Alles neu macht der Januar

Ein neues Jahr, ein neues Haus, ein neuer Garten - 2012 fängt spannend an für mich hier in den britischen Midlands. Ende des Monats werden wir umziehen und dann einen nach Süden ausgerichteten Garten unser eigen nennen. Ungefähr 100 Quadratmeter gilt es zu gestalten und anzulegen, denn außer zwei Apfelbäumen und ein paar unbestimmbaren, weil sehr zerzausten Büschen ist bisher nichts darin zu finden. Eine weitgehend weiße Leinwand also, die ich nach eigenen Vorstellungen und Ideen gestalten kann - der Traum eines jeden Hobbygärtners.

Zunächst gilt meine Sorge allerdings den in unserem jetzigen Garten vorhandenen Pflanzen. Was sollen wir mit ihnen tun, wenn wir umziehen? Im Beet lassen, in der Hoffnung, dass sich die neuen Bewohner des Häuschens gut um sie kümmern werden? Oder ausgraben, mitnehmen und hoffen, dass sie den Standortwechsel überleben? Wir haben uns für die zweite Möglichkeit entschieden, zumindest was die Pflanzen betrifft, die noch nicht seit vielen Jahren etabliert sind. Und das sind die meisten.

Zugute kommt uns die Jahreszeit: Jetzt, in der Ruhephase, ist es wesentlich einfacher, Pflanzen umzusetzen, als im Frühling oder Sommer, wenn sie voll im Saft stehen und ihre ganze Energie für die Produktion von Wurzeln, Blüten und Früchten brauchen. Außerdem sind Wurzelstöcke, deren oberirdische Triebe vertrocknet und/oder heruntergeschnitten sind, einfacher zu transportieren als üppiges Grünzeug.

Und so werden wir das Wochenende wohl damit verbringen, unsere in den letzten Monaten so liebevoll umsorgten Pflanzen per Forke und Spaten aus dem Beet zu heben und in Plastiktöpfe und -tüten zu setzen, damit sie fertig sind für den Transport. Und dann ein neues Dasein beginnen können im neuen Heim.

Tipps für den Umzug mit Gartenpflanzen:

  • Möglichst im Herbst oder Winter, also während der Ruhe- statt in der Wachtumsphase.
  • Laub abwerfende Pflanzen können relativ nah am Wurzelstock ausgegraben werden, bei Rosen reicht es sogar, wenn die Wurzeln ohne Erde ausgehoben werden.
  • Immergrüne Gehölze sollten etwas großzügiger um den Ballen herum ausgegraben werden, also mit reichlich Erde. Dann in einen Jutesack stecken und feucht halten. Vor dem Ausheben den oberirdischen Teil etwas zurückschneiden, sofern möglich.
  • Möglichst schnell wieder in die Erde setzen, notfalls auch an einem vorübergehenden Ort.
  • Größere Bäume und Beerensträucher besser nicht umsetzen sondern lassen wo sie sind.
  • Achtung: Die Gesetzeslage in Deutschland besagt, dass Mieter im Garten verankerte Pflanzen nicht mitnehmen dürfen, auch wenn sie sie selbst gepflanzt (und bezahlt) haben. Wenn Sie Ihre Pflanzen mitnehmen möchten, sollten Sie sich also vorher informieren und eventuell mit Ihrem Vermieter absprechen.