gegenüber der Ausgangsfrage "War Luther ein bibeltreuer Christ?" ist dieser Thread doch auch schon in anderen Postings  OT

Das ist ohne Frage so. Ausgangspunkt dieses threads war, einmal nicht so sehr zu betonen, was am katholischen Papst evtl dogmatisch oder "fundamentalistisch?" sein könnte, was ja für Evangelen eine Lieblingsdisiplin zu sein scheint. Auch hier in der Community wurde diese Sportart ausgiebig strapaziert. Da hat Bernd zurecht darauf hingewiesen, dass darum auch der 1te geschlossene Ökumenische Gesprächskreis gegründet wurde.

In diesem thread ist die Richtung aus evangelischer Sicht nicht auf den "bösen Feind" gerichtet sondern auf den historischen Luther in seinem Kampf gegen das Papsttum und die in der Abendmahlsfrage aus seiner Sicht fundamental irrenden Calvinisten und Zwinglianhänger. Da war nun die Frage in dem threadopener, ob wir bei kritischer Würdigung bei Luther Züge wahrnehmen, die in heutigem Sprachgebrauch und im Vergleich mit der theologischen Richtung des Fundamentalismus als fundamentalistisch bibeltreu fromm einzuschätzen wären.

Die Fragestellung war dabei durchaus ergebnisoffen angedacht.

Lieben Gruß Aaron

P.S.: Ansonsten finde ich eine lebendige und gleichzeitig im Ton freundliche OT Diskussion  durchaus erfreulicher als eine innerhalb des Themas, die ausartet als Einschlafen oder Hauen und Stechen.

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
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Bannbulle zurücknehmen?

Ich gehe mal als Antwort auf Dich, lieber CK, zusammenfassend auf einiges ein.
Ich bitte zu beachten, dass ich damit keine theologischen Diskussionen darüber einleiten möchte, welche Lehrmeinung (Deutung des Wortes) richtig oder falsch ist.
Gegen Martin Luther wurden 2 Bullen verfasst. In der ersten wurde er aufgefordert, einen Teil seiner 95 Thesen binnen einer bestimmten Zeit zurück zu nehmen. Da er dazu nicht bereit war, wurde er mittels der 2. Bulle exkommuniziert und seine Lehrmeinungen zur Häresie (nicht mit der bestehenden Lehre vereinbar) erklärt. Das damit auch die "Anhänger" Martin Luthers als "in Häräsie" betrachtet werden ist, meines Erachtens, eine kirchenrechtlich folgerichtige Denkweise.
Ich habe keine Infos, ob eine Exkommunikation auch nach dem Tod noch Wirkung hat. Daher kann ich auch nicht einschätzen, ob es (kirchenrechtlich) "Sinn" machen würde, die Exkommunikation zurückzunehmen. Nach meinen Informationen ist eine Exkommunikation bisher noch nie posthum zurückgenommen worden. Da die Exkommunikation wegen der Thesen, also (Achtung, meine Interpretation) wg. des Abfalls vom Glauben der Katholischen Kirche (kirchrechtliche Definition) ausgesprochen wurde und die Rücknahme ein Wiederufen erfordern würde, müsste Luther selbst Reue zeigen oder aber die Katholische Kirche müsste feststellen, das Luther doch nicht gegen die Lehre verstoßen habe... Ich denke wir wissen alle, dass beides nicht ganz einfach, bzw. nicht möglich ist.
@ -Aaron-
Franziskaner verfolgen andere höchstens mit Dienstbarkeit und Liebe..... Also keine Angst, falls Du als Häretiker anzusehen sein solltest/könntest...

Der Begriff "Häresie" klingt "hart" und wird meist mit der Katholischen Kirche in verbindung gesetzt. Der Information halber mache ich mal "ganz leise" darauf aufmerksam, dass auch das Evangelische Kirchenrecht (??) Häretiker oder häretische "Gruppen" benannt hat.. Jedenfalls dann, wenn die Infos dazu in Wikipedia nicht falsch sind.

