Abendmahl mit Hindernissen

 Wenn ich eines gelernt habe in meiner Tätigkeit als Pfarrer, dann das: Murphy hat vollkommen Recht – aber er hat noch fürchterlich untertrieben. Selbst Dinge, die nicht schiefgehen können und dürfen, gehen irgendwann schief. Besonders solche, die uns in der Kirche besonders heilig sind.

Auch beim Abendmahl sind uns Pannen nicht fremd, denn wir sind ja Menschen. Ob der Mesner den Traubensaft mit dem Apfelsaft seines eigenen Einkaufs verwechselt hat oder ein Weingefäß umfällt – alles kann passieren. Und alles passiert. Zum Glück hat unser Gott ein weites, liebevolles Herz.

Als Vikar betrachtete ich leicht verwirrt bei einer meiner ersten Abendmahlsfeiern einen silbernen, schön gestalteten Löffel mit vielen kleinen Löchern drin. Mein Ausbildungspfarrer erklärte mir: Damit hat man früher gelegentlich die Brösel aus dem Wein gefischt, wenn denn welche drin waren. Heute würde ich da wohl eher dezent das verunreinigte Gefäß zur Seite stellen und ein neues nehmen – aber früher war das nichts Besonderes. So ein paar Krümel von der Hostie. Rausgefischt und weiter geht's. Ja, da haben sich wohl unsere hygienischen Ansprüche ziemlich gewandelt.

Da aber auch schiefgeht, was nicht schiefgehen kann, landen manchmal nicht nur Brösel im Wein. Ein Tunker lässt seine Hostie hineinfallen und versucht, sie irgendwie wieder aus dem Kelch zu fischen. Putz bröselt von der Decke, genau in den Kelch (schon selber erlebt). Eine Fliege legt eine Notwasserung im Kelch hin und ersäuft. Oder aber – sehen Sie selbst. Nicht für zart besaitete Nerven.

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