Ihre Fragen, unsere Antworten - Folge 21: Games? Wirklich?

Die Gamescom zieht jedes Jahr hunderttausende Gamer nach Köln. Ich war wie jedes Jahr da - diesmal mit einem Blick auf Rollenklischees jenseits jeder realistischen Anmutung.

Liebe evangelisch.de-Nutzerinnen und -Nutzer,

in Köln geht am Sonntag, 9. August, die Gamescom zu Ende. Ich war für evangelisch.de auch dort und habe den Kollegen vom Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen für dieses evangelisch.de-Video Rede und Antwort gestanden:

In Videospielen werden immer noch häufig stereotype Frauenbilder betont. Was bedeutet das für die Cosplayer-Szene? Und gibt es auch andere Trends? Ein Bericht von der GamesCom 2015 in Köln.

Warum schauen wir uns mit evangelisch.de das an? Weil Videospiele eine der wesentlichen Kunst- und Kulturformen sind, mit denen heutzutage Geschichten erzählt werden, weil sie ikonische Charaktere in die Popkultur spielen, und weil Millionen von (eher jüngeren) Menschen YouTubern dabei zusehen, wie sie Spiele spielen.

Zu der Szene gehört auch das Cosplay, das auf einer Messe wie der Gamescom unübersehbar ist. Dabei sieht man sehr oft junge Frauen, die sich in ziemlich knappen Outfits präsentieren. Dabei sind Outfits ihrer Vorbilder in den meisten Fällen von Männern gemacht, die sich keine Gedanken darüber machen, ob eine Frauenrüstung nicht eher schützen sollte als nur sexy zu sein. Das reduziert gerade weibliche Charaktere oft darauf, auszusehen wie die Fantasien der (meist männlichen) Spieleentwickler.

In Videospielen waren und sind Outfits von weiblichen Helden oft ohne Grund sexistisch. Es ist ja halbwegs nachvollziehbar, wenn Stripperinnen in GTA V nur Unterwäsche tragen. Dass aber eine Archäologin wie Lara Croft in Hotpants und ohne Rucksack durch die Berge stratzt, ist absurd. Das ändert sich seit einigen Jahren - zum Beispiel wird die neue Lara Croft im Herbst in vernünftigen Klamotten Eiswände erklimmen. Das macht den Charakter glaubwürdiger. Ich habe auf der Gamescom zwei Lara-Croft-Cosplayer gesehen, die sie in Klettergurt und Winterjacken darstellten, mit Kunstschnee im Haar und exakt nachgebautem Eispick. Ein anderes aktuelles Beispiel sind Faith aus Mirror's Edge oder Aloy, Protagonistin des neuen Horizon: Zero Dawn.

Und natürlich ist nicht jeder Videospiel-Charakter so gebaut. Allerdings habe ich auf der Gamescom auch eine weibliche Mario-Cosplayerin gesehen, die statt einer blauen Latzhose einen blauen Latz-Minirock trug. Kann man machen, aber nur, wenn man sich darin auch wohlfühlt und nicht nur ein möglichst originalgetreues Abbild sein will. Immerhin:  Videospiel-Entwicklung ist immer noch männlich dominiert, aber auch das ändert sich. Frauen wie Jade Raymond, Studioleiterin von EA's Motive Studios, und Amy Hennig, Autorin von "Uncharted", haben entscheidende Positionen in der Spielebranche übernommen. Sie sind Vorbilder. Wenn nicht mehr ausschließlich Männer Mainstream-Videospiele schreiben und programmieren, werden die Spiele besser - mehr Vielfalt bei den Machern sorgt für mehr Vielfalt in Story, Gameplay, Grafik.

Ich wünsche euch und Ihnen noch ein gutes Restwochenende und einen fröhlichen Wochenstart! 


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Ich werde immer am Samstag an dieser Stelle ihre Fragen beantworten, so gut ich kann, und wünsche euch und Ihnen einen gesegneten Start ins Wochenende!