Auch bei diesem Beispiel -finde ich- wird deutlich, dass Wünsche /Forderungen gestellt werden, die sooo einfach nicht zu realisieren sind. Wenn ich nicht verstehe, in welchem Zusammenhang Evangelische Grundpositionen stehen, dann kann ich natürlich auch nicht nachvollziehen, warum die Evangelischen Kirchen davon nicht einige ändern, wenn wir Katholischen der Ansicht sind den Sachverhalt "besser" oder "richtiger" zu verstehen und auszulegen. Daher, lieber CK, bemühe ich mich erst einmal darum die Zusammenhänge zu verstehen. Und das ist bei "euch" zumindest genau so schwierig, wie für "euch" bezogen auf unsere "Positionen". Noch schwieriger wird es, wenn man nicht einmal die eigenen Grundsätze/Sakramente richtig kennt. Meines Erachtens auch so ein Problem, dass "auf beiden Seiten" existiert.

Mir ist noch etwas sehr wichtig: Ich gehe, in den öffentlichen Kreisen, seit einiger Zeit seeehr vorsichtig mit meinen Worten um (jedenfalls versuche ich das ernsthaft). Meine Schwester spero und ich (ich habe ab und an den Eindruck, als wären wir die einzigen Katholiken hier) sind vor einiger Zeit mit "Unterwanderungsgedanken" in Verbindung gebracht worden. Es wurde auch mangelnder Respekt erwähnt. Nicht nur aus dem Grunde aber auch deshalb, wurde der geschlossne Kreis gegründet. Ich hatte ernsthaft darüber nachgedacht, ob ich mich in den öffentlichen Kreisen überhaupt weiter äußern solle.
Wenn ich nun hier sehe, wie respektvoll mit "sensiblen" Themen umgegangen wird, dann freue ich mich. Nach wie vor werde ich sicher immer wieder überlegen, ob ich irgendwo mitschreiben soll. Aber ich fühle mich ein wenig "freier". Letzteres hat auch mit Dir CK zu tun. Ich hatte einige Beiträge von Dir gelesen, bei denen es um den Beirat und auch Deine Erfahrungen mit älteren Foren ging. Danach hatte ich ein wenig die Befürchtung, dass Du vielleicht relativ schnell "in Konfrontation" gehen könntest. Ich bin sehr froh darüber, dass sich meine "Vorbefürchtung" als gegenstandslos erwiesen hat.
Ich selbst bin auch nicht für etwas, was gelegentlich als "Kuschelökumene" bezeichnet wird. Aber das Gegnteil davon sollte -nach meiner Auffassung von Christlicher Geschwisterlichkeit- auch keine Härte in der Wortwahl bedeuten müssen.
Sorry! Mein Beitrag ist jetzt, mit meiner nachträglichen Ergänzung, ziemlich lang geworden.

pace e bene
Bernd

RE: Bannbulle zurücknehmen?

Lieber Bernd,

zuerst möchte ich mich entschuldigen, dass ich dir so spät erst antworte. Am Wochenende habe ich generell wenig Zeit für Foren auch ansonsten war ich ziemlich mit Arbeit eingedeckt...

Nun, Bannbullen wurden grundsätzlich schon zurückgenommen, so z.B. die gegen das Patriarchat Konstantinopel, oder auch gegen König Friedrich II (weiterführende Hinweise hier). Mich persönlich belastet die Bannbulle nicht weil ich gut damit leben kann vom Vatikan als "Häretiker" bezeichnet zu werden. Ich finde es aber etwas inkonsequent wenn der Papst die Lehren Luthers als richtig ansieht und den eigentlich logischen Schritt nicht daraus zieht. Auch finde ich, dass es momentan dafür eigentlich eine halbgeöffnete Tür gibt wegen der Tatsache, dass der Papst ein Deutscher ist und die Problematik eigentlich kennt. Ich könnte mir vorstellen, dass sein Nachfolger (der vermutlich kein Deutscher sein wird) sich diesem Thema mangels Interesse kaum annehmen wird. Ob dies nun kirchenrechtlich ein Problem ist erscheint mir sekundär. Wenn ein Gesetz falsch ist, so muss es eben geändert werden. Das ist in jedem modernen Staat so und sollte im Vatikan noch wichtiger sein. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht. Die Rüchnahme des Banns würde hauptsächlich den katholischen Bischöfen in Deutschland im Umgang mit der evangelischen Seite erleichtern und sich auch auf Kirchenmitglieder damit positiv auswirken.

