Flüchtlingsrat protestiert gegen geplante Sammelabschiebung

Aufenthaltsraum für rückzuführende Frauen und Männer bei der Bundespolizei auf dem Flughafen in Frankfurt .

Foto: dpa/Andreas Arnold

Aufenthaltsraum für rückzuführende Frauen und Männer bei der Bundespolizei auf dem Flughafen in Frankfurt am Main .

Der hessische Flüchtlingsrat protestiert gegen eine vermutete Sammelabschiebung von abgelehnten afghanischen Asylbewerbern.

Eine Chartermaschine solle am Mittwochabend vom Frankfurter Flughafen abheben, teilte der hessische Flüchtlingsrat am Dienstag in Frankfurt am Main mit. Nach Informationen des Flüchtlingsrats seien 78 Personen angemeldet, so dass auch bei Eilentscheidungen von Gerichten gegen einzelne Abschiebungen immer noch die Höchstzahl von 50 Personen pro Flugzeug laut dem deutsch-afghanischen Rücknahmeabkommen erreicht werde.

Seit dem Beginn der Sammelabschiebungen im Dezember vergangenen Jahres seien 13 Afghanen aus Hessen abgeschoben worden. Laut Amnesty International sind aus Deutschland bisher 132 Afghanen abgeschoben worden.

Die Schutzquote von Afghanen in Deutschland, also die Gewährung von Flüchtlingsschutz, subsidiärem Schutz oder Abschiebungsverbot durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, habe im Jahr 2015 noch 78 Prozent betragen. Bis vergangenen Oktober sei sie auf 47 Prozent gefallen, teilte der Flüchtlingsrat mit. Allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres seien die Asylanträge von knapp 53.000 Afghanen abgelehnt worden. Die große Mehrheit von ihnen habe dagegen Klage vor den Verwaltungsgerichten eingelegt. In Afghanistan verschlechtere sich die Sicherheitslage ständig.