Weltkirchenrat dringt auf Ende der israelischen Besetzung

In Hebron schwenken die Bewohner eines Hauses eine palästinensische Flagge aus dem Fenster.

Foto: dpa/Abed Al Hashlamoun

In Hebron schwenken die Bewohner eines Hauses eine palästinensische Flagge aus dem Fenster.

Der Weltkirchenrat will sich für eine gewaltfreie Beendigung der israelischen Besetzung der Palästinensergebiete starkmachen. Dabei könnten auch wirtschaftliche Mittel eingesetzt werden, erklärte der Zentralausschuss des ökumenischen Dachverbandes zum Ende seiner Sitzung in Trondheim.

Um einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern zu erreichen, müsse vor allem der Dialog gefördert werden. Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) erinnerte daran, dass sich 2017 der Beginn der Okkupation zum 50. Mal jähre. Eine internationale ökumenische Konferenz im Jahr 2017 solle sich für eine dauerhafte politische Lösung des Konflikts einsetzen. Auch sollten sich die Mitgliedskirchen für eine weitere Präsenz der Christen im Nahen Osten starkmachen.

Das Heilige Land sei die Wiege des Christentums, heißt es in der Erklärung. Ferner beschloss der Zentralausschuss, dass die Auslandsbischöfin der Evangelischen Kirche in Deutschland, Petra Bosse-Huber, Mitglied im Exekutivkomitee bleiben wird. Insgesamt seien elf neue Mitglieder in das Exekutivkomitee gewählt worden, das die strategische Ausrichtung und die Programmarbeit des ÖRK überwacht und das Budget verabschiedet. Die Amtszeit der insgesamt 24 Mitglieder dauert etwa vier Jahre.

Weiter entschied der Zentralausschuss, dass die frühere Kirche der Apartheid, die Niederländisch-Reformierten in Südafrika, wieder als Mitglied im ÖRK aufgenommen wird. Zudem schlossen sich zwei weitere Mitglieder dem Dachverband an. Damit erhöhe sich die Mitgliederzahl auf 348, teilte der ÖRK mit. Der Zentralausschuss bestätigte die Aufnahme der drei Kirchen.

Die Vorsitzende des Zentralausschusses, Agnes Abuom, betonte, dass die Niederländisch-Reformierte Kirche in Südafrika den Weltkirchenrat im Jahr 1948 in Amsterdam mitgründete. Aufgrund der offenen Unterstützung des rassistischen weißen Regimes schloss der ÖRK die Kirche 1962 aus. Im Jahr 1986 verurteilte die Niederländisch-Reformierte Kirche alle Formen des Rassismus und öffnete sich für alle Gläubigen. Heute umfasst die im 17. Jahrhundert gegründete Kirche mehr als eine Million Gläubige.

Auch die Blantyre Synod der Church of Central Africa Presbyterian in Malawi mit 1,8 Millionen Gläubigen wurde Mitglied des ÖRK. Zudem öffnete der Dachverband seine Tür für den indischen Council of Baptist Churches in North East India mit 1,2 Millionen Christen. Insgesamt repräsentieren die ÖRK-Mitglieder mehr als 500 Millionen Christen. Die katholische Kirche ist kein Mitglied des ökumenischen Verbandes mit Sitz in Genf.