Aber ja du hast Recht, auch die evangelische Seite bezichtigt die katholische Seite der Häresie, jedoch nicht mit Konsequenzen gegen katholische Christen (z.B. Abendmahl). Es ist, so finde ich, ein Unterschied ob man Menschen verbannt oder Lehrmeinungen von Menschen. Aber ich weiß nicht ob es tatsächlich einen Sinn macht das Thema bis in die Einzelheiten durchzudiskutieren...

Übrigens erwarte ich vom Papst nicht, dass er die "Evangelische Kirche" als Kirche bezeichnet. Denn er hat Recht, es ist keine Kirche im biblischen Sinn, sondern nur eine Gemeinde. "Kirche" im biblischen Sinn ist der Oberbegriff aller Gemeinden, also über den jeweiligen Organisationen stehend. Aber nach dieser Definition ist auch die "Katholische Kirche" nicht "die" Kirche, sondern auch nur eine Gemeinde innerhalb der Kirche... das nur nebenbei und auch nur meine persönliche Ansicht...

Dann noch zu den allgemeinen Dingen über die du dich geäußert hast. Laß dich von irgendwelchen Vorwürfen nicht irre machen. Diese entstehen eben bei dem Medium Internet noch mehr als sie zwischen Menschen sowieso entstehen. (In sogenannten christlichen Foren geht es zudem eine Stufe unfairer zu als in anderen, so zumindest meine Erfahrung.)

Es freut mich, dass deine "Vorbefürchtungen" mir gegenüber sich nicht bestätigt haben. Es stimmt, ich scheue mich nicht vor Konfrontationen, allerdings versuche ich Konfrontationen um der reinen Konfrontation willen zu vermeiden. Wenn ich respektvoll, und damit meine ich jetzt nicht oberflächlich liebevolle Worte, sondern ehrlich, direkt und ohne Hintergedanken angesprochen werde, so sehe ich keinen Grund zur Konfrontation. Ich habe in kirchlichen Foren so manches erlebt, insbesondere in schöne Worte eingearbeitete Gemeinheiten oder Hintergedanken, da ist es mir i.d.R. zu blöd ebenfalls schleimige Worte zu basteln und sage direkt was ich davon halte. Mir ist so mancher direkter Disput lieber als ewiges um den heißen Brei Gerede mit süßlich verpackten Handgranaten. Wenn es aber sachlich, ruhig und trotzdem fair zugeht wie in dieser Diskussion zwischen dir und mir hier, so gefällt es mir umso mehr.

Gruß,

CK

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To bodly go where no man has gone before

Rechtfertigung aus Glauben = Freibrief?

Lieber Raskolnikov,

nun ja... da fehlen die Grautöne. Luther predigt ja kaum vom munter drauflos sündigen. In der Freiheit des Christenmenschen ist ja auch Verantwortung beinhaltet. Freiheit kann es ja nur dann für alle geben wenn jeder verantwortlich mit seiner Freiheit umgeht. Tut er dies nicht, so beschränkt er andere in deren Freiheit ein. Rechtfertigung allein aus Glauben beinhaltet meineserachtens sogar seinen ethischen Anspruch, der sich, so denn man die Gesetzlichkeit "abschafft"sich aus grundlegenden biblischen Aussagen herauskristallisiert.

z.B.:

  • Tobit 4, 15a: "Was du selbst nicht erleiden möchtest, das füge auch keinem anderen zu"
  • Mt 25, 40: "Und der König wird antworten und zu ihnen sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan."
  • Mt 22,34-40: 34 Als die Pharisäer erfuhren, dass Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei Jesus zusammen. 35 Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, stellte Jesus eine Falle. Er fragte ihn: 36 »Lehrer, welches ist das wichtigste Gebot des Gesetzes?« 37 Jesus antwortete: »Liebe den Herrn, deinen Gott, von ganzem Herzen, mit ganzem Willen und mit deinem ganzen Verstand!38 Dies ist das größte und wichtigste Gebot. 39 Aber gleich wichtig ist ein zweites: Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst! 40 In diesen beiden Geboten ist alles zusammengefasst, was das Gesetz und die Propheten fordern.«

 

Eigentlich sehe ich das so, dass man, so man denn tatsächlich an Gott glaubt, diese genannten Gebote für sich persönlich soweit verinnerlicht hat, dass man zumindest versucht danach zu leben. Also dass man aus freier Entscheidung heraus keinem anderen etwas böses antut. Einzelgesetze werden dann unnötig. Auch müssen Gesetze nicht aufgrund veränderter Rahmenbedingungen angepasst werden.

Ich hoffe ich konnte wenigstens etwas darlegen worauf ich hinausmöchte...

Gruß,
Cm

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To bodly go where no man has gone before

Lieber CK, zunächst einmal:

Lieber CK,

zunächst einmal: Du hast mit Deinen Ausführungen zu Freiheit und Verantwortung ja recht. Wer wollte das, was Du dazu schreibst, ernsthaft bestreiten? Am im einzelnen...

1. Was die Grautöne angeht: Ich liebe vieles, was ich von Luther kenne. Ich bin überhaupt der Meinung, dass der Mann ein Genie war (ganz unironisch). Aber dass die Hau-Drauf-Schrift über die "Freiheit eines Christenmenschen" sich durch Grautöne auszeichnet, kann man nun wirklich nicht behaupten. Luther provoziert oft sehr, und die Empfehlung "Sündige kräftig" traue ich ihm durchaus zu, ohne mit Sicherheit sagen zu können, ob sie wirklich von ihm kommt oder ihm nur zugeschrieben wird...

2. Du zitierst Matth 25,40. Und es ist gut, dass Du das tust. Denn der ganze Abschnitt - Matth. 25, 31-46, also "Vom Weltgericht" - steht in glasklarem Widerspruch zur Paulinischen Rechtfertigung allein aus Glaube, wie er sie im Römerbrief entfaltet. Es gibt überhaupt in den Evangelien eine Reihe von Äußerungen Jesu, die zur Rechtfertigungslehre im Widerspruch stehen. Jesus spricht oft vom Lohn, den dereinst im Himmel erhalten wird, wer auf Erden in seinem Geiste handelt. Gut. Warum nicht. Aber es ist vollkommen klar, dass Paulus anders argumentiert, z.B.: "Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit." (Röm 4,5)  - Das sind zwei einander widersprechende Konzepte zum Verhältnis zwischen Werk, Glaube und Rechtfertigung. Und ich fürchte sehr, als Glaubender muss man sich entscheiden, ob man es mehr mit den Briefen oder mehr mit den Evangelien hält, denn diese Entscheidung wird einem immer wieder einmal abverlangt. Nach meinem Eindruck spielen die Briefe folgerichtig in der Evangelischen Kirche eine größere Rolle als in der katholischen.

3. Luther hat den o.g. Widerspruch m.E. nicht aufgelöst, er hat das eine der beiden Konzepte schlicht ausgeblendet. So wie die Kirche zu seiner Zeit bereits seit Jahrhunderten das andere Konzept ausgeblendet hatte (das ich persönlich für das subtilere, raffiniertere und letztlich auch wahrhaftigere halte, ich will es nicht leugnen). Klar ist aber, dass die Katholische Kirche in der Bibel mindestens ebenso viele Belegstellen für ihre Behauptung finden wird, dass die Werke eben doch eine gewisse Rolle spielen, wie die Evangelische Kirche für ihre Behauptung, dass dem nicht so ist. - Deshalb hat die ganze Diskussion etwas Ermüdendes. Soll doch jeder machen, wie er meint. Wo liegt da eigentlich das Problem?

Raskolnikov

   

Widerspruch zwischen Evangelium und Paulus?

Lieber Raskolnikov,

der oben stehende Betreff von mir wäre eigentlich Wert einen eigenen Thread, in einem Kreis, z.B. im theologischen Kanapee zu bekommen... vielleicht kommt es mal dazu. Daher werde ich jetzt nur kurz darauf eingehen, aber zunächst Antworte ich auf deine Punkte 1 und 3.

zu 1.: Provokation ist oftmals auch ein Stilmittel, welches man auch bei Jesus findet. Die Wirkung von der Aufforderung "sündige kräftig" hat auf Menschen die ihren Glauben lieben kaum eine Wirkung, aber auf Menschen, die ihren Glauben nicht mögen sicherlich schon...

zu 3.: Ermüdend finde ich die Diskussion nur dann wenn man keine Gemeinsamkeiten in den beiden Positionen sieht, die ich aber durchaus sehe... klar mit anderen, die allein auf ihrem Standpunkt beharren ist es ermüdend zu diskutieren, dies ist aber generell der Fall egal was das Thema gerade ist.

nun zu 2.: dem kann ich so nicht zustimmen. Ich finde Jesus beschreibt in seinen Gleichnissen und auch an anderen Punkten doch ganz schön die Rechtfertigungslehre. So sind viele der Aussagen Jesu komplette Übertreibungen, stilistische Provokationen sozusagen. Ebenfalls in dem Beispiel vom "Weltgericht" - so kommen da Menschen sehr gut weg, die sich selbst klein machen und behaupten sie haben nicht geholfen, nicht getröstet, etc. Diejenigen aber, die behaupten sie hätten viel getan kommen sehr schlecht weg, - Wenn du einen genaueren Auslegungsversuch von mir möchtest, dann gebe mir Bescheid... vielleicht dann in einem anderen Thread am passenden Ort?

Gruß,
CK

 

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bibeltreu

Hallo Aaron,

vielleicht sollte man da an passender Stelle mal ein eigenes Thema dazu aufmachen, aber da der Begriff schon mal da steht... was verstehst du unter dem Begriff "bibeltreu", das was die, die sich selbst dafür halten, rausposaunen was es er ihrer Meinung nach bedeutet, oder hast du eine andere Vorstellung dazu?

Gruß,

CK

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Hallo CK Du bist gut. Woher

Hallo CK

Du bist gut. Woher soll ich das wissen? Ich weiß nur, dass ich schon mal nicht bibeltreu bin. Bei mir ist es so wie bei Luther: simul iustus et peccator und das mit dem peccator gebietet mir bestimmt nicht die Bibel. Also müsste man die fragen, die sich für bibeltreu halten.

Lieben Gruß Aaron

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Tja, woher

Hallo Aaron,

nun dann leiste ich mir mal eine gewagte Aussage: Diejenigen, die von sich selbst sagen sie seien bibeltreu sind es am wenigsten, denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden...

Gruß,
CK

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LOL  Allerdings bin ich grad

LOL  Allerdings bin ich grad in einer mail gefragt worden, ob ich ein bibeltreuer Christ bin, weil ich Bibelverse poste. Aber das eine ist nicht das andere. Dass ich Verse poste, heißt noch lange nicht, dass ich auch danach handle. Luther hat auch den Jakobusbrief in gutes Deutsch übersetzt und trotzdem hielt er diesen Brief für eine stroherne Epistel. Da steht z.B. Seid Täter des Worts und nicht nur Hörer. Davon bin ich weit entfernt. Liebe ich z.B. meine Feinde mit der bedingungslosen Liebe, wie ich nach der Bergpredigt sollte? Ich fürchte, da fehlt noch einiges; also bleibt, zu üben wie die Anfänger am Klavier (äh heutigens keyboard)

Lieben Gruß Aaron

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Nun, aus meiner Sicht, ist

Nun, aus meiner Sicht, ist deine Aussage ziemlich, sagen wir mal, evangeliumtreu!

Sei froh, dass du nicht fundihaft bibeltreu bist, denn dann müsstest du ja auch das tun was in 5. Mose 13, 16ff "befohlen" wird. ;-)

Gruß,

CK

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Oder Math 27;5 oder gar die

Oder Math 27;5 mit der Aufforderung in Luk 10;37, das Gleiche zu tun!

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hmm... kapiere jetzt grad

hmm... kapiere jetzt grad nicht ganz worauf du hinauswillst...

Gruß,

CK

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@CK Nun in Math 27;5 steht

@CK Nun in Math 27;5 steht Und er warf die Silberlinge in den Tempel, ging fort und erhängte sich. und in Luk 10;37 heißt es Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen.
Im übertragenen Sinne: Wenn ich alles wortwörtlich nehme in der Bibel, kann ich mich auch gleich erhängen.

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Ah, okay... haha jetzt kapier

Ah, okay... haha jetzt kapier ich es... Bibelfetzen abstruß aus dem Zusammenhang gerissen aneinandergehängt... na das ist doch mal ganz fundihaft bibeltreu hahaha ;-)

Gruß,

CK

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Wenn ich demnächst aufgehängt

Wenn ich demnächst aufgehängt an einem Baum hänge, dann war ich erwiesenermaßen doch "fundihaft bibeltreu".

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Was ist Fundamentalismus

Hier aus der Quelle idea ein Text, der hilfreich für die Diskussion sein kann.

idea: "Bleibt die Frage: Wer ist eigentlich ein christlicher Fundamentalist?"

Huber: "Da ist es doch gut, sich an den Ursprung des Wortes „Fundamentalist" zu erinnern: Der Ausdruck „The Fundamentals" wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in den USA für fünf Aussagen verwendet:

1. Die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift,
2. Christi Jungfrauengeburt,
3. der Sühneopfertod Jesu,
4. die leibliche Auferstehung,
5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder."

idea: "Zumindest Jungfrauengeburt und leibliche Auferstehung finden sich auch im Apostolischen Glaubensbekenntnis wieder."

Huber: "Es gibt dabei aber ein gewisses Spektrum von Auslegungsmöglichkeiten, die sich angesichts der unterschiedlichen Darstellungen in der Bibel auch förmlich aufdrängen.

Ohne jeden Interpretationsspielraum diese fünf Aussagen wortwörtlich bejahen zu müssen - das ist für mich Fundamentalismus!
Ob jemand Christ ist oder nicht, entscheidet sich nicht an solch einfachen Antworten. Eine Kirche mit der Spannweite von Positionen, wie wir sie haben -, einschließlich der Evangelikalen - kann gar nicht fundamentalistisch sein!"

Bischof Dr. Wolfgang Huber (29. April 2009, 2003 - 2009 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herr Bischof, wer ist eigentlich ein Fundamentalist? Interview. ideaSpektrum 18/2009, Seite 17)

Kommentar

"Huber schließt die Fundamentalismus-Diskussion nicht ab, sondern weitet sie ins Uferlose aus, da nach seiner Definition [siehe oben] u. a. auch die katholische Kirche fundamentalistisch ist. So lehrt die römisch-katholische Kirche:

1. die Unfehlbarkeit der Heiligen Schrift: „Da also all das, was die inspirierten Verfasser … aussagen, als vom Heiligen Geist ausgesagt gelten muss, ist von den Büchern der Heiligen Schriften zu bekennen, dass sie sicher, getreu und ohne Irrtum die Wahrheit lehren …“ (Dei Verbum 11),

2. Christi Jungfrauengeburt: „Diese Verbindung der Mutter mit dem Sohn im Heilswerk zeigt sich vom Augenblick der jungfräulichen Empfängnis Christi bis zu seinem Tod …“ (Lumen Gentium 57),

3. den Sühneopfertod Jesu: „Durch seinen Gehorsam bis zum Tod wurde Jesus zum leidenden Gottesknecht, der stellvertretend sein Leben als Sühnopfer hingab, ‚die Sünden der vielen trug‘ …“ (Weltkatechismus 615),

4. der auferstandene Jesus fordert die Jünger auf festzustellen, „… dass der auferstandene Leib, in dem er vor ihnen steht, wirklich der gleiche ist, der gequält und gekreuzigt worden ist…“ (Weltkatechismus, 645),

5. die Wirklichkeit der in der Bibel bezeugten Wunder: „Jesus begleitet seine Worte durch zahlreiche‚ machtvolle Taten, Wunder und Zeichen‘ …“ (Weltkatechismus 547)

Was aber hilft eine Fundamentalismus-Definition, unter die die Mehrheit der Christen weltweit fällt – und fallen will?"

Pfarrer Martin Fromm (06.05.2009, Evang.-luth. Theologe, Wolfgang Huber und seine Einschätzung der Evangelikalen, Uferlose Diskussion, ideaSpektrum 19/2009, S.4)

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
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idea

Bei idea tummeln sich ja zumeist selbsternannte Bibeltreue. Man kann ja gut mal solche Texte durchdiskutieren, aber ich befürchte, dass dies in diesem Thema über Luther zu weit.

Gruß,

CK

P.S.: "bibeltreu" gibt es nicht - es kann allenfalls "auslegungstreu" geben

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To bodly go where no man has gone before

Zitat:   Bei idea tummeln

Zitat:   Bei idea tummeln sich ja zumeist selbsternannte Bibeltreue.

Ich hoffe mal nicht, dass du den in der Quelle auf idea zu Wort gekommenen ehemaligen Ratsvorsitzenden Huber meinst.

Märzbild: Liebe ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist fest wie die Hölle
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Nö nö... Huber nicht... Huber

Nö nö... Huber nicht... Huber kam (kommt) auf Idea auch fast nur dann zu Wort wenn ihn so ein idea-Besserwisser zerreissen will...

Gruß,

CK

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To bodly go where no man has gone before

Na ja,...

... eigentlich hätte ich bei diesem Thema auf eine sachliche Diskussion gehofft, nicht auf zwei Selbstdarsteller, die sich wortverliebt Platitüden zuschieben und das übliche Evangelikalen- und Fundamentalisten-Bashing spielen ohne dass ihre Meinung von irgendeiner Sachkenntnis getrübt wäre - schade eigentlich.

Wer über Idea - so kritisierenswert dieses Heftchen ist - dermaßen falsch schreibt, sollte sich einmal mit dem Thema "Rufmord" beschäftigen.

Janand,

weder evangelikal noch fundamentalistisch

Oooooch, der Arme!

Deshalb hat Idea ihn ja weiland zum "Christ des Jahres" ernannt:-))))

Hoffen wir, dass Bischöfin Kässmann weniger populistisch daher kommt.

:-)

Nö arm ist er nicht... es war aber der Titel "Bischof des Jahres"... ;-)

Gruß,

CK

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>>Wie stand Luther zu diesen

>>Wie stand Luther zu diesen Fragen nach der Bedeutung der Bibel für den Glauben, <<

Ich denke die Schrift spielte bei Luther eine zentrale Bedeutung.

>>was hielt er von Frömmigkeit, wäre er nach heutigen Maßstäben als Fundamentalist einzustufen? <<

Bestimmt, bei vielen.

Ich glaube nicht,...

... dass Luther wirklich ein Fundamentalist wäre - dazu war er zu "liberal". Fundamentalistisch wäre eher Andreas Bodenstein von Carlstadt, wie z.B. in der Diskussion um die Bilderverbote sichtbar wird, wo Luther zur Rücksicht auf schwächere Christen auffordert, was Carlstadt vehement ablehnt.

Manches, was bei Luther "fundamentalistisch" wirken mag, ist einfach zeitbedingt, so seine Stellung zum Bauernaufstand in Süddeutschland (die er später im Übrigen korrigierte), sein ambivalentes Verhältnis zu den Juden oder im Abendmahlsstreit. Ein Sturkopf war er allemal - und das macht ihn mir oft sympathisch, weil er alles andere als der große Held ist, sondern gerade in manchen Dingen Mensch und Christ.

Ich sagte ja...

 

...auch nicht bei allen.

>> oder im Abendmahlsstreit.<<

Eben,eben. Luther sagte:"Das Wort ist zu gewaltig! 'Das ist mein Leib!' Daran kann man nicht herumdeuteln." 

>>Manches, was bei Luther "fundamentalistisch" wirken mag, ist einfach zeitbedingt,<<

Alles was bei Fundamentalisten fundamentalistisch wirkt ist einfach nur Zeit bedingt. 

>>wo Luther zur Rücksicht auf schwächere Christen auffordert<<

Das tun ja nahezu alle christlichen Gemeinden und Konfessionen.

Die Kritik jemand wäre Fundamentalist beginnt ja schon dann, wenn einer behauptet etwas wäre Sünde, was ein anderer anders sieht.

Luther war im Sinne der

Luther war im Sinne der heutigen Fundamentalismus-Definition kein Fundamentalist. Er hat den Glauben wieder entdeckt, mit Hilfe zentraler evangelischer Aussagen. Die Reformation war der Aufbruch in die geistliche Freiheit - mit einem zu engen (wortwörtlichen) Bibelverständnis wäre das nie möglich gewesen. Und das mittelalterliche Weltbild (die Erde als Scheibe) dem Luther anhing, das kann man ihm nachsehen, er war auch ein Kind seiner Zeit. Seine evangelikalen "Nachfolger" nahmen die Bibel dann teilweise doch wörtlich - das ging dann bis zur Ablehnung der Kindertaufe.

HB

>>Luther war im Sinne der

>>Luther war im Sinne der heutigen Fundamentalismus-Definition kein Fundamentalist.<<

Was wäre denn die heutige Fundamentalismus-Definition? Und wer genau wäre dann Fundamentalist?

>>Die Reformation war der Aufbruch in die geistliche Freiheit - mit einem zu engen (wortwörtlichen) Bibelverständnis wäre das nie möglich gewesen.<<

Oder nur dadurch war es möglich.

 

P.S.: Das angeblich "mittelalterliche Weltbild(die Erde als Scheibe)" ist der verbreiteste historische Irrtum. de.wikipedia.org/wiki/Flache_Erde 

Hallo Ingo! Der heutige

Hallo Ingo!

Der heutige Fundamentalismus ist durch wesentliche Dinge gekennzeichnet:

Die heiligen Schriften werden absolut wörtlich genommen - eine Auslegung oder Interpretation ist nicht möglich. Diese Lehrgebäude sind in keinster Weise hinterfragbar.

Andere Glaubensrichtungen werden nicht akzeptiert, wenn ich nicht so glaube wie das meine "Gemeinschaft" mir vorschreibt, bin ich ein Kind der Hölle.

Der Fundamentalismus lehnt den Laiszismus ab, er braucht den Staat um seine religiösen Ideen durchzusetzen. Fundamentalisten haben eine Affinität zu faschistoiden Regierungsformen.

Von solchen Vorstellungen war Luther weit entfernt. Durch die Reformation wurde auch erst die Aufklärung möglich. Und dass die evangelischen Kirchen nach dem 1. Weltkrieg der Staatskirche den Abschied gaben, war auch eine Folge des Versagens der Monarchie (und somit indirekt eine Folge reformatorischen Gedankenguts). Luther sah das Verhältnis zu Staat sehr pragmatisch.

 

HB

Zum einen...

 

...habe ich nicht gesagt, dass Luther  Fundamentalist war, sondern nur, dass ihn einige so nennen würden.

Zum anderen trifft Deine Beschreibung ja auf gar keine Christen zu. 

Ich weiß auch nicht, ob Arno dass so gemeint hat.

Hallo Ingo! Wenn ich heute in

Hallo Ingo!

Wenn ich heute in meiner Innenstadt auf meinen Glauben angesprochen werde, weiss ich welche Organisation dahintersteckt? Die kennen sich in der Bibel gut aus, die hauen Dir die Bibelstellen um die Ohren, da bleibt Dir die Spucke weg. Was will man darauf entgegnen? Und die sind so unglaublich nett. Wenn ich jetzt schon psychische Probleme habe, dann sind für mich diese Gruppierungen die Lösung für alle meine Probleme. Scheinbar, nach dem Love-Bombing geht es dann hart zur Sache. Dann komme ich nämlich nicht mehr so ohne weiteres da raus.

Läßt man sich aber am Anfang auf kritische Gespräche ein, und hinterfrägt, dann sind diese Missionierungsversuche schnell vorbei, ich habe zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass man mit den MItgliedern der Mormonen nicht normal reden kann.

Gut das führt jetzt von Luther sehr weit weg, aber wir sind gezwungen uns mit unserem Glauben auseinander zusetzen, Luther hat das auch getan. Er nahm die Bibel ernst aber nicht im originären Sinn wörtlich.

Epilog: Ich kann an den Urknall glauben und an die Evolution und auch an die Wunder Jesu im Neuen Testament. Das eine schließt das andere nicht aus. Ich kann das Hier und Jetzt akzeptieren aber auch die Transzendenz Gottes, das Durchscheinen des Wirken Gottes in diese Schöpfung.

Das ist hier eine interessante Diskussion, verfolge die ganzen Beiträge mit Interesse.

 

Gruß HB

HB